Deutschlandstipendium mobilisiert mehr private Mittel

Private Förderer haben insgesamt bereits 140 Millionen Euro für talentierte Studierende gestiftet / Karliczek: "Wir fördern begabte junge Menschen unabhängig von Herkunft und Elternhaus"

Stipendienentwicklung für Studierende in den Jahren 2005 bis 2017. © BMBF

Im Jahr 2017 konnten bundesweit 25.947 Stipendiatinnen und Stipendiaten mit einem Deutschlandstipendium gefördert werden. Das geht aus den aktuellen Daten hervor, die das Statistische Bundesamt heute veröffentlicht hat. Demnach sind die Mittel, die private Förderer allein im vergangenen Jahr für das Programm aufgebracht haben, im Vergleich zum Vorjahr um drei Prozent auf 26,9 Millionen Euro gestiegen. Seit dem Start des Deutschlandstipendiums 2011 wurden insgesamt bereits rund 140 Millionen Euro privater Mittel mobilisiert.

"Die Mobilisierung von privaten Mitteln durch das Deutschlandstipendium ist einzigartig. Die öffentlich-private Bildungspartnerschaft ist sehr erfolgreich und hat Zukunft", sagte Bundesbildungsministerin Anja Karliczek. "Es bringt für die Studierenden, die Hochschulen und Unternehmen und somit für unsere gesamte Gesellschaft einen hohen Mehrwert. Denn wir fördern begabte Menschen unabhängig von ihrer Herkunft und ihrem Elternhaus. Dadurch können sie nicht nur ihre Fachexpertise erweitern, sondern sich darüber hinaus für den Fortschritt und für ein gutes Zusammenleben engagieren. Auf diese Weise gelingt es, gute Netzwerke zwischen Menschen, Hochschulen und Unternehmen aufzubauen."

Beim Deutschlandstipendium werden Studierende einkommensunabhängig mit 300 Euro im Monat unterstützt. Die Hälfte tragen davon private Förderer, die andere Hälfte der Bund. Seit der Aufnahme der ersten Stipendiaten im Sommersemester 2011 haben die Hochschulen erfolgreiche Strukturen für die Akquise und Stipendienvergabe aufgebaut. Auch 2017 konnten sie bei über 7.000 Förderern Mittel einwerben, darunter Unternehmen, Stiftungen oder Privatpersonen. Bei der Gruppe der Privatpersonen und Einzelunternehmen stieg die Fördersumme 2017 im Vergleich zum Vorjahr um 14 Prozent besonders stark an und lag bei 3,1 Millionen Euro.

Die Hochschulen berücksichtigen bei der Stipendienvergabe nicht nur erstklassige Noten sondern auch gesellschaftliches Engagement, besondere persönliche Leistungen und auch die soziale und familiäre Situation. Dieses ganzheitliche Verständnis des Leistungsbegriffs beim Deutschlandstipendium ermöglicht jungen Talenten unabhängig von ihrer sozialen Herkunft Bildungschancen.

Insgesamt ist die Anzahl der Stipendiatinnen und Stipendiaten um 2 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen. 35 Prozent der Deutschlandstipendiaten und –stipendiatinnen studierte an Fachhochschulen, was etwas über dem Anteil von 34 Prozent unter den Studierenden insgesamt liegt. Wie bereits im Vorjahr erhielten etwas mehr Frauen (13.215) als Männer (12.732) ein Deutschlandstipendium.

304 Hochschulen beteiligten sich 2017 am Programm. Die meisten Deutschlandstipendiatinnen und –stipendiaten studierten an der Goethe Universität Frankfurt (1.084 Stipendiatinnen und Stipendiaten), TU München (906) und RWTH Aachen (824). Spitzenreiter bei den Fachhochschulen sind die Hochschule Niederrhein (381 Stipendiatinnen und Stipendiaten), die Hochschule Osnabrück (357) und die FH Südwestfalen (309).

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung hat die Förderung leistungsstarker junger Menschen in den vergangenen Jahren stark ausgebaut. Dazu tragen neben dem Deutschlandstipendium und dem Aufstiegsstipendium für beruflich Gebildete insbesondere die 13 Begabtenförderungswerke mit steigenden Stipendiatenzahlen bei. Insgesamt wurden 2017 rund 59.700 Studierende mit einem Stipendium aus Bundesmitteln gefördert.