Die Überzeugungstäter

Bontu Guschke und Oliver Schmidt lernen viel voneinander: Sie organisiert Kochkurse mit Flüchtlingen, ihn interessiert, wie junge Menschen die Arbeitswelt mit neuen Ideen prägen. Zusammengebracht hat beide das Deutschandstipendium.

Starkes Tandem: Bontu Guschke und Oliver Schmidt auf der Jahresveranstaltung zum Deutschlandstipendium. © Thomas Köhler

Bontu Guschke studiert Publizistik und Kommunikationswissenschaft an der Freien Universität Berlin. Die 22 Jahre alte Studentin schreibt gerade ihre Bachelorarbeit. Das Thema ist Social Entrepreneurship. Damit kennt sie sich aus: Zusammen mit Kommilitoninnen und Kommilitonen hat sie das Projekt „Über den Tellerrand kochen“ ins Leben gerufen. Die Idee: Flüchtlinge und alteingesessene Berliner können sich bei regelmäßigen Kochkursen kennenlernen. „Das gemeinsame Kochen bietet eine Plattform, um Vorurteile und Ängste abzubauen“, sagt Bontu Guschke. Toleranz zu fördern - das ist ihr ein wichtiges Anliegen. Auf die Auszeichnungen beim sogenannten Funpreneur-Wettbewerb der Freien Universität Berlin sind sie und ihre Mitstudierenden stolz. Im Rahmen des Wettbewerbs entwickeln Studentinnen und Studenten eine eigene Geschäftsidee und setzen sie in nur fünf Wochen in die Tat um. Dabei stehen ihnen Patinnen und Paten aus der Wirtschaft zur Seite.

Ein Stipendium, viele Förderer

Unterstützt wird Bontu Guschke auch von Oliver Schmidt. Als Geschäftsführer der Firma "Hultgren Nachhaltigkeitsberatung" berät er Organisationen zu Fragen des nachhaltigen Wirtschaftens. Seine Firma ist Mitglied des Netzwerks "Unternehmertum der Freien Universität Berlin" (NUFUB). Die Gemeinschaft aus Unternehmern und Gründungsexperten vergibt jährlich zwei bis drei Deutschlandstipendien. Das Besondere daran: Die Stipendien werden nicht von einer einzelnen Person oder Firma gestiftet, sondern per Crowdfunding unter NUFUB-Mitgliedern und auch außerhalb des Vereins eingeworben. So wurde Oliver Schmidt auf das Stipendium aufmerksam. "Ich kannte das Deutschlandstipendium vorher nicht, aber ich war sofort überzeugt", sagt der 49 Jahre alte Geschäftsmann. Schon im NUFUB-Mitgliedsantrag erklärte er sich bereit, beim Deutschlandstipendium mitzumachen. Bontu Guschke ist eine der Studierenden, die NUFUB-Mitglieder gemeinsam unterstützen.

Ein Gewinn für beide

„Über den Tellerrand kochen“ kostet sie viel Zeit, doch ist sie davon überzeugt, dass der Einsatz auch eine gute Ergänzung zu ihrem Studium sei. Das Deutschlandstipendium macht es möglich, dass Bontu Guschke sich um beides kümmern kann. Ein weiterer Vorteil kommt hinzu: „Durch das riesige Netzwerk lerne ich interessante Leute kennen und erhalte viel Input.“ Aktuell tauscht sie sich mit Oliver Schmidt zu ihrer Bachelorarbeit aus. Aber auch für das Projekt kann ihr der Gründungsberater viele wertvolle Ratschläge geben.

Oliver Schmidt sieht darin auch einen Gewinn für sich: „In der Zusammenarbeit findet ein Wissens- und Erfahrungsaustausch statt. Und zwar in beide Richtungen. Ich lerne sehr viel“, sagt er. So kann auch er vom Deutschlandstipendium profitieren. „Die Zusammenarbeit mit Bontu und ihr Projekt haben meine Perspektiven erweitert, meinen Blick auf Arbeit, Projekte und eigentlich auch das Leben.“