Die Förderung kleiner Unternehmen im Blick

Die Medizintechnikbranche ist ein zentraler Wachstumsmotor unserer Wirtschaft. Damit das so bleibt, stärkt das Bundesforschungsministerium die Innovationskraft kleiner Unternehmen. Ein Gastbeitrag von Ministerin Wanka im Hochschulanzeiger der FAZ.

Vom Röntgengerät bis zum Herzschrittmacher, von Prothesen bis zur Dialysemaschine: Die Medizintechnik leistet einen unverzichtbaren Beitrag für unsere Gesundheitsversorgung. Wie aber können wir sicherstellen, dass wir das Potenzial der Digitalisierung ausschöpfen und die Prävention, Diagnose und Therapie von Krankheiten zukünftig weiter verbessern? Anwendungsfelder sind Roboter im Operationssaal, in der Rehabilitation und in der Pflege, oder der Ersatz verletzter Körperfunktionen oder Organe durch intelligente Implantate. Bereits heute ist absehbar, dass smarte Medical-Apps ihren Nutzern und Ärzten wichtige Informationen zum Gesundheitszustand an die Hand geben. Wie können wir dazu beitragen, dass Digital Health nicht nur ein schönes Schlagwort bleibt, sondern Realität im medizinischen Alltag wird?

Die Förderung der Medizintechnik-Branche durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) adressiert alle diese Anwendungsfelder. Mit dem Fachprogramm Medizintechnik verfolgen wir das Ziel, den richtigen Rahmen für Innovationen zu schaffen. Nur auf diese Weise kann die Medizintechnik-Branche in Deutschland ein zentraler Wachstumsmotor für unsere Wirtschaft bleiben. Schon heute erzielen deutsche Unternehmen rund 28 Milliarden Euro Umsatz im Jahr und beschäftigen mehr als 135.000 Menschen. Zahlreiche der rund 1.200 kleinen und mittleren deutschen Firmen sind zudem Weltmarktführer in ihrem Bereich. Gerade hier haben Forschung und Entwicklung einen hohen Stellenwert– für uns Grund genug, dass wir deren Innovationskraft weiter stärken wollen.

Wir wollen Wissenschaft und Wirtschaft darin unterstützen, neue Medizinprodukte für den Versorgungsalltag zum Wohle der Patientinnen und Patienten zu entwickeln. Dabei ist auch zu entscheiden, wie viel Automatisierung und Robotik wir uns leisten wollen und können, wie kompliziert Geräte sein dürfen, damit sie fehlerfrei bedient werden können.

Aber die beste Technik wäre nichts ohne die Menschen, die sie entwickeln, die sie einsetzen und täglich nutzen. Im Mittelpunkt des Fachprogramms steht daher eine bessere Zusammenarbeit aller relevanten Akteure – von den Ingenieuren und IT-Experten im Unternehmen über die Ärzte in der Klinik bis hin zum Personal in der Pflege. Gemeinsam können sie bedarfsgerechte Innovationen entwickeln.

Klar ist aber auch: Der Nachwuchs ist unser Garant dafür, dass wir mit dem Wandel Schritt halten können. Der rasante Fortschritt in der Miniaturisierung, Automatisierung oder Digitalisierung erfordert besondere Kompetenzen. Wir brauchen bestmöglich qualifizierte akademische Talente, die fachübergreifend denken können. Es gilt, die Hightech-Lösungen intelligent in der Praxis umzusetzen. Die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses – über die verschiedenen Disziplinen hinweg – steht bei uns im BMBF daher ganz oben auf der Agenda. Die besten Köpfe werden uns helfen, auch künftig Weltmarktführer in der Medizintechnik zu sein. Ich würde mich freuen, wenn Sie dabei sind!