Die Sprache der Objekte entschlüsseln

Was verraten Objekte über eine Gesellschaft und ihre Geschichte? Wie wirkt Wissen in von Menschen geschaffenen Objekten? Mit dem Förderschwerpunkt „Sprache der Objekte“ stärkt das BMBF die geistes- und sozialwissenschaftliche Forschung.

Tagung zur geisteswissenschaftlichen Forschung "Sprache der Objekte" © Barbara Frommann

Über Geschmack lässt sich ja bekanntlich streiten: Nicht alle Bauwerke, die in den vergangenen Jahrzehnten erbaut wurden, empfinden wir heute noch als schön und erhaltenswert. Gebäude aus den Siebziger Jahren waren damals ein Ausdruck der Moderne, doch ihre Betongewaltigkeit ist heute nur mehr Relikt einer ausgedienten Ästhetik. Denn nicht jedes Bauwerk wird allein durch Alter zum Denkmal. Wie gehen wir also mit der Frage um, welche Dinge für künftige Generationen erhaltenswert sind und welche nicht? Damit beschäftigen sich Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaftler in den 24 Projekte, die das Bundesministerium für Bildung und Forschung in der Förderlinie "Sprache der Objekte" unterstützt.

Die Projekte sind nun auf einer Tagung im Bonner Dienstsitz des Bundesministeriums für Bildung und Forschung vorgestellt worden. Die Wissenschaftler haben den aktuellen Stand ihrer Forschung präsentiert und die Gelegenheit genutzt, sich auszutauschen und gemeinsam Probleme, Herausforderungen und Chancen der Objektforschung zu diskutieren.

Die lebhaften und anregenden Debatten haben gezeigt, wie groß das wissenschaftliche Potenzial ist, das in der uns umgebenden oder in Museen vorzufindenden Dingwelt liegt. Um dieses Potenzial zu bergen, arbeiten die Geistes- und Sozialwissenschaftlerinnen und -wissenschaftler mit den Technik- und Naturwissenschaften zusammen und beziehen Praxispartner, zum Beispiel ein IT-Unternehmen oder eine Schule, in ihre Arbeit ein. So entstehen ganz neue Konstellationen der interdisziplinären Zusammenarbeit. Zudem ist es Ziel des Förderschwerpunkts, Kooperationen zwischen Hochschulen und Museen zu stärken, Internationalisierungsprozesse zu vertiefen sowie – nicht zuletzt – neue Wege zu erkunden, um Forschung öffentlichkeitswirksam zu präsentieren.

Der Förderschwerpunkt "Sprache der Objekte" ist Teil des Rahmenprogramms Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften, das für die Förderung durch das Bundesforschungsministerium noch bis zum Jahr 2017 richtungsweisend ist. Rund 26 Millionen Euro fließen im Rahmen des Programms in die geisteswissenschaftliche Forschung.