Ebola

Der Ausbruch von Ebola in Westafrika im Jahr 2014 hat gezeigt, wie dringend die Entwicklung von Medikamenten gegen armutsbedingte und vernachlässigte Krankheiten ist. Das Bundesforschungsministerium unterstützt die Forschung nachhaltig.

Das Ebola-Virus bei 108.000-facher Vergrößerung © Thinkstock

Verbreitung

Die Viruserkrankung Ebola ist bis zum Jahr 2014 nur sporadisch in Zentral (Kongo, Gabun) und Ostafrika (Uganda, Südsudan) aufgetreten, zumeist in ländlichen Gebieten. Im Jahr 2014 ist die Krankheit länderübergreifend in dichtbesiedelten Gebieten Westafrikas, vornehmlich Guinea, Sierra-Leone, Liberia, ausgebrochen. Die hohe Ansteckungsgefahr von Mensch zu Mensch birgt das Risiko, dass sich die Krankheit schnell über das Ausbruchsgebiet hinaus verbreitet. Mangelhafte Gesundheitsüberwachung und verzögerte Gegenmaßnahmen verschlimmern den Ausbruch.

Der epidemische Ausbruch hat gezeigt, dass Ebola anderen „neu und vermehrt auftretenden Infektionen“ sehr ähnlich ist. Dazu gehören die SARS-Epidemie in den Jahren 2002 und 2003 oder der MERS-Ausbruch zwischen 2012 und 2015.

Krankheitslast

Ebola ist eine oft tödlich verlaufende Viruserkrankung. Die Mortalitätsrate liegt je nach Ausbruch und Erregervariante zwischen 25 und 90 Prozent. Vor 2014 konnten die Ausbrüche relativ schnell kontrolliert werden. Die Opferzahlen überstiegen selten 300. Der westafrikanische Ausbruch im Jahr 2014 und 2015 hatte aber eine neue Dimension. Bis Juli 2015 infizierten sich laut WHO über 27.000 Menschen, über 11.000 von ihnen starben. Die Überlebenden leiden oft unter sozialer Stigmatisierung und Ausgrenzung. Trotz der hohen Mortalität, den gesellschaftlichen Folgeschäden und der Sorge vor einer unkontrollierten Verbreitung ist Ebola, gemessen an anderen Infektionskrankheiten wie zum Beispiel Malaria, immer noch eine relativ seltene Erkrankung.

Therapie

Derzeit existieren weder Medikament noch eine Impfung gegen Ebola. Die Erkrankten werden symptomatisch behandelt und isoliert. Das sporadische Auftreten mit relativ geringen Krankenzahlen erschwert die Entwicklung von Medikamenten und Impfstoffen.

Übertragungsweg

Wildlebende Tiere wie Fledermäuse oder Affen sind Träger des Virus. Menschen erkranken durch Kontakt mit ihnen oder den Verzehr von Fleisch. Die Ansteckungsgefahr durch Kontakt mit Körperflüssigkeiten und Ausscheidungen Kranker ist hoch.

Die Forschungsinitiativen des BMBF

  • Deutsches Zentrum für Infektionsforschung (DZIF)

Wissenschaftliche Publikationen pro Jahr

In der Datenbank PubMed sind im Jahr 2014 zwischen 1000 und 5000 Einträgen verzeichnet worden.