Ebola

Das Bundesforschungsministerium unterstützt die Forschung zu armutsbedingten und vernachlässigten Krankheiten wie Ebola. Wie wichtig das ist, zeigt der aktuelle Ausbruch von Ebola im Kongo. Dort wird erstmalig ein neuer Impfstoff erprobt.

Das Ebola-Virus bei 108.000-facher Vergrößerung © Thinkstock

Verbreitung

Die Viruserkrankung Ebola ist bis zum Jahr 2014 nur sporadisch in Zentral (Kongo, Gabun) und Ostafrika (Uganda, Südsudan) aufgetreten, zumeist in ländlichen Gebieten. Im Jahr 2014 ist die Krankheit länderübergreifend in dichtbesiedelten Gebieten Westafrikas, vornehmlich Guinea, Sierra-Leone, Liberia, ausgebrochen. Die hohe Ansteckungsgefahr von Mensch zu Mensch birgt das Risiko, dass sich die Krankheit schnell über das Ausbruchsgebiet hinaus verbreitet. Mangelhafte Gesundheitsüberwachung und verzögerte Gegenmaßnahmen verschlimmern den Ausbruch.

Krankheitslast

Ebola ist eine oft tödlich verlaufende Viruserkrankung. Die Mortalitätsrate liegt je nach Ausbruch und Erregervariante zwischen 25 und 90 Prozent. Vor 2014 konnten die Ausbrüche relativ schnell kontrolliert werden. Die Opferzahlen überstiegen selten 300. Der westafrikanische Ausbruch im Jahr 2014 und 2015 hatte aber eine neue Dimension. Bis Juli 2015 infizierten sich laut WHO über 27.000 Menschen, über 11.000 von ihnen starben. Die Überlebenden leiden oft unter sozialer Stigmatisierung und Ausgrenzung. Trotz der hohen Mortalität, den gesellschaftlichen Folgeschäden und der Sorge vor einer unkontrollierten Verbreitung ist Ebola, gemessen an anderen Infektionskrankheiten wie zum Beispiel Malaria, immer noch eine relativ seltene Erkrankung.

Therapie

Derzeit existieren keine zugelassenen Medikamente oder Impfstoffe gegen Ebola. Die Erkrankten werden überwiegend symptomatisch behandelt und isoliert. Beim aktuellen Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo soll zum ersten Mal ein neuer experimenteller Impfstoff in größerem Maßstab eingesetzt werden. Damit können Kontaktpersonen von Erkrankten, wie Angehörige und medizinisches Personal, vor der Infektion geschützt werden. Die Entwicklung des Impfstoffes erfolgte als Antwort auf den Ausbruch in Westafrika 2014 und wurde auch mit Mitteln des Bundesforschungsministeriums unterstützt.

Übertragungsweg

Wildlebende Tiere wie Fledermäuse oder Affen sind Träger des Virus. Menschen erkranken durch Kontakt mit ihnen oder den Verzehr von Fleisch. Die Ansteckungsgefahr durch Kontakt mit Körperflüssigkeiten und Ausscheidungen Kranker ist hoch.

Die Forschungsinitiativen des BMBF

  • Deutsches Zentrum für Infektionsforschung (DZIF)

Wissenschaftliche Publikationen pro Jahr

In der Datenbank PubMed sind im Jahr 2014 zwischen 1000 und 5000 Einträgen verzeichnet worden.