Die Akademien der Wissenschaften / Akademienprogramm

Die deutschen Akademien der Wissenschaften sind in der Union der deutschen Akademien der Wissenschaften zusammengeschlossen. Das gemeinsame Akademienprogramm dient dazu, das kulturelle Erbe zu erschließen und zu bewahren.

Die Union der deutschen Akademien der Wissenschaften ist ein Zusammenschluss der acht deutschen Akademien der Wissenschaften:

  • Bayerische Akademie der Wissenschaften, München
  • Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, Berlin und Potsdam
  • Akademie der Wissenschaften zu Göttingen
  • Heidelberger Akademie der Wissenschaften
  • Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz
  • Nordrhein-Westfälische Akademie der Wissenschaften und der Künste, Düsseldorf
  • Sächsische Akademie der Wissenschaften, Leipzig
  • Akademie der Wissenschaften in Hamburg

Insgesamt sind in den Mitgliedakademien mehr als 1.900 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler verschiedener Fachrichtungen vereint. Sie gehören national und international zu den herausragenden Vertreterinnen und Vertretern ihrer Disziplinen. Gemeinsam engagieren sie sich für wissenschaftlichen Austausch, exzellente Forschung und Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses.

Das Akademienprogramm

Im Akademienprogramm arbeiten rund 900 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in 144 Projekten mit 199 Arbeitsstellen.

Die Union der deutschen Akademien der Wissenschaften koordiniert seit 1979/80 das Akademienprogramm – das größte kultur- und geisteswissenschaftliche Forschungsprogramm Deutschlands. Die Höhe des Akademienprogramms beträgt im Jahr 2016 wie auch schon im Vorjahr 62,9 Millionen Euro. Als Landeseinrichtungen wird aber der Grundhaushalt der Akademien der Wissenschaften allein vom jeweiligen Sitzland finanziert.

Die Unionsakademien beteiligen sich zudem unter der Leitung der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina und gemeinsam mit acatech, der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften, an der wichtigen Aufgabe einer wissenschaftsbasierten Gesellschafts- und Politikberatung.

Deutsche Akademie der Technikwissenschaften

Als Arbeitsakademie berät acatech Politik und Gesellschaft in technikwissenschaftlichen und technologiepolitischen Zukunftsfragen. Darüber hinaus hat es sich acatech zum Ziel gesetzt, den Wissenstransfer zwischen Wissenschaft und Wirtschaft zu unterstützen und den technikwissenschaftlichen Nachwuchs zu fördern. Zu den 468 Mitgliedern sowie 109 Senatorinnen und Senatoren der Akademie zählen herausragende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Unternehmen. acatech finanziert sich durch eine institutionelle Förderung von Bund (BMBF) und Ländern sowie durch Spenden und projektbezogene Drittmittel.

Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina

Die Leopoldina ist eine übernationale naturwissenschaftlich-medizinische Gelehrtengesellschaft, die vom Bund (BMBF) und dem Land Sachsen-Anhalt im Verhältnis 80:20 finanziert wird. Gegründet 1652, ist sie die weltälteste dauerhaft existierende naturforschende Akademie. Mit zurzeit rund 1.300 Mitgliedern ist sie zudem die mitgliederstärkste der deutschen Gelehrtengesellschaft. Wesentliche Aufgaben sind die Förderung der Wissenschaft, die interdisziplinäre Diskussion und Beratung wissenschaftlicher Erkenntnisse sowie deren Verbreitung. Die Leopoldina ist nicht Mitglied der Union der deutschen Akademien der Wissenschaften, arbeitet aber engt mit ihr zusammen.

Bund und Länder haben im Rahmen der GWK im Februar 2008 beschlossen, die Leopoldina zur Nationalen Akademie der Wissenschaften zu ernennen. Damit einher geht die Erwartung, dass die Leopoldina einerseits die deutschen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in internationalen Gremien mit einer Stimme vertritt (internationale Repräsentanz) und sich andererseits in die wissenschaftsbasierte Beratung von Gesellschaft und Politik einbringt.

Dazu arbeitet sie mit der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften (acatech), der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften und den Akademien der Länder zusammen und bezieht deren Expertise ein. Ein Koordinierungsgremium unter Beteiligung der genannten Akademien verständigt sich über die im Rahmen der wissenschaftsbasierten Politikberatung zu bearbeitenden Themen und setzt Arbeitsgruppen ein, die - gegebenenfalls unter Einbeziehung der Expertise weiterer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler - Stellungnahmen zu politisch und gesellschaftlich relevanten Fragestellungen erarbeiten.