Digitalisierung und die Zukunft der Arbeit – Karliczek in Kanada

Bildungsministerin: „Neues Kapitel in der deutsch-kanadischen Kooperation aufschlagen“

Ihre erste außereuropäische Auslandsreise führt Bundesministerin Anja Karliczek ab kommenden Sonntag nach Kanada. Zentral ist der offizielle Startschuss der 2+2-Projekte im Bereich „Advanced Manufacturing – Industrie 4.0“, den Bundesforschungsministerin Karliczek mit ihrer kanadischen Amtskollegin Kirsty Duncan geben wird. Bei den 2+2-Projekten arbeiten dies- und jenseits des Atlantiks jeweils ein wissenschaftlicher Partner und ein KMU zusammen. Karliczek: „Wir wollen vor allem die vielen deutschen KMUs zu einer verstärkten internationalen Kooperation mit Universitäten und Forschungseinrichtungen über Landesgrenzen hinweg ermutigen und fördern. Kanada ist hier ein exzellenter Partner.“

Kürzlich hatte das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) erstmals in der fast 50-jährigen Geschichte der wissenschaftlich-technologischen Zusammenarbeit mit Kanada eine gemeinsame Förderbekanntmachung mit den kanadischen Förderorganisationen, dem National Research Council und dem Natural Sciences and Engineering Research Council, zu 2+2-Projekten im Bereich „Advanced Manufacturing – Industrie 4.0“ veröffentlicht. Insgesamt nehmen BMBF und die kanadischen Förderorganisationen fast 10 Millionen Euro für die Initiative in die Hand. Dabei werden Fragen zur Digitalisierung, des Technologietransfers und der Zukunft der Arbeit angegangen. Der Fokus liegt auf Prozess- bzw. Produktinnovationen.

Deutschland und Kanada haben es sich zum Ziel gesetzt, innovative Lösungen gemeinsam zu entwickeln und die zukünftige digitale Wirtschaft und Gesellschaft gemeinsam zu gestalten. Mit dem Besuch soll die Kooperation zwischen den beiden Ländern vertieft und ein Zeichen der Verbundenheit gesetzt werden.

Nach ihrer Teilnahme am 46. Carnegie-Treffen in Banff wird die Ministerin in Vancouver Gespräche mit Vertretern der deutsch-kanadischen Wissenschaftscommunity führen und sich bei Besuchen an der University of British Columbia (UBC) und dem Forschungszentrum TRIUMF über Entwicklungen des Wissens- und Technologietransfers informieren. So fördert das BMBF z. B. bereits mit mehreren Millionen Euro eine langjährige deutsch-kanadische Kooperation zum Thema Brennstoffzellen, bei dem aktuell das Fraunhofer Institut für Solare Energiesysteme, die Albert-Ludwigs-Universität Freiburg und der Komponentenhersteller Greenerity GmbH mit der UBC zusammenarbeiten.

Der Besuch des Algonquin College in Ottawa stellt die duale Ausbildung in den Fokus. Bei dem Gespräch mit der kanadischen Wissenschaftsministerin Kirsty Duncan steht ferner der Austausch über aktuelle Zukunftsthemen wie bspw. Künstliche Intelligenz im Mittelpunkt. Ein weiterer Höhepunkt der Reise ist der Besuch des Max Planck-Ottawa Centre for Extreme and Quantum Photonics an der University of Ottawa, welches erst 2015 gegründet wurde und schon zu einem Leuchtturm der deutsch-kanadischen Kooperation geworden ist. Langfristiges Ziel des Zentrums ist die Erzeugung von Laserquellen hoher Intensität, die als technologische Basis zukunftsorientierter Fertigungsprozesse dienen können. Ferner sollen optische Methoden der Quanteninformationsverarbeitung für den Einsatz in der sicheren Datenübertragung erprobt werden.

Abgerundet wird die Reise in Toronto mit Besuchen bei kanadischen Start-Ups und Universitäten, bei denen sich die Ministerin über die neuesten Trends im Bereich „EdTech“, der Digitalisierung im Bildungsbereich, informiert. Der Besuch der Digital Media Zone der Ryerson University soll ferner neue Ansätze studentischer Ausgründungen und Entrepeneurship aufzeigen. Begleitet wird die Ministerin von Mitgliedern des Bundestagsausschusses für Forschung, Technologie und Technikfolgenabschätzung.