Deutschland wirbt erfolgreich europäische Wissenscluster ein

Thema Rohstoffe und Gesundes Leben gehen nach Berlin und München / Wanka: "Nationale Innovationsförderung zahlt sich in und für Europa aus"

Das Europäische Institut für Technologie (EIT), Europas gemeinsames, länderübergreifendes Technologieinstitut, hat gestern in Budapest die Gewinner der Ausschreibung für die neuen Wissens- und Innovationsgemeinschaften (KICs: Knowledge and Innovation Communities) verkündet. Deutschland wird  das KIC "Rohstoffe" von Berlin aus koordinieren, das KIC  "Gesundes Leben und aktives Altern" von München aus.

Das EIT schafft auf europäischer Ebene ein bisher beispielloses Niveau der Vernetzung und Zusammenarbeit im Wissensdreieck aus Bildung, Forschung und Innovation. In den thematisch organisierten und marktorientierten KICs werden Verfahren, Produkte und Dienstleistungen entwickelt und unternehmerisches Denken bereits bei Studierenden gefördert.  Für die neuen KICs "Rohstoffe" und "Gesundes Leben" stehen bis 2020 bis zu 540 Millionen Euro an EU-Mitteln zu Verfügung.

"Erfolgreicher geht es kaum", so Bundesforschungsministerin Johanna Wanka. "Dass es uns gelungen ist, bei allen KICs eine zentrale Rolle zu spielen, zeigt die Wettbewerbsfähigkeit des Forschungsstandortes Deutschland. Unsere nationalen Investitionen durch Bund und Länder in Forschungsstandorte und Ideen zahlen sich nun in und auch für Europa aus".

Deutsche Organisationen sind auch maßgeblich bei den bereits etablierten KICs zu Klima, Energie und Informationstechnologien beteiligt. Neben den Universitäten und Forschungseinrichtungen, die vom Pakt für Forschung und Innovation profitieren, bewähren sich nun insbesondere die Spitzencluster als Kondensationskerne für europäische Cluster.

Für das Thema "Rohstoffe – nachhaltige Erkundung, Gewinnung, Verarbeitung, Verwertung und Substitution" wurde das KIC RawMatTERS ausgewählt, an dem 116 Partnerorganisationen aus 22 Ländern beteiligt sind. Die Leitung übernimmt das Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf, der Sitz des Clusters wird Berlin sein. Weitere Partner sind unter anderem mehrere Fraunhofer Institute,  BASF, Varta Microbattery, das Clausthaler Umwelttechnik-Institut CUTEC, die RWTH Aachen und die TU Bergakademie Freiberg. Ziel des KICs ist es die Ressourceneffizienz und Aufbereitung bei  metallurgischen Prozessen zu verbessern. Darüber hinaus soll das Recycling entlang der gesamten Materialkette optimiert und Rohstoffe subsituiert werden.

Das KIC "Innovation für gesundes Leben und Aktives Altern" warb das Konsortium InnoLife ein.  Das Konsortium zählt 144 Partner aus sechzehn europäischen Ländern, es wird in München koordiniert. Von Heidelberg aus wird der deutsche Knoten von BioRN betreut, eines der deutschen Spitzencluster. Weitere deutsche Partner sind unter anderem die Max-Planck-Gesellschaft, Roche Diagnostics, RWTH Aachen, Siemens Healthcare und die TU München. Zu den assoziierten deutschen Partnern gehören auch das Deutsche Krebsforschungszentrum und das Deutsche Zentrum für Diabetesforschung. Ziel des KICs ist es, mit innovativen Produkten und Dienstleistungen, dazu beizutragen, die Gesundheit während des gesamten Lebens zu erhalten und einen Beitrag zum aktiven Altern zu leisten.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung hat Interessenten aus Deutschland schon frühzeitig über die Chancen und Möglichkeiten informiert, die eine KIC Beteiligung bietet.  Die nächste Ausschreibungsrunde zu den Themen "Mehrwert in der Fertigung" und "Lebensmittel für die Zukunft" wird Anfang 2016 erwartet.  2015 plant das BMBF spezifische Informationsveranstaltungen hierzu.

Mehr Informationen zum EIT bzw. den KICs und zu Veranstaltungen sowie weiterführenden Links erhalten Sie unter:
www.eubuero.de/eit;
http://eit.europa.eu/eit-community/;
http://www.bmbf.de/de/17820.php;
http://www.bmbf.de/de/gesundheitsforschung.php