Die Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks

Die Sozialerhebung ist ein mit wissenschaftlichen Methoden erstelltes, befragungsbasiertes Berichtssystem zur sozialen und wirtschaftlichen Lage der Studierenden sowie zu einigen ausgewählten Aspekten ihrer Studiensituation und ihres Studienverlaufs.

Immer mehr junge Leute studieren © dpa/picture-alliance.de

Die Sozialerhebung wird seit 1951 in zumeist dreijährigem Rhythmus erstellt. Die Kontinuität der Erhebungen der vergangenen Jahre erlaubt Vergleiche und Überblicke - und sie zeigt, in welchem Umfang sich die Chancengerechtigkeit beim Hochschulzugang verändert hat. Sicher ist, dass der erfolgreiche Verlauf eines Studiums nicht nur von den Bedingungen des Lehrens und Lernens an der Hochschule abhängt. Ein erfolgreiches Studium ist ebenso an soziale und wirtschaftliche Voraussetzungen geknüpft, und damit auch an die soziale Infrastruktur, die Staat, Hochschulen, Studentenwerke oder andere Einrichtungen bereitstellen.

Finanzielle Bedingungen verbessern

Die erhobenen Daten geben wichtige Informationen darüber, wie sich die Einnahmen und Ausgaben der Studierenden zusammensetzen und was zu tun ist, um die finanziellen Rahmenbedingungen für die Studierenden zu verbessern. Die Ergebnisse der Sozialerhebung unterstreichen die besondere Relevanz der sozialen Rahmenbedingungen für den Hochschulzugang und für den Studienerfolg. Sie geben der Politik, den Hochschulen und den Studentenwerken wichtige Hinweise für künftiges Handeln und zur Weiterentwicklung der Service- und Beratungsangebote rund um das Studium.

Immer mehr Studierende

Die 20. Sozialerhebung stammt aus dem Sommersemester 2012. Die Ergebnisse basieren auf mehr als 15.000 von dem HIS-Institut für Hochschulforschung ausgewerteten Fragebögen, die deutsche Studierende und studierende Bildungsinländer von 227 deutschen Hochschulen ausgefüllt haben. Sie zeigen, dass immer mehr junge Leute unmittelbar nach ihrem Schulabschluss ein Studium an einer Universität oder Fachhochschule aufnehmen. 35 Prozent der Jugendlichen mit einer Hochschulzugangsberechtigung schreiben sich innerhalb von drei Monaten nach ihrem Abschluss für ein Studium ein (2009: 31 Prozent). Erfreulich ist zudem, dass immer mehr Studierende ihr Studium ohne Unterbrechung erfolgreich abschließen. Außerdem wechselt nur jeder sechste Studierende im Laufe des Studiums die Fachrichtung - damit sinkt der Anteil seit 2003 kontinuierlich. Auch die finanzielle Situation der Studierenden hat sich verbessert. Im Durchschnitt stehen Studenten über 864 Euro im Monat zur Verfügung, bei der Erhebung davor waren es noch 52 Euro weniger. 24 Prozent aller Studierenden werden nach dem Ergebnis der Sozialerhebung mit BAföG gefördert.

Die Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) finanziert.