Diagnose und Therapie von Krebserkrankungen verbessern

Staatssekretär Georg Schütte weihte gemeinsam mit der sächsischen Ministerin für Wissenschaft und Kunst Eva-Maria Stange am Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf ein neues Gebäude des Zentrums für Radiopharmazeutische Tumorforschung ein.

Wissenschaftler und Mediziner können mit Radiopharmazeutischen Substanzen immer besser Krebs diagnostizieren. Am Zentrum für Radiopharmazeutische Tumorforschung (ZRT) entwickelt das Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) vor allem radioaktive Arzneimittel für die Krebsdiagnostik, die bei der Positronen-Emissions-Tomographie (PET) zum Einsatz kommen. Die Substanzen lagern sich in spezifischen Gewebestrukturen – also der bösartigen Geschwulst oder den Metastasen – an und ermöglichen damit eine bessere Diagnose von Krebserkrankungen. Radioaktive Medikamente kommen verstärkt auch bei der Therapie zum Einsatz, um Tumorgewebe direkt im Körperinneren zu bestrahlen. Ebenso forscht das HZDR an Möglichkeiten, den Krebs mithilfe des körpereigenen Immunsystems effizienter zu bekämpfen.

Staatssekretär Georg Schütte im Zentrum für Radiopharmazeutische Tumorforschung des Helmholtz-Zentrums Dresden-Rossendorf.

© BMBF / Hans-Joachim Rickel

Der Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung Georg Schütte sagte anlässlich der Einweihung: „Mit dem neuen Gebäude des Zentrums für Radiopharmazeutische Tumorforschung stärken wir den Forschungsstandort Deutschland. Dies wird auch international wahrgenommen. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in Dresden adressieren eines der zentralen Themen der Krebsforschung: die frühestmögliche Diagnose und wirksame Therapien bei bösartigen Tumorerkrankungen. Diese wichtige Forschung kann dazu beitragen, die oftmals tödliche Krankheit Krebs in eine chronische Erkrankung zu wandeln.“

Mit seinem Fokus auf die Verbesserung der Krebsdiagnostik und -therapie fügt sich das ZRT in die Prioritätensetzung des BMBF ein. Tumorerkrankungen sind bundesweit nach Herz-Kreislauferkrankungen die zweithäufigste Todesursache. Um das zu ändern, möchte das BMBF den Transfer von Forschungsergebnissen in die klinische Praxis beschleunigen. Denn oftmals dauert es mehrere Jahre, bis vielversprechende Therapien bei den Patientinnen und Patienten ankommen. Deshalb plant die Bundesforschungsministerin Anja Karliczek, die Krebsprävention und -forschung zu stärken – mit der „Nationalen Dekade gegen Krebs“.

Der neue Forschungsbau des Zentrums für Radiopharmazeutische Tumorforschung des HZDR

In dem neuen Forschungsbau des ZRT sind erstmals alle Laborräume für chemische und biologische Forschungsarbeiten, zertifizierte Reinräume für die Herstellung der Arzneimittel, ein neuer Kreisbeschleuniger (Zyklotron) und moderne Bereiche für präklinische Forschung und Bildgebung in einem Gebäudekomplex vereint. Die hierfür benötigten Investitionen beliefen sich auf insgesamt rund 36 Millionen Euro (davon umfasste der Bau rund 34 Millionen Euro und Beschaffungen rund zwei Millionen Euro). Die Finanzierung erfolgte aus Haushaltsmitteln zu 90% vom Bund und zu 10% vom Freistaat Sachsen.