Die Palästinensischen Autonomiegebiete

Mit der Intensivierung der Beziehungen zu den palästinensischen Gebieten unterstützt die Bundesregierung die sogenannte „Zwei-Staaten-Lösung“. 2014 vereinbarten das BMBF und sein palästinensisches Pendant eine Zusammenarbeit auf ministerieller Ebene.

Das BMBF verfolgt mit dem Aufbau der Kooperation mit den palästinensischen Gebieten das Ziel, insbesondere Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler zu fördern und so zum Kapazitätsaufbau beizutragen. Zudem soll die Wissenschaftsdiplomatie („Science Diplomacy“) trotz schwieriger politischer Rahmenbedingungen zum staatenübergreifenden Austausch, der staatenübergreifenden Vernetzung von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern und zur Stabilisierung der politischen Lage beitragen.

Von Jerusalem nach Jülich und zurück - Gemeinsame Master- und Doktorandenausbildung

Um Forschungsschwerpunkte von gemeinsamem Interesse zu identifizieren und zu diskutieren, organisierten das BMBF sowie das palästinensische Partnerministerium 2011 einen ersten gemeinsamen Workshop in Ramallah. Daraus haben sich fachbezogene institutionelle Partnerschaften ergeben – unter anderem zwischen dem Forschungszentrum Jülich und der Al-Quds University in Ostjerusalem. Beide Seiten arbeiten seit 2012 aktiv in der Master- und Doktorandenausbildung in den Naturwissenschaften zusammen. Dieser erfolgreiche Ansatz konnte im November 2016 im Rahmen des BMBF-geförderten Vorhaben „Palestinian-German Science Bridge (PGSB)“ mit der Palästinensischen Akademie der Wissenschaften und Technologie (PALAST) als koordinierende Partnerorganisation auf alle interessierten palästinensischen Universitäten übertragen werden.

Perspektiven einer nachhaltigen Kooperation

Seit der Unterzeichnung einer interministeriellen Vereinbarung zur nachhaltigen Kooperation im Jahr 2014 nutzen beiden Seiten die Chance, die Zusammenarbeit in Bildung, Wissenschaft und Forschung zu intensivieren. Insbesondere sollen die Mobilität palästinensischer Studierender, Promovierender und Forschender gefördert und ihnen Zugang zum internationalen wissenschaftlichen Austausch und zu entsprechenden Netzwerken ermöglicht werden. Ein weiteres Anliegen ist es, zum Aufbau der notwendigen Forschungsinfrastruktur an palästinensischen Hochschul- und Forschungseinrichtungen beizutragen, um deren eigenständige Weiterentwicklung nachhaltig zu stärken und zu unterstützen.

Im Sommer 2015 wurde eine erste deutsch-palästinensische Förderbekanntmachung für Mobilitäts- und Forschungsprojekte (PALGER) veröffentlicht, 2017 und 2020 folgten zwei weitere Förderrichtlinien. Insgesamt sind rund 30 Projektskizzen in den Schwerpunktbereichen Nanotechnologie/Materialwissenschaften, Landwirtschaft/Management Natürlicher Ressourcen sowie Erneuerbare Energien in der gemeinsamen Förderung. Ab Herbst 2021 sollen 15 weitere gemeinsame Projekte für die Dauer von zwei Jahren gefördert werden.