Die Förderinitiative Berufsbildung International

Das Bundesbildungsministerium fördert deutsche Berufsbildungsdienstleister im Ausland: Bildungsanbieter werden bei ihren ersten Schritten auf dynamischen Auslandsmärkten mit hoher Fachkräftenachfrage unterstützt und wissenschaftlich begleitet.

Paneldiskussion bei der Auftaktveranstaltung zur BMBF-Förderinitiative „Internationalisierung der Berufsbildung“ im November 2017 in Köln. © 2017 - Miriam Hisom

Auf der ganzen Welt werden Bildung und Wissen als Motor für Innovationen, wirtschaftliches Wachstum und Wohlstand anerkannt. Viele Länder sind aber innerhalb ihrer eigenen Bildungssysteme nicht in der Lage, den bestehenden und noch wachsenden Qualifizierungsbedarf auf hohem Niveau zu decken.

Mit der Förderinitiative „Förderung der Internationalisierung der Berufsbildung“, kurz „Berufsbildung International“, unterstützt das Bundesministerium für Bildung und Forschung deutsche Aus- und Weiterbildungsanbieter dabei, diesen dynamisch wachsenden, internationalen Markt in zahlreichen Regionen der Welt zu erschließen. Die Nachfrage und damit das Potenzial internationaler Bildungsmärkte sind enorm, insbesondere in der Berufsbildung. Für Deutschland bietet diese Situation viele Chancen für Dienstleistungen deutscher Anbieter in der Aus- und Weiterbildung.

Gut ausgebildete Fachkräfte sind aber auch eine Erfolgsbedingung für das Engagement deutscher Unternehmen im Ausland. Sie sind mit Niederlassungen, Tochtergesellschaften oder Joint Ventures im Ausland aktiv und stellen vielerorts einen Mangel an gut ausgebildeten Fachkräften fest. Zugleich kann der Zugang zu Auslandsmärkten für deutsche Dienstleistungen und Produkte nur gelingen, wenn die Arbeitsmärkte vor Ort die erforderlichen beruflichen Fähigkeiten für Produktion, Vertrieb, Beratung und Wartung mitbringen.

Berufsbildung in der ganzen Welt

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Seit Juni 2017 werden die ersten Projektverbünde der Förderinitiative „Berufsbildung International“ gefördert. In Serbien steigen beispielsweise die Investitionen aus dem Ausland – auch von deutschen Unternehmen – nach der erfolgreichen Stabilisierung der politischen und wirtschaftlichen Situation der letzten Jahre stark an. Neben der demografischen Entwicklung und der Auswanderung vieler junger Menschen wurde auch das verschulte Ausbildungssystem als hemmender Faktor erkannt. Vor diesem Hintergrund wurde das Projekt „Duale Berufsschule Serbien“ ins Leben gerufen. Es soll in enger Abstimmung mit lokalen Partnern wesentliche Bestandteile der dualen Ausbildung in Serbien etablieren und dazu beitragen, dass der Wirtschaftsstandort Serbien als Produktions- und Absatzstandort weiter wächst. Weitere Projekte sollen zunächst innovative Lerndienstleistungen in Südkorea, Griechenland, Kasachstan, Brasilien, China, Iran, Tunesien und Mexiko entwickeln und erproben; weitere Länder werden kontinuierlich hinzukommen.

Internationale Berufsbildung - wissenschaftlich begleitet

Die Berufsbildungsforschung hat in Deutschland einen bedeutenden Stellenwert für das deutsche Berufsbildungssystem. Darüber hinaus befassen sich Hochschulen und andere Forschungseinrichtungen auch mit der Erforschung von internationalen Berufsbildungskooperationen. Eine eigene Förderrichtlinie des Bundesministeriums für Bildung und Forschung soll daher die „Forschung zur Internationalisierung der Berufsbildung“ stärken. Ziel ist es, die Voraussetzungen für erfolgreiche internationale Berufsbildungszusammenarbeit zu erkennen und daraus Handlungsempfehlungen für innovative internationale Berufsbildungsaktivitäten zu entwickeln. Die Evaluations-, Forschungs- und Vernetzungsaktivitäten der geförderten Projekte sollen die strategische Weiterentwicklung der Förderaktivitäten des BMBF zur Internationalisierung der Berufsbildung unterstützen.