Dino mit Zahnschmerzen: Skelett des T-rex fasziniert Forscher

Es ist eine Attraktion: das zwölf Meter lange Skelett des Tyrannosaurus rex „Tristan Otto“. Drei Jahre wird es im Naturkundemuseum Berlin zu sehen sein. Der Direktor des Museums, Johannes Vogel, erklärt, was den Dinosaurier so einzigartig macht.

Tristan Otto - der Star der Sonderausstellung im Naturkundemuseum Berlin. © BMBF/Hans-Joachim Rickel
Johannes Vogel, Direktor des Naturkundemuseums Berlin, mit dem Kiefer von Tristan Otto. © Carola Radke

bmbf.de: Herr Vogel, was ist das Besondere an Tristan Otto?

Johannes Vogel: Das Besondere an Tristan Otto ist, dass es eines der vollständigsten bisher gefundenen Exemplare eines Tyrannosaurus rex ist. Von 300 Knochen, die so ein Tier hat, sind 170 Knochen bei uns im Original ausgestellt. Tristan wird uns von einem privaten Mäzen für vorläufig drei Jahre zur Verfügung gestellt, unter der Voraussetzung, dass das Tier ausgestellt wird und gleichzeitig wissenschaftlich erforscht. Damit wird unsere Ausstellung um Tristan mit den Jahren wachsen und die neuesten Forschungsergebnisse einfließen lassen.

Das Skelett ist benannt nach den Söhnen des Skelett-Besitzers Niels Nielsen und seines Freundes Jens Peter Jensen. Der Kopf des Sauriers ist zu 98 Prozent erhalten.

Was konnte man bereits über das Skelett herausfinden?

Die wissenschaftlichen Arbeiten an Tristan haben gerade begonnen. Die Knochen wurden mit modernster Technik in der Charité gescannt, erste Vermutungen haben sich bestätigt, zum Beispiel dass er wohl unter großen Zahnschmerzen gelitten haben muss. Am Unterkiefer findet sich ein großer Tumor.

Dinosaurier sind ein Thema, das Jung und Alt begeistert. Wo erklären Sie sich diese Faszination?

Saurier sind gefährlich, böse und groß. Spielen die Mädchen oder Jungs mit ihnen Rollenspiele, kann das imaginäre Blut spritzen, man kann kämpfen, siegen und sich mächtig fühlen, ohne dass die Eltern dazwischen gehen. Dass sie ausgestorben sind und dass auch die scheinbar Übermächtigen verwundbar sind, ist auch eine Erfahrung.

Der Tyrannosaurus rex zählt zu den fleischfressenden Dinosauriern. Die größten von ihnen, wie zum Beispiel Tristan Otto, waren etwa 12 Meter lang und 7 Tonnen schwer.

Das Naturkundemuseum Berlin wird mit öffentlichen Geldern gefördert. Warum ist das so wichtig?

Das Museum für Naturkunde Berlin ist ein integriertes Forschungsmuseum, hier besteht eine enge Beziehung zwischen Sammlungen, Forschung und öffentlicher Bildung. Hier werden die Grundlagen des Lebens und der Erde erforscht – im Dialog mit den Menschen. Hier werden nachfolgende Generationen sensibilisiert für die Erhaltung der Umwelt. Alles Fragen, die die ganze Gesellschaft angeht. Um sie zu beantworten, ist eine dauerhafte Unterstützung unseres Forschungsmuseum ganz besonders wichtig.

Vielen Dank für das Gespräch.

Das Naturkundemuseum Berlin ist ein Forschungsmuseum der Leibniz-Gemeinschaft. Es gehört zu den weltweit bedeutendsten Forschungseinrichtungen auf dem Gebiet der biologischen und erdwissenschaftlichen Evolution und Biodiversität. Die Leibniz-Gemeinschaft zählt zu den außeruniversitären Forschungseinrichtungen, die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und den Ländern gefördert werden.