Drei Studierendeninitiativen erhalten Welcome-Preis

Sie unterstützen Geflüchtete beim Einstieg in ein Studium – und wurden für dieses Engagement ausgezeichnet. Studierende aus Stuttgart, Berlin und Cottbus erhalten den Welcome-Preis 2018 des Bundesbildungsministeriums.

Michael Meister, Parlamentarischer Staatssekretär bei der Bundesministerin für Bildung und Forschung, eröffnet die Preisverleihung zum Welcome-Preis 2018 © BMBF/Hans-Joachim Rickel

Sie schaffen Begegnungsräume für Geflüchtete und Einheimische, helfen als Mentoren bei der Orientierung an der Hochschule oder bieten Kunst-Workshops und Exkursionen an: Zahlreiche Studierendeninitiativen in ganz Deutschland heißen Flüchtlinge, die studieren möchten, mit vielfältigen Maßnahmen an ihren Hochschulen willkommen. Drei von ihnen haben für ihr Engagement den diesjährigen Welcome-Preis erhalten. Der Parlamentarische Staatssekretär Michael Meister und die DAAD-Generalsekretärin Dorothea Rüland übergaben den Preis am Montag im Bundesministerium für Bildung und Forschung.

Wer welchen Platz belegt, entschied sich in einer Online-Abstimmung. Die Brandenburgische Technische Universität Cottbus-Senftenberg belegt Platz eins und erhält 10.000 Euro. Platz zwei geht an die Universität Stuttgart (5.000 Euro). Der Drittplatzierte, die Kunsthochschule Berlin Weißensee, erhält 3.000 Euro.

Für die nachfolgenden Projekte wurden die Studierenden ausgezeichnet:

„BTU Welcome – Buddy und Mentor“ der BTU Cottbus-Senftenberg

Das Projekt ist ein klassisches Buddy-Programm, das auf einem 3-Phasen-Modell basiert: Kennlernphase, Begleitung/Unterstützung, Abkoppelung (Stärkung der Selbständigkeit). Insbesondere der Gedanke der Abkoppelung (Empowerment) ist hier wichtig. Die Geflüchteten werden innerhalb des Programms zur Selbstreflexion und Einschätzung der eigenen Fähigkeiten ermuntert und ausgebildet. Innerhalb des Projekts wurde ein Frauencafé ins Leben gerufen, das besonders auf die Bedürfnisse von geflüchteten Frauen eingeht.

Begegnungsraum“ der Universität Stuttgart

Der "Begegnungsraum" ist ein neu geschaffenes Gebäude, welches unter der Anleitung zweier Studentinnen der Universität Stuttgart und unter enger Einbeziehung der Geflüchteten (Gestaltung und Ausführung) geplant und gebaut worden ist. Es wurde 2017 fertiggestellt. Seither wird das Gebäude als Ruheraum, Rückzugsmöglichkeit, Ort für Sprachlernwerkstätten und andere Kurse genutzt. Das Bauprojekt hat die Hochschule zu den Geflüchteten gebracht, indem es das Gebäude unmittelbar an das Flüchtlingsheim platziert hat. Somit entstand eine direkte Verbindung zwischen Hochschule, Stadt und den Geflüchteten.

„*foundationClass“ der Kunsthochschule Weißensee Berlin

Geflüchtete Studierende haben die Möglichkeit, an einem Mentoring-Programm teilzunehmen und werden bei der Erstellung von Bewerbungsmappen unterstützt. Die erfolgreiche Teilnahme an dem Projekt befähigt sie, sich an einer Kunst- oder Designhochschule in ganz Deutschland zu bewerben. Die Teilnehmenden können im Rahmen des Projektes die gesamte Infrastruktur der Hochschule nutzen und nehmen am normalen Hochschulalltag teil.

Seit 2016 fördert der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) aus Mitteln des Bundesbildungsministeriums Studierendeninitiativen im Programm „Welcome – Studierende engagieren sich für Flüchtlinge“. Ziel ist es, Flüchtlingen, die sich für ein Studium an einer deutschen Hochschule interessieren, die Integration in die Hochschulwelt zu erleichtern und sie beim Einstieg in ein Studium zu unterstützen. In dem seit 2016 bestehenden Programm werden aktuell rund 502 studentische Initiativen mit über 1.100 Studierenden gefördert. Von Sprachpartnerschaften bis hin zu Orientierungsseminaren bieten die Studierenden Flüchtlingen eine Vielzahl an Hilfsangeboten.