Digitalisierung in der beruflichen Bildung: Sonderprogramm ÜBS

Ein Sonderprogramm des Bundesbildungsministeriums stärkt die Digitalisierung der betrieblichen Ausbildung: Auszubildende lernen künftig auch den Umgang mit Drohnen und Robotern.

Digitalisierung in der beruflichen Bildung © Thinkstock/monkeybusinessimages

Das Bundesbildungsministerium hat am 30. Dezember 2015 eine Richtlinie zur „Förderung  von Digitalisierung in überbetrieblichen Berufsbildungsstätten (ÜBS) und Kompetenzzentren (Sonderprogramm ÜBS-Digitalisierung)“ veröffentlicht. Das Sonderprogramm soll die Digitalisierung in ÜBS vorantreiben. Denn längst hat die moderne Technologie auch die Ausbildung eingeholt. Fachkräfte von morgen müssen in der Lage sein, fortschrittliche Technologien einzusetzen und zu bedienen. Die zunehmende Digitalisierung stellt neue Herausforderungen an die berufliche Ausbildung dar. Auszubildende müssen beispielsweise mit 3D- Druckern oder Drohnen umgehen können.  Dies erfordert eine entsprechende Anpassung der ÜBS-Ausstattung.

ÜBS sind Teil der dualen Ausbildung und Partner von Betrieben. Sie ergänzen die betriebliche Ausbildung in vielen Berufen. In ÜBS werden Ausbildungsinhalte vermittelt, die insbesondere kleine und mittlere Unternehmen nicht anbieten können. Das Bundesbildungsministerium fördert die Ausstattung der ÜBS für die Ausbildung und den Technologietransfer in die betriebliche Ausbildungspraxis.

Mit dem Sonderprogramm werden für die Digitalisierung in ÜBS und Kompetenzzentren (Komzet) von 2016 bis 2019 bis zu 74 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Ziel ist es, modernste Rahmenbedingungen zu schaffen und dadurch eine zukunftsfähige Qualifizierung der Ausbildenden zu ermöglichen. Zusätzlich sollen die Einflüsse der Digitalisierung auf die Ausbildung in ÜBS und Komzet in gesonderten Pilotprojekten analysiert  werden.

Was wird gefördert?

Das Sonderprogramm enthält zwei Förderlinien. Die Vorhaben der beiden Förderlinien müssen überwiegend der ergänzenden überbetrieblichen Ausbildung dienen.

Förderlinie 1: Im Bereich der Digitalisierung kann ausgewählte Ausstattung beantragt werden. Hierfür wird eine von Gutachtern erstellte Ausstattungsliste zur Verfügung gestellt. Die Liste umfasst beispielsweise Drohnen, 3D-Drucker oder Assistenzroboter zum Schweißen, Drehen und Bohren.

Förderlinie 2: In dieser Förderlinie werden Pilotprojekte und die Netzwerkbildung geeigneter Komzet gefördert. Es sollen die Einflüsse der Digitalisierung auf die Lehr- und Lernkonzepte der überbetrieblichen Ausbildung untersucht werden. Die Konzepte werden in Bildungs- und Beratungsangeboten erprobt.

Wer fördert?

Das Bundesbildungsministerium fördert auf Basis der Richtlinie zum Sonderprogramm ÜBS-Digitalisierung. Der Schwerpunkt der Förderung liegt im Ausbildungsbereich. Eine Länderbeteiligung ist nicht erforderlich. Eine Eigenbeteiligung des Antragstellers von 10 % ist erforderlich.

Wer wird gefördert?

Gefördert werden die Träger von ÜBS und Komzet. Das sind in der Regel Handwerkskammern und ihre Organisationen sowie Industrie- oder auch Landwirtschaftskammern. Ebenfalls antragsberechtigt sind juristische Personen des öffentlichen Rechts oder gemeinnützige juristische Personen des Privatrechts, die einen entsprechenden Bildungsauftrag übernommen haben.

In der Förderlinie 2 sind nur Komzet antragsberechtigt.

Wie wird gefördert?

Die Zuwendung erfolgt durch nicht rückzahlbare Zuschüsse zu Investitionskosten. In der Förderlinie 2 werden Zuschüsse zu Personal- und Sachkosten gezahlt.

Wo können Anträge gestellt werden?

Anträge auf Förderungen aus der Förderlinie 1 können beim Bundesinstitut für Berufsbildung gestellt werden:

Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB)
Arbeitsbereich 3.4
Robert-Schumann-Platz 3
53175 Bonn