Digitale Hochschulbildung

Tablets und Smartphones erobern die Hochschullehre und verändern die Wege akademischer Wissensvermittlung. Das Bundesforschungsministerium unterstützt die Entwicklung digitaler Lehr- und Lernformate sowie die hochschulinterne Infrastruktur.

Das Lernen und Lehren verändert sich: Studierende in einem Hörsaal. © dpa/picture-alliance/Ulrich Baumgarten

Die Hochschulen stehen vor weitreichenden Veränderungen: Im Zeitalter von Internet und Digitalisierung ändern sich nicht nur Lehre und Forschung, sondern auch die Hochschulen selbst - und zwar auf ihren verschiedenen institutionellen Ebenen.

Offener, gerechter, internationaler

Digitalisierung kann dazu beitragen, die Hochschulbildung noch offener, gerechter, internationaler und leistungsfähiger zu machen. Wie kann das am besten gelingen? Das zu erforschen ist Aufgabe des Forschungsschwerpunkts "Digitale Hochschulbildung".

Innovative Lehr-Lern-Formate

Noch experimentieren zumeist nur einzelne Akteure an Hochschulen mit neuen, durch die Digitalisierung möglich gewordenen Formen des Lehrens, Lernens und Prüfens. Hochschulweite Digitalisierungsstrategien sind bisher eher selten. Das liegt unter anderem daran, dass bisher nur wenig wissenschaftlich gesichertes Wissen über diese innovativen Lehr-Lern-Formate und ihre hochschulinternen Voraussetzungen vorhanden ist. Hochschulen brauchen aber gesichertes Wissen, um Änderungen in ihren Organisationsstrukturen und -prozessen vorzunehmen zu können.

Für Politik und Praxis wissenschaftlich fundiertes Handlungswissen zu generieren, ist Ziel der Förderaktivitäten des Bundesforschungsministeriums im Forschungsfeld „Digitale Hochschulbildung“.

Erste Förderbekanntmachung

Im Rahmen einer im Jahr 2016 veröffentlichten ersten Förderbekanntmachung beschäftigen sich 20 Projekte mit den drei Themenschwerpunkten „Adaptive Lern- und Prüfungsumgebungen“, „Interaktivität und Multimedialität digitaler Lernumgebungen“ und „Erforschung von Theorie und Praxis in digitalen Lernumgebungen“.

Zweite Förderlinie

Im Rahmen einer zweiten Förderlinie aus dem Jahr 2017 erforschen 9 Projekte insbesondere solche Themen der digitalen Hochschulbildung, die durch ihre Innovationskraft die Hochschullandschaft nachhaltig verändern können. Interdisziplinäre Forschungskonsortien untersuchen in diesem Zusammenhang didaktische, technologische und organisatorische Gestaltungsaspekte digitaler Bildungsformate, die ein hohes Potenzial zur Beantwortung hochschul- und bildungspolitischer Fragestellungen beinhalten.

Dritte Förderlinie

Im Rahmen der aktuell angestoßenen dritten Förderlinie sollen digitale Lehr- und Lernkonzepte innerhalb einzelner Disziplinen und Fächer anwendungsnah entwickelt, erprobt und erforscht werden – sogenannte digitale Fachkonzepte. Ziel der Förderlinie ist es, eine Weiterentwicklung von Lehr- und Prüfungsformaten innerhalb der Fächerkulturen voranzubringen. Unter Einbeziehung von Fachgesellschaften, Fakultätentagen oder Fachverbänden innerhalb der Einzel- und Verbundprojekte soll zudem eine standortübergreifende Transferkooperation digitaler Fachkonzepte an mehreren Standorten gewährleistet werden.