Die Akademien der Wissenschaften

Die Akademien der Wissenschaften in Deutschland betreiben Grundlagenforschung, engagieren sich für den interdisziplinären Austausch und beraten Gesellschaft und Politik unabhängig und wissenschaftsbasiert bei der Beantwortung von Zukunftsfragen.

Unter ihren Dächern vereinen die Akademien exzellente Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler verschiedener Fachdisziplinen aus dem In- und Ausland. Mit Publikationen, Symposien und öffentlichen Veranstaltungen beteiligen sich die Akademien auf verschiedene Weise an öffentlichen Debatten und laden zum Dialog ein.  Eine weitere wichtige Aufgabe der Wissenschaftsakademien ist die Förderung des interdisziplinären Austausches. Sie betreuen und leiten langfristig angelegte Forschungsprojekte. In der wissenschaftsbasierten Politik- und Gesellschaftsberatung arbeiten die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina, acatech und die Union der deutschen Akademien der Wissenschaften im sogenannten Ständigen Ausschuss zusammen.

Die Union der deutschen Akademien der Wissenschaften

Unter dem Dach der Union der deutschen Akademien der Wissenschaften sind acht deutsche Wissenschaftsakademien zusammengeschlossen. Insgesamt sind dort mehr als 1.900 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler verschiedener Fachrichtungen vereint, die zu den national und international herausragenden Vertreterinnen und Vertretern ihrer Disziplinen gehören. Gemeinsam engagieren sie sich für wissenschaftlichen Austausch, exzellente Forschung und die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses.

Folgende Akademien sind in der Union der deutschen Akademien der Wissenschaften zusammengeschlossen:

  • Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, Berlin und Potsdam
  • Akademie der Wissenschaften zu Göttingen
  • Bayerische Akademie der Wissenschaften, München
  • Sächsische Akademie der Wissenschaften, Leipzig
  • Heidelberger Akademie der Wissenschaften
  • Akademie der Wissenschaften und der Literatur, Mainz
  • Nordrhein-Westfälische Akademie der Wissenschaften und der Künste, Düsseldorf
  • Akademie der Wissenschaften in Hamburg

Die der Union angehörenden Akademien sind Landeseinrichtungen. Ihr Grundhaushalt kommt vom jeweiligen Sitzland.

Das Akademienprogramm

Seit 1979/80 koordiniert die Union der deutschen Akademien der Wissenschaften das Akademienprogramm – das größte kultur- und geisteswissenschaftliche Forschungsprogramm Deutschlands, das auch international einzigartig ist. Aufgabe des von Bund und Ländern finanzierten Programms ist die Erschließung, Sicherung und Bewahrung unseres kulturellen Erbes. Aktuell arbeiten rund 900 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in rund 150 Projekten. Für das Akademienprogramm stehen im Jahr 2017 rund 65 Millionen Euro zur Verfügung, jeweils hälftig vom Bund (BMBF) und den Ländern (jeweils Sitzland des geförderten Vorhabens) bereitgestellt.

Des Weiteren fördert die Akademienunion die Kommunikation zwischen den Akademien und betreibt Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Sie organisiert Veranstaltungen zu aktuellen Themen der Wissenschaft sowie einmal im Jahr den gemeinsamen Wissenschaftstag, den so genannten Akademientag.

Deutsche Akademie der Technikwissenschaften

Als Arbeitsakademie berät die Deutsche Akademie der Technikwissenschaften (acatech) Politik und Gesellschaft in technikwissenschaftlichen und technologiepolitischen Zukunftsfragen. Darüber hinaus hat es sich acatech zum Ziel gesetzt, den Wissenstransfer zwischen Wissenschaft und Wirtschaft zu unterstützen und den technikwissenschaftlichen Nachwuchs zu fördern. Zu den knapp 500 Mitgliedern sowie den über 100 Senatorinnen und Senatoren der Akademie zählen herausragende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Unternehmen. acatech finanziert sich durch eine institutionelle Förderung vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und Ländern sowie durch Spenden und projektbezogene Drittmittel.

Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina

Die Leopoldina ist eine weltweit vernetzte Gelehrtengesellschaft, die vom BMBF und dem Land Sachsen-Anhalt im Verhältnis 80:20 finanziert wird. Gegründet 1652, ist sie die älteste ununterbrochen existierende naturwissenschaftlich-medizinische Wissenschaftsakademie der Welt.. Mit zurzeit rund 1.500 Mitgliedern ist sie zudem die mitgliederstärkste der deutschen Gelehrtengesellschaften. Seit ihrer Ernennung zur Nationalen Akademie der Wissenschaften durch Bund und Länder im Rahmen der GWK im Jahr 2008 nimmt sie neue Aufgaben wahr. Sie bearbeitet unabhängig von wirtschaftlichen oder politischen Interessen Themen von weitreichender gesellschaftlicher Bedeutung basierend auf den Erkenntnissen exzellenter Forschung. Zu diesen Zukunftsthemen berät sie die Politik und vermittelt die Erkenntnisse der breiten Öffentlichkeit. Als Mitglied im weltweiten Akademienspektrum vertritt die Leopoldina die deutsche Wissenschaft auch international, zum Beispiel im Rahmen der Vorbereitung der G7- und G20-Gipfel.