Digitale Medien in der beruflichen Bildung

Digitale Medien erleichtern die berufliche Aus- und Weiterbildung. Sie machen sie flexibler und individueller. Das Bundesbildungsministerium fördert Innovationen, die diese Entwicklung voranbringen.

Auch in der beruflichen Bildung sind digitale Medien längst selbstverständlich. © Thinkstock

Die Digitalisierung nimmt unaufhaltsam zu: Das Internet sowie die damit verbundenen Dienste und Entwicklungen ermöglichen uns den Zugang zu Wissen in Form von immensen Datenmengen, deren Verfügbarkeit uns früher nicht einmal vorstellbar erschienen ist. In unserer Informations- und Wissensgesellschaft wird lebenslanges Lernen zur Basis für eine erfolgreiche Bildungs- und Arbeitsbiographie werden. Die digitalen Medien bieten enorme Potentiale in der Aus- und Weiterbildung sowie in der beruflichen Facharbeit: Neue Formen der Kommunikation, Kooperation und Vernetzung sind ebenso möglich wie neue, effektive Wege der Vermittlung von Lehr- und Lerninhalten.

Digitale Bildungsformate

Digitale Medien entkoppeln Ort und Zeit und bieten neue Freiheitsgrade der Gestaltung und Individualisierung von Qualifizierungsangeboten. So erlauben sie ein besonders rasches Anpassen der Inhalte an aktuelle Themen und Anforderungen. Insbesondere durch die Web 2.0-Technologien haben sich zahlreiche neue Möglichkeiten der sozialen Vernetzung, Interaktion und Partizipation eröffnet.

Der Einsatz von Wikis, Blogs oder Communities als innovativer Qualifizierungsansatz eröffnet neue Perspektiven, digitale Medien zum integrierten Lern- und Arbeitsmittel zu machen und alle Bereiche des Lernens im Lebenslauf zu unterstützen. Eine wachsende Rolle spielen hierbei offene Bildungsmaterialien, sogenannte „Open Educational Resources“ (OER). Das sind Lehr- und Lernmaterialien, die zunehmend digital erstellt und über das Internet verbreitet werden. Sie bieten den Vorteil, dass sie – ohne Sorge vor Urheberrechtsverletzungen – bearbeitet, neu zusammengefügt und mit anderen Lehrenden oder Lernenden geteilt oder auch gemeinsam entwickelt werden können. Diese Flexibilität bietet Möglichkeiten für die Entwicklung neuer didaktischer Konzepte und pädagogischer Herangehensweisen.

Dabei wird eine entsprechende Medienkompetenz inklusive Informationskompetenz zunehmend zur Voraussetzung für die Teilhabe an Wissen und den Möglichkeiten digitaler Lehr- und Lernprozesse. Medienkompetenz kann heute bereits neben Lesen, Schreiben und Rechnen als "vierte Kulturtechnik" bezeichnet werden und ist eine entscheidende Schlüsselqualifikation des 21. Jahrhunderts.

Förderung von digitalem Lernen

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert derzeit im Rahmen seines Förderprogramms „Digitale Medien in der beruflichen Bildung“ und mit dem Einsatz von Mitteln aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF) mit verschiedenen Förderbekanntmachungen die Entwicklung, Erprobung und den Einsatz neuer Bildungsangebote mit digitalen Medien in der beruflichen Aus- und Weiterbildung in einem jährlichen Umfang von 10 – 14 Millionen Euro. Unterstützt werden beispielhafte Lösungen zum Einsatz von digitalen Medien, Web 2.0 und mobilen Technologien in der Aus- und Weiterbildungspraxis und zur Stärkung von digitaler Medienkompetenz in der beruflichen Bildung.

Um die Kenntnislage zu offenen Bildungsformaten zu verbreitern und konkrete Ansatzpunkte darüber zu gewinnen, wie sich die Vorteile von OER noch besser entfalten bzw. wie diese in einen Handlungsrahmen für Bildungsakteure einfließen könnten, fördert das BMBF überdies eine Studie zu digitalen Bildungsinfrastrukturen und ein Projekt mit Workshops zu OER-relevanten Themen.

Anliegen künftiger Förderbekanntmachungen wird es sein, auf erfolgreichen Konzepten sowie den Ergebnissen von OER-Aktivitäten aufzubauen, um die Integration und Vernetzung von Akteuren zu verstärken und positive Ergebnisse breitenwirksam - auch branchen- und bildungsbereichsübergreifend –  einsetzen zu können.