Die Exzellenzstrategie

Mit der Exzellenzstrategie stärken Bund und Länder die universitäre Spitzenforschung. Gefördert werden Exzellenzcluster zu bestimmten Forschungsfeldern und Exzellenzuniversitäten als strategische Unterstützung herausragender Universitätsstandorte.

Die Karte zeigt die Standorte der Exzellenzuniversitäten und -cluster. © BMBF

Im Jahr 2016 haben sich Bund und Länder darauf verständigt, die Spitzenforschung an deutschen Universitäten mit einem neuen Förderprogramm dauerhaft zu unterstützen. Ziel ist dabei insbesondere, den deutschen Wissenschaftsstandort im internationalen Wettbewerb nachhaltig zu stärken und international sichtbarer zu machen. Die Förderung soll wissenschaftliche Spitzenleistungen ermöglichen, die Profile der Universitäten schärfen und zu noch stärkerer Vernetzung und Kooperation im Wissenschaftssystem anregen. So verbindet die Exzellenzstrategie die Förderung von Spitzenforschung mit langfristigen und strategischen Investitionen im Hochschulsystem.

Die Exzellenzstrategie baut dabei auf ihr Vorgängerprogramm auf – die Exzellenzinitiative der Jahre 2007 bis 2017. Diese hat zu herausragenden Forschungsleistungen beigetragen, hat  die Zusammenarbeit von Universitäten mit außeruniversitären Partnern gestärkt und zu einer zunehmenden Vernetzung deutscher Universitäten mit Hochschulen auf der ganzen Welt geführt. Diese Entwicklung findet weltweit Beachtung: Immer mehr Forscherinnen und Forscher zieht es aus dem Ausland nach Deutschland. Andere Länder haben eigene Programme nach dem Vorbild der Exzellenzinitiative ins Leben gerufen. Von der gewachsenen internationalen Sichtbarkeit profitiert die gesamte deutsche Hochschullandschaft. Diese positive Dynamik der vergangenen Jahre wird durch die  Exzellenzstrategie erhalten und ausgebaut.

Die Exzellenzstrategie besteht aus zwei Teilen, sogenannten Förderlinien: Den Exzellenzclustern und den Exzellenzuniversitäten.

Exzellenzcluster

Mit den „Exzellenzclustern“ werden international wettbewerbsfähige Forschungsfelder an Universitäten beziehungsweise Universitätsverbünden projektbezogen gefördert. In den Exzellenzclustern arbeiten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler verschiedener Disziplinen und Institutionen an einem Forschungsvorhaben zusammen. Die Förderung gibt ihnen die Möglichkeit, sich intensiv auf ihr Forschungsziel zu konzentrieren, wissenschaftliche Nachwuchskräfte auszubilden und internationale Spitzenkräfte zu rekrutieren. Universitäten mit Exzellenzclustern können außerdem eine „Universitätspauschale“ als Strategiezuschlag zur Stärkung ihrer Organisation und strategischen Ausrichtung beantragen.

Exzellenzcluster werden für die Dauer von sieben Jahren gefördert. Eine zweite Förderperiode von wiederum sieben Jahren ist möglich. Die Förderlinie wird regelmäßig alle sieben Jahre ausgeschrieben.

Exzellenzuniversitäten

Die Förderlinie „Exzellenzuniversität“ dient der Stärkung der Universitäten beziehungsweise eines Verbundes von Universitäten als Institution und dem Ausbau ihrer internationalen Spitzenstellung in der Forschung auf Basis erfolgreicher Exzellenzcluster. Um sich als Exzellenzuniversität bewerben zu können, müssen Universitäten daher mindestens zwei, als Universitätsverbünde mindestens drei Exzellenzcluster eingeworben haben. Exzellenzuniversitäten werden dauerhaft gefördert, müssen sich aber alle sieben Jahre einer Überprüfung der Fördervoraussetzungen stellen. Das heißt, die Exzellenzuniversitäten müssen regelmäßig alle sieben Jahre im Wettbewerb mit Neuanträgen die für die Förderung notwendige Anzahl von Exzellenzclustern erfolgreich neu einwerben.

Die Auswahl der Exzellenzcluster und Exzellenzuniversitäten geschieht auf Grundlage von rein wissenschaftsgeleiteten Auswahlverfahren. Diese Verfahren werden im Auftrag von Bund und Ländern von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Wissenschaftsrat durchgeführt.

Am 27. September 2018 sind die ersten Förderentscheidungen in der Exzellenzstrategie gefallen: Eine Kommission aus internationalen Expertinnen und Experten sowie den Wissenschaftsministerinnen und -ministern von Bund und Ländern hat 57 Exzellenzcluster für die Förderung ab dem 1. Januar 2019 ausgewählt. 

Universitäten, die in der ersten Förderlinie mit mindestens zwei oder im Verbund mit drei Exzellenzclustern erfolgreich waren, konnten sich in der zweiten Förderlinie um die Förderung als Exzellenzuniversität bewerben. Die Förderentscheidungen für die Exzellenzuniversitäten sind am 19. Juli 2019 gefallen. Ab November 2019 werden 10 Exzellenzuniversitäten und 1 Exzellenzverbund aus Mitteln der Exzellenzstrategie gefördert.

Bund und Länder stellen für die Exzellenzstrategie ab 2018 jährlich rund 533 Millionen Euro bereit. 75 Prozent der Mittel stammen vom Bund, 25 Prozent vom jeweiligen Sitzland des Exzellenzclusters bzw. der Exzellenzuniversität. Auf die Exzellenzcluster entfallen davon rund 385 Millionen Euro im Jahr. Die Exzellenzuniversitäten werden insgesamt mit rund 148 Millionen Euro jährlich gefördert.

Das Wichtigste im Überblick:

Was ist die Exzellenzstrategie?

Die Exzellenzstrategie ist ein Förderprogramm von Bund und Ländern zur nachhaltigen Stärkung der Spitzenforschung und der internationalen Wettbewerbsfähigkeit deutscher Universitäten, das 2016 in Nachfolge der Exzellenzinitiative beschlossen wurde. Solche Leuchttürme in der Forschung strahlen auf die gesamte Universitätslandschaft ab, so profitiert der Hochschul- und Forschungsstandort Deutschland auch in der Breite. Die Evaluation der Exzellenzinitiative hat diesen Effekt bestätigt. 

Was sind die Ziele der Exzellenzstrategie?

Die übergeordneten Ziele der Exzellenzstrategie sind:

  • Nachhaltige Stärkung des Wissenschaftsstandorts Deutschland durch Verbesserung seiner internationalen Wettbewerbsfähigkeit
  • Stärkung der Universitäten durch die Förderung wissenschaftlicher Spitzenleistungen, Profilbildungen und Kooperationen im Wissenschaftssystem
  • Ausbildung von Leistungsspitzen in der Forschung und die Anhebung der Qualität des Hochschul- und Wissenschaftsstandorts Deutschland in der Breite

Die Internationale Kommission zur Evaluation der Exzellenzinitiative (sog. Imboden-Kommission) war der einhelligen Meinung, das Nachfolgeprogramm der Exzellenzinitiative müsse deren zentrales Ziel, nämlich die Stärkung der Spitzenforschung in Deutschland und die Verbesserung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit der Universitäten als zentrale Träger des Forschungssystems noch konsequenter in den Fokus nehmen. Es dürfe im Hinblick auf die begrenzten Mittel seine Wirksamkeit nicht durch die Vermischung mit anderen Zielen schwächen, seien diese noch so berechtigt und dringend.

Wie viele Mittel stehen im Rahmen der Exzellenzstrategie zur Verfügung?

Für die Exzellenzstrategie stellen Bund und Länder ab 2018 jährlich insgesamt 533 Mio. Euro zur Verfügung, davon 385 Mio. Euro für die erste Förderlinie der Exzellenzcluster und 148 Mio. Euro für die zweite Förderlinie der Exzellenzuniversitäten. Die Mittel werden vom Bund und den jeweiligen Sitzländern im Verhältnis 75:25 getragen.

An wen richtet sich die Exzellenzstrategie?

Das übergeordnete Ziel der Exzellenzstrategie ist die Stärkung der Universitäten. Daher können nur eine einzelne Universität oder ein Verbund mehrerer Universitäten einen Antrag stellen. Weitere Kooperationspartner wie außeruniversitäre Forschungseinrichtungen, Fachhochschulen, Unternehmen und andere gesellschaftliche Akteure können aber selbstverständlich einbezogen werden.

Was ist ein Verbund im Sinne der Exzellenzstrategie?

In einem Verbund stellen mehrere Universitäten gemeinsam einen Antrag, um in einer kooperativen Struktur exzellente Forschung voranzubringen. Die sichtbare und schon bisher gelebte übergreifende Zusammenarbeit, die Synergien sowie der wissenschaftliche und strukturelle Mehrwert müssen für jede am Verbund beteiligte Universität deutlich erkennbar sein. Die institutionell nachhaltige strategische Zusammenarbeit muss in einem verbindlichen, expliziten Regelwerk festgelegt sein. Diese Aspekte werden im Rahmen der wissenschaftlichen Begutachtung beurteilt.

Wie erfolgt die Antragstellung?

Antragsteller und Empfänger der Fördermittel sind Universitäten bzw. Universitätsverbünde, jeweils vertreten durch ihre Leitung. Die Antragsberechtigung besteht jeweils für ein oder mehrere Exzellenzcluster und zusätzlich für einen Antrag als Exzellenzuniversität. Anträge sind über die für Wissenschaft zuständigen Behörden der Länder für Exzellenzcluster an die Deutsche Forschungsgemeinschaft e.V. (DFG), für Exzellenzuniversitäten an den Wissenschaftsrat zu richten.

Was wird gefördert?

Es werden wissenschaftsbezogene Aktivitäten in den beiden Förderlinien „Exzellenzcluster“ und „Exzellenzuniversitäten“ gefördert. In den Exzellenzclustern werden international wettbewerbsfähige Forschungsfelder an Universitäten bzw. Universitätsverbünden projektbezogen gefördert. Die Förderlinie der Exzellenzuniversitäten dient der institutionellen Stärkung der Universitäten bzw. eines Verbunds von Universitäten und dem Ausbau ihrer internationalen Spitzenstellung in der Forschung. Hier erfolgt eine dauerhafte Förderung. Voraussetzung einer Förderung als Exzellenzuniversität ist die Förderung von mindestens zwei Exzellenzclustern (bei Universitätsverbünden mindestens drei).

Was wird bewertet?

Auf der Grundlage herausragender wissenschaftlicher Vorleistungen im internationalen Maßstab sollen Perspektiven zu Entwicklung und Erhalt international wettbewerbsfähiger exzellenter Spitzenforschung einschließlich der Förderung der nächsten Wissenschaftsgeneration bewertet werden. Bewertungsgrundlage ist in beiden Förderlinien eine Stärken-Schwächen-Analyse, die Aussagen zu inhaltlicher Schwerpunktsetzung in der Forschung und zu den weiteren Leistungsdimensionen Lehre, Forschungsinfrastrukturen sowie Ideen- und Wissenstransfer beinhaltet.

Was ist ein wissenschaftsgeleitetes Verfahren?

Ein wissenschaftsgeleitetes Auswahlverfahren steht für eine Bestenauslese auf Grund der wissenschaftlichen Qualität. Es erfolgt eine wissenschaftliche Begutachtung durch international ausgewiesene Sachverständige mit den erforderlichen fachlichen Kompetenzen. Dabei müssen die Grundsätze guter wissenschaftlicher Praxis und Befangenheitsregeln berücksichtigt werden. Auswahlkriterien und die Regeln des Wettbewerbs müssen transparent und nachvollziehbar sein. Die DFG führt das wissenschaftsgeleitete Verfahren für die Förderlinie der Exzellenzcluster, der Wissenschaftsrat das Verfahren für die Förderlinie der Exzellenzuniversitäten durch. Insgesamt haben an der wissenschaftlichen Begutachtung in der Förderlinie der Exzellenzcluster über 600 und in der Förderlinie der Exzellenzuniversitäten über 200 internationale Expertinnen und Experten teilgenommen, davon mehr als 90 Prozent aus dem Ausland. 

Wie sieht das Expertengremium aus?

Das Expertengremium besteht aus insgesamt 39 in der Forschung auf verschiedenen Wissenschaftsgebieten ausgewiesenen Expertinnen und Experten, die über langjährige Erfahrungen im Ausland, im Hochschulmanagement, in der Lehre oder in der Wirtschaft verfügen. Seine Mitglieder werden vom Senat der DFG und von der Wissenschaftlichen Kommission des Wissenschaftsrats gemeinsam vorgeschlagen und von der GWK ernannt. Der oder die Vorsitzende des Wissenschaftsrats und der Präsident oder die Präsidentin der DFG gehören dem Expertengremium ohne Stimmrecht an und führen den Vorsitz.

Welche Aufgaben hat das Expertengremium?

Zu den Aufgaben des Expertengremiums gehören insbesondere

  • die Festlegung der Förderbedingungen unter Berücksichtigung der in der Verwaltungsvereinbarung enthaltenen Kriterien,
  • die Bewertung der Skizzen für Exzellenzcluster auf der Grundlage
    (fach-)wissenschaftlicher Begutachtungen und die Entscheidung über die zur Antragstellung berechtigenden Skizzen,
  • die Bewertung der Anträge für Exzellenzcluster und Exzellenzuniversitäten auf der Grundlage (fach-)wissenschaftlicher Begutachtungen,
  • die Förderempfehlungen für die Exzellenzkommission,
  • die Bewertung der Ergebnisse der Evaluation der Exzellenzuniversitäten,
  • die Berichterstattung über das Programm an die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz.

Wie sieht die Exzellenzkommission aus?

Die Exzellenzkommission besteht aus dem Expertengremium und den für Wissenschaft zuständigen Ministerinnen und Ministern des Bundes und der Länder. Der Vorsitz des Expertengremiums führt auch den Vorsitz in der Exzellenzkommission.

Wer trifft die finale Förderentscheidung?

Die Exzellenzkommission entscheidet auf Basis der Empfehlungen des Expertengremiums über die Förderung von Exzellenzclustern und Exzellenzuniversitäten in einem wissenschaftsgeleiteten Verfahren. Die stimmberechtigten Mitglieder des Expertengremiums entscheiden mit einfacher Mehrheit der abgegebenen Stimmen. In der Exzellenzkommission führen die stimmberechtigten Mitglieder des Expertengremiums und die Ministerinnen und Minister der Länder jeweils eine Stimme, die Bundesministerin oder der Bundesminister führt sechzehn Stimmen. Das entspricht 39 Stimmen für das Expertengremium und 32 Stimmen für die staatlichen Vertreterinnen und Vertreter. Damit liegt die Stimmenmehrheit in der Exzellenzkommission bei der Wissenschaft.

Nach welchem Abstimmungsmodus wird die finale Förderentscheidung getroffen?

Für Entscheidungen über Exzellenzcluster ist die einfache Mehrheit der abgegebenen Stimmen erforderlich. Für Entscheidungen über Exzellenzuniversitäten sind eine einfache Mehrheit der abgegebenen Stimmen der Mitglieder des Expertengremiums sowie eine Mehrheit von mindestens 25 Stimmen der Ministerinnen und Minister des Bundes und der Länder erforderlich.

Was ist ein Exzellenzcluster?

In den Exzellenzclustern werden international wettbewerbsfähige Forschungsfelder an Universitäten bzw. Universitätsverbünden projektbezogen gefördert.

Wie viele Mittel stehen für Exzellenzcluster und Universitätspauschale zur Verfügung?

Der überwiegende Teil der Fördermittel in der Exzellenzstrategie steht für Exzellenzcluster und für die Universitätspauschale zur Verfügung. Insgesamt stellen Bund und Länder jährlich rund 385 Mio. Euro in Form einer zeitlich befristeten Projektförderung der DFG zur Verfügung. Dieser Betrag beinhaltet auch eine Programmpauschale in Höhe von 22 vom Hundert der direkten Projektmittel eines Exzellenzclusters.

Welche Förderkriterien sollen Exzellenzcluster erfüllen?

Exzellenzcluster müssen

  • Exzellenz der Forschung und der beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im jeweiligen thematischen Forschungsfeld;
  • Wissenschaftliche Exzellenz und Kohärenz des Forschungskonzepts zur Entwicklung des thematischen Forschungsfelds, zur interdisziplinären Zusammenarbeit und zur internationalen Vernetzung;
  • Besonderheit, Originalität und Risikobereitschaft der Forschung;
  • Kohärenz und Qualität der Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses;
  • Qualität der Konzepte zur professionellen Personalentwicklung und zur Chancengleichheit in der Wissenschaft;
  • Qualität des strategischen Entwicklungskonzepts zur Organisation und Weiterentwicklung des Exzellenzclusters (Governance) und Passfähigkeit dieser Entwicklungsstrategie zu derjenigen der Universität bzw. des Verbunds;
  • ggf. Leistungsfähigkeit der beteiligten Partner und Kohärenz sowie Qualität des Kooperationskonzepts auf Basis verbindlicher Vereinbarungen;
  • ggf. Qualität der beantragten Maßnahmen zur forschungsorientierten Lehre im thematischen Forschungsfeld (mit besonderem Fokus auf die Vermittlung guter wissenschaftlicher Praxis);
  • ggf. Qualität der beantragten Maßnahmen zum Ideen- und Wissenstransfer;
  • ggf. Qualität der beantragten Maßnahmen zur Nutzung von Forschungsinfrastrukturen

nachweisen.

Das Expertengremium hat in seiner konstituierenden Sitzung am 20./21. September 2016 über die konkrete Ausgestaltung entschieden, die anschließend durch die DFG veröffentlicht wurde (inkl. Bewerbungsfristen).

Wie werden die Anträge auf Exzellenzcluster begutachtet?

Die DFG veröffentlicht regelmäßig alle sieben Jahre eine offene Ausschreibung für Exzellenzcluster. Die Ausschreibung erfolgt für neue Exzellenzcluster zweistufig (Antragsskizzen und Vollanträge), zur Fortsetzung eines Exzellenzclusters einstufig (nur Vollanträge). Zunächst werden Skizzen in fachlichen Panels begutachtet. Auf dieser Basis entscheidet das Expertengremium, in welchen Fällen Vollanträge für Exzellenzcluster vorgelegt werden sollen. Vollanträge für neue Exzellenzcluster und für Exzellenzcluster zur Fortsetzung werden ebenfalls in fachlichen Panels begutachtet. Das Expertengremium gibt zu den Neu- und Fortsetzungsanträgen eine Empfehlung auf der Grundlage wissenschaftlicher Begutachtungen ab. Die Exzellenzkommission entscheidet auf der Grundlage dieser Empfehlungen über die Anträge.

Wie viele Exzellenzcluster werden aktuell gefördert?

Das mit international anerkannten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern besetzte Expertengremium hat am 28. September 2017 insgesamt 88 Projekte aus 195 Skizzen für Exzellenzcluster ausgewählt. Nach erneuter wissenschaftlicher Begutachtung hat die Exzellenzkommission am 27. September 2018 insgesamt 57 Anträge von 34 Universitäten zur Förderung für sieben Jahre ab dem 01. Januar 2019 ausgewählt. Eine interaktive Karte mit den laufenden Exzellenzclustern findet sich unter www.dfg.de/exzellenzstrategie/exu-karte/

Wie lange können Exzellenzcluster gefördert werden?

Die jeweilige Förderlaufzeit für Exzellenzcluster beträgt grundsätzlich zweimal sieben Jahre; Neuanträge sind möglich, sie können auch im selben thematischen Forschungsfeld angesiedelt sein.

Was ist die Universitätspauschale?

Die Universitätspauschale ist ein Strategiezuschlag, den Universitäten mit Exzellenzclustern zur Stärkung ihrer Governance und strategischen Ausrichtung durch die Universitätsleitung erhalten können.

Wie kann eine Universität die Universitätspauschale erhalten?

Nur Universitäten, die erfolgreich ein oder mehrere Exzellenzcluster eingeworben haben, können die Universitätspauschale erhalten. Die Universitätsleitung muss dazu bereits dem Antrag auf Förderung eines Exzellenzclusters eine schlanke Darstellung der universitären strategischen Ziele beifügen, welche im Rahmen der fachlichen Begutachtung der Exzellenzcluster auf ihre Plausibilität hin überprüft wird.

Wie hoch ist die Universitätspauschale, die eine Universität erhalten kann?

Die Universitätspauschale pro Exzellenzcluster beträgt jährlich 1 Mio. Euro. Sind an einer Universität mehrere Exzellenzcluster angesiedelt, so beträgt die Universitätspauschale jährlich 1 Mio. Euro für das erste Exzellenzcluster, 750.000 Euro für das zweite und 500.000 Euro für jedes weitere Exzellenzcluster.

Kann auch ein Verbund von Universitäten die Universitätspauschale erhalten?

Ja, im Falle eines Universitätsverbundes wird die Universitätspauschale pro Exzellenzcluster anteilig auf die Verbundpartner verteilt.

Kann auch eine Exzellenzuniversität eine Universitätspauschale erhalten?

Nein, im Falle einer Förderung als Exzellenzuniversität gilt die Universitätspauschale als abgegolten und entfällt.

Was ist eine Exzellenzuniversität?

Die Förderlinie der Exzellenzuniversitäten dient der institutionellen Stärkung der Universitäten bzw. eines Verbunds von Universitäten und dem Ausbau ihrer internationalen Spitzenstellung in der Forschung. Voraussetzung für die Förderung als Exzellenzuniversität ist die Förderung von mindestens zwei Exzellenzclustern (bei Universitätsverbünden mindestens drei).

Wie viele Mittel stehen für die Exzellenzuniversitäten zur Verfügung?

Ab 2019 stellen Bund und Länder für die Förderung jährlich insgesamt rund 148 Mio. Euro für elf Förderfälle zur Verfügung. Für Exzellenzuniversitäten werden antragsabhängige Förderhöhen von jährlich 10 bis 15 Mio. Euro für Anträge einzelner Universitäten und 15 bis 28 Mio. Euro für Universitätsverbünde veranschlagt. Die Mittel werden vom Bund und den jeweiligen Sitzländern im Verhältnis 75:25 getragen. 

Wann kann eine Universität sich als Exzellenzuniversität bewerben?

Nach der Entscheidung über die Exzellenzcluster erfolgt zeitlich versetzt das Auswahl- und Entscheidungsverfahren für die Exzellenzuniversitäten. Denn die Förderung als Exzellenzuniversität setzt die Förderung von mindestens zwei Exzellenzclustern an derselben Universität voraus. Bei Verbünden mehrerer Universitäten erhöht sich die Zahl der erforderlichen Exzellenzcluster auf mindestens drei, wobei jede der am Verbund beteiligten Universitäten über mindestens ein Exzellenzcluster verfügen oder an einem gemeinsamen Exzellenzcluster beteiligt sein muss. Exzellenzcluster, die im Rahmen eines Universitätsverbundes gefördert werden, werden jeder der am Verbund beteiligten Universitäten als Fördervoraussetzung für eine Exzellenzuniversität angerechnet.

Welche Förderkriterien müssen Exzellenzuniversitäten erfüllen?

Für Exzellenzuniversitäten gelten folgende übergreifende Kriterien:

  • Bisherige exzellente Forschungsleistungen der antragstellenden Universität bzw. des Verbundes, die nach Parametern der wissenschaftlichen Leistungsfähigkeit unter transparenter Einbeziehung von vorliegenden statistischen Daten (z.B. Drittmittel, Forschungspreise, DFG-Förderatlas, Leistungen in den bisherigen Runden der Exzellenzinitiative) im Rahmen der Begutachtung bewertet werden;
  • Kohärenz und Qualität eines strategischen institutionenbezogenen Gesamtkonzepts mit Aussagen u.a.
    • zur Governance der Universität bzw. zwischen den beteiligten Partnern,
    • zu forschungsorientierter Lehre,
    • zur Nutzung von Forschungsinfrastrukturen,
    • zur Anziehungskraft für weltweit führende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im Rahmen einer ggf. gemeinsamen Berufungs- bzw. Personalgewinnungsstrategie,
    • zu Personalentwicklung und Chancengleichheit.
  • Weitere Kriterien sind:
    • Struktureller Mehrwert und institutioneller Reifegrad;
    • Vorhandensein einer für den weiteren Ausbau der Spitzenforschung auf internationalem Niveau notwendigen kritischen Masse;
    • Qualität des Konzepts zur dauerhaften Erneuerungsfähigkeit und zum Erhalt der Innovationskraft der Exzellenzuniversität;
    • internationale Spitzenstellung und Sichtbarkeit, internationale Vernetzung, überregionale Bedeutung der Exzellenzuniversität.

Wie wird die Förderentscheidung vorbereitet und wer trifft sie?

Das Expertengremium mit insgesamt 39 ausgewiesenen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern gibt zu den Anträgen eine Empfehlung auf der Grundlage wissenschaftlicher Begutachtungen ab. Die Exzellenzkommission entscheidet auf der Grundlage dieser Empfehlungen über die Anträge. Dabei legt sie auch die Höhe der dauerhaften Förderung pro Exzellenzuniversität fest. 

Welche elf Exzellenzuniversitäten werden aktuell gefördert?

 Am 19. Juli hat die Expertenkommission auf Basis eines wissenschaftsgeleiteten Auswahlverfahrens die finale Förderentscheidung verkündet und zehn Universitäten sowie einen Universitätsverbund ausgewählt, die ab dem 01. November 2019 dauerhaft als Exzellenzuniversität gefördert werden: 

  • die Rheinisch-Westfälische Technische Universität Aachen,
  • der Berliner Verbund aus Freier Universität, Humboldt-Universität und Technischer Universität.
  • die Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn,
  • die Technische Universität Dresden,
  • die Universität Hamburg,
  • die Universität Heidelberg,
  • das Karlsruher Institut für Technologie,
  • die Universität Konstanz,
  • die Ludwig-Maximilians-Universität München,
  • die Technische Universität München,
  • die Eberhard Karls Universität Tübingen

Eine interaktive Karte mit den geförderten Exzellenzuniversitäten findet sich unter www.dfg.de/exzellenzstrategie/exu-karte/

Wie sah das wissenschaftsgeleitete Auswahlverfahren aus?

Zwischen Januar und Mai 2019 wurden Ortsbesuche bei den 17 Einzeluniversitäten und 2 Verbünden durchgeführt. Es waren jeweils ca. 12 (Einzeluniversitäten) bzw. 14 (Verbünde) wissenschaftliche Gutachtende und jeweils 4 Mitglieder des Expertengremiums anwesend. Der Wissenschaftsrat hat zusammen mit den jeweiligen Gutachtenden und den anwesenden Mitgliedern des Expertengremiums eine englischsprachige Zusammenfassung der Bewertung erstellt, die Grundlage für die deutschsprachigen Begutachtungsberichte war. Anschließend hat das Expertengremium mit insgesamt 39 ausgewiesenen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern auf der Grundlage der wissenschaftlichen Bewertung eine vergleichende Bewertung der Anträge vorgenommen und der Expertenkommission einen Entscheidungsvorschlag vorgelegt. Auf dieser Grundlage hat die Exzellenzkommission die finale Förderentscheidung getroffen. 

Kann eine Exzellenzuniversität aus der dauerhaften Förderung wieder ausscheiden?

Exzellenzuniversitäten werden regelmäßig alle sieben Jahre einer Evaluation mit selektivem Charakter unterzogen, die vom Wissenschaftsrat organisiert und vom Expertengremium bewertet wird. Dabei wird insbesondere geprüft, ob die Voraussetzungen einer gemeinsamen Förderung weiterhin gegeben sind, d.h. alle sieben Jahre müssen sich die Exzellenzuniversitäten

  • mit mind. zwei bzw. drei Exzellenzclustern im gemeinsamen und offenen Wettbewerb der ersten Förderlinie erneut durchsetzen und
  • einer Evaluation durch unabhängige externe Experten, organisiert vom Wissenschaftsrat, unterziehen. Dabei wird überprüft, ob die übergreifenden Förderkriterien weiterhin erfüllt werden.

Das Ergebnis der Evaluation wird der Exzellenzkommission vorgelegt. Sind die Voraussetzungen einer gemeinsamen Förderung weiterhin erfüllt, wird die gemeinsame Förderung fortgesetzt. Kommt die Evaluation zu einem negativen Ergebnis, so scheidet die Universität bzw. der Universitätsverbund mit einer degressiven, auf höchstens drei Jahre begrenzten Auslauffinanzierung aus der gemeinsamen Förderung aus.

Gibt es in Zukunft erneut die Chance, Exzellenzuniversität zu werden?

Ja, denn die Bundeskanzlerin und die Regierungschefinnen und Regierungschefs der Länder haben bereits am 16. Juni 2016 eine zweite Auswahlrunde 2026 für vier neue Anträge beschlossen. Falls nach der ersten Evaluation in 2025 weniger als vier Exzellenzuniversitäten aus der dauerhaften gemeinsamen Förderung ausscheiden, wird durch die einmalige Erhöhung der Zahl der Förderfälle sichergestellt, dass bei Erfolg im wettbewerblichen Verfahren vier neue Exzellenzuniversitäten in die Förderung aufgenommen werden können. Unabhängig davon gilt: Scheidet eine Universität bzw. ein Verbund aus der dauerhaften gemeinsamen Förderung aus oder werden Mittel anderweitig verfügbar, so beschließt die Exzellenzkommission eine Ausschreibung durch den Wissenschaftsrat für Neuanträge. 

Sollen mit den Exzellenzuniversitäten Bundesuniversitäten gekürt werden?

Nein, es sollen keine „Bundesuniversitäten“ gekürt werden. Es geht darum, dass der Bund exzellente Universitäten nicht nur zeitlich befristet, sondern auch dauerhaft fördert! Mehr Dauerstellen, bessere Karriereperspektiven für junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Zeit zum Forschen, Vertrauen in die Qualität der Forschungsleistung – genau das wird erst durch eine dauerhafte Förderung möglich. Die föderale Grundordnung und damit die primäre Verantwortung der Länder für die Grundfinanzierung der Hochschulen insgesamt ist davon jedoch nicht betroffen.

Führen die Exzellenzuniversitäten zu einer dauerhaften Festlegung von Strukturen?

Erfolgreiche Strukturen in den Universitäten, die in sich einen permanenten Anreiz zur wissenschaftlichen Erneuerungsfähigkeit und zum Streben nach akademischer Exzellenz tragen, sollten zum Wohle des Hochschulstandortes Deutschland von Dauer sein. Genau deshalb haben Bund und alle Länder bereits im Dezember 2014 beschlossen, dass die neuen verfassungsrechtlichen Gestaltungsspielräume in der Nachfolge der Exzellenzinitiative genutzt werden. Zum ersten Mal überhaupt im deutschen Wissenschaftssystem wird bei den Exzellenzuniversitäten eine dauerhafte Förderzusage in der gemeinsamen Finanzierung von Bund und Länder an gleich zwei dynamisierende Faktoren – Erfolg im wettbewerblichen Verfahren um Exzellenzcluster und eine regelmäßige positive Evaluation als Exzellenzuniversität durch externe Experten - gebunden.

Sind kleine und mittlere Universitäten oder Disziplinen im Nachteil?

Nein, es gab und gibt von staatlicher Seite keinerlei Intention, bestimmte Disziplinen, Größen oder Kooperationsformen zu bevorteilen oder zu benachteiligen. In der Exzellenzstrategie haben Bund und Länder für die Exzellenzcluster und Exzellenzuniversitäten Förderbrandbreiten von antragsabhängigen Förderhöhen veranschlagt, die auch kleinere Anträge ermöglichen sollen. Die GWK hat DFG und Wissenschaftsrat ausdrücklich darum gebeten, im gesamten Verfahren darauf hinzuwirken, dass die Bandbreite der Förderhöhen ausgeschöpft wird. Die 57 geförderten Exzellenzcluster decken eine Bandbreite von 5 bis 10 Mio. Euro ab. Die Größe der geförderten Exzellenzuniversitäten variiert 2017 zwischen 10.600 Studierenden (Universität Konstanz) und 45.300 Studierenden (LMU München). 

Warum überhaupt Spitzenforschung an Hochschulen fördern?

International sichtbare Spitzenforschung - nicht nur in den Max Planck Instituten, sondern wegen ihrer besonderen Bedeutung im Wissenschaftssystem auch an Universitäten - ist für die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands entscheidend. Spitzenforschung an Hochschulen ist eine Daueraufgabe, der sich Bund und Länder gemeinsam stellen. Deshalb ist die Vereinbarung zur Förderung der universitären Spitzenforschung von der Bundeskanzlerin und den Regierungschefs der Länder am 16. Juni 2016 auf unbestimmte Zeit beschlossen worden.

Führt die Exzellenzstrategie zu einem Ungleichgewicht zwischen Forschung und Lehre?

Die Bundesregierung unterstützt Forschung und Lehre mit jeweils zielgerichteten Maßnahmen. Für die universitäre Spitzenforschung wurde die Exzellenzinitiative vor über 10 Jahren ins Leben gerufen. Denn der Wettbewerb um Reputation und internationale Sichtbarkeit in der Wissenschaft wird überwiegend auf dem Feld der Forschung ausgetragen. Deutschland braucht deshalb international anerkannte Forschungsleistung, um den Hochschul- und Wissenschaftsstandort insgesamt attraktiv zu machen.

Eine gute Ausbildung von jungen Menschen brauchen wir überall in unserem Land. Die Zukunftsfähigkeit unserer Gesellschaft beruht wesentlich auf dem geistigen Potenzial und den Ressourcen der jungen Generation. Um dies zu erreichen, bedarf es passender Förderinstrumente, die eine Vielfalt an qualitativ hochwertigen Bildungsangeboten ermöglichen. Mit dem „Zukunftsvertrag Studium und Lehre stärken“, dem Nachfolgeprogramm des Hochschulpakts, verbessern Bund und Länder deshalb gemeinsam und dauerhaft die Qualität von Studium und Lehre und stellen ein angemessenes Studienangebot sicher. Mit der Vereinbarung „Innovation in der Hochschullehre“, die den Qualitätspakt Lehre ersetzt, wird die Erneuerungsfähigkeit der Hochschullehre und ihre Sichtbarkeit und Bedeutung gestärkt. Erstmals wird dadurch die Förderung innovativer Lehre institutionell verankert. In beide Programme zusammen investiert alleine der Bund dauerhaft über 2 Mrd. Euro im Jahr. 

Was haben eigentlich die Studierenden von der Exzellenzstrategie?

Alle Hochschulen profitieren, wenn Deutschland als international wettbewerbsfähiger und herausragender Wissenschaftsstandort wahrgenommen wird. Zusätzlich finanzierte Stellen bedeuten in der Regel auch ein zusätzliches Lehrangebot für Studierende. Die Exzellenzstrategie enthält zudem differenzierte Fördermöglichkeiten, welche die Universitäten in der Ausbildung fachlicher und strategischer Profile unterstützen sollen, die neben der Forschung auch akzessorische Leistungsbereiche wie z.B. die forschungsorientierte Lehre einbeziehen können.