Duales Lernen in Mexiko und Costa Rica – Wanka reist fünf Tage nach Lateinamerika

Bildungsministerin: "Zusammenarbeit in Innovation und beruflicher Bildung ausbauen"

Bundesministerin Johanna Wanka macht den Auftakt: Als erstes Mitglied der Bundesregierung bricht sie in diesem Jahr am kommenden Sonntag nach Mexiko auf.  Mit dem gemeinsamen deutsch-mexikanischen Jahr 2016/17 soll die Kooperation zwischen den beiden Staaten vertieft und ein Zeichen der Verbundenheit gesetzt werden. Von Mexiko aus reist die Bildungsministerin auf Einladung von Staatspräsident Solís nach Costa Rica weiter. Ein Schwerpunkt der Reise ist in beiden Staaten die duale Ausbildung.

"Es hat sich inzwischen weltweit herumgesprochen, dass das duale Ausbildungssystem für einen besonders guten Übergang von der Ausbildung in den Beruf sorgt", so Wanka. Auch Mexiko und Costa Rica wollen das System der beruflichen Bildung nach deutschem Vorbild ausbauen. Insbesondere die in Mexiko stark engagierte deutsche Wirtschaft ist an einer Stärkung des dualen Berufsbildungssystems vor Ort interessiert. Wanka wird deshalb von Friedrich Hubert Esser, Präsident des Bundesinstituts für Berufsbildung, begleitet.

Während ihres Besuchs nimmt die Bildungsministerin an einem Runden Tisch zum Mexikanischen Modell der beruflichen Bildung teil und trifft mit Vertretern deutscher Unternehmen zusammen. Wie deutsches Wissen in Mexiko zum Tragen kommt, kann Wanka bei Bosch in Toluca erfahren. Dort ist der größte nordamerikanische Produktionsstandort von Bosch. Das Unternehmen unterhält in Toluca eine eigene Betriebs-Modell-Lehrwerkstatt. Die Ministerin wird sich auch über die Rolle der Berufsbildung im Zusammenhang mit der Digitalisierung der Produktion, Industrie 4.0, informieren.

Wichtig ist Wanka aber auch die verstärkte Zusammenarbeit in der Innovationsförderung.  So stehen in Mexiko-Stadt Gespräche mit Bildungsminister Nuño Mayer und dem Generaldirektor des direkt dem mexikanischen Staatspräsidenten unterstellten nationalen Forschungs-  und Innovationsrates CONACYT auf dem Programm. Wanka: "Wir wollen vor allem die vielen deutschen KMUs zu einer verstärkten internationalen Kooperation mit Universitäten und Forschungseinrichtungen über Landesgrenzen hinweg ermutigen und fördern." Die Ministerin wird daher mit dem Generaldirektor des mexikanischen Innovations- und Forschungsrates CONACYT, Enrique Cabrero, eine entsprechende Absichtserklärung unterzeichnen.

In Costa Rica wird die Bildungsministerin von Staatspräsident Solís empfangen und trifft Wissenschaftsminister Jenkins und Bildungsministerin Mora. Solís hatte im vergangenen Jahr bei einem Gespräch mit Bundeskanzlerin Merkel das besondere Interesse Costa Ricas am deutschen Modell der dualen Ausbildung deutlich gemacht. Wanka und ihre Amtskollegin Mora wollen daher durch die Unterzeichnung einer gemeinsamen Absichtserklärung über die Zusammenarbeit in der Berufsbildung wichtige Impulse für die erfolgreiche Entwicklung Costa Ricas geben.

Am Technologischen Institut von Costa Rica soll in Anwesenheit der Ministerin ferner ein Abkommen zwischen dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt und dem Nationalen Hochtechnologie-Zentrum CeNAT zur Etablierung eines Netzwerkes zur Erdbeobachtung abgeschlossen werden. Das Netzwerk soll die verschiedenen bilateralen Aktivitäten in den Bereichen Georisiken, Ökosysteme, Landwirtschaft und Bioökonomie bündeln. Hintergrund sind die Auswirkungen des Klimawandels, die beobachtet und erforscht werden müssen. Mittelfristig könnten so Erdbeobachtungsservices für die gesamte Region Lateinamerika und Karibik angeboten werden.

Weitere Informationen unter:
https://www.bmbf.de/de/mexiko-allianz-fuer-klimaschutz-und-nachhaltigkeit-430.html