Eckhard Elsen neuer Forschungsdirektor am CERN

Das CERN hat eine neue Führung. Mit der italienischen Physikerin Fabiola Gianotti steht zum ersten Mal eine Frau an der Spitze des Genfer Kernforschungszentrums.  Als Forschungsdirektor hat sie den deutschen Wissenschaftler Eckhard Elsen berufen.

Eckhard Elsen, neuer Forschungsdirektor am CERN
Eckhard Elsen, neuer Forschungsdirektor am CERN © desy

Eckhard Elsen hat als Teilchenphysiker beim Forschungszentrum DESY und als Professor an der Uni Hamburg langjährige Erfahrung an verschiedenen Experimenten gesammelt. Als Projektleiter mehrerer EU-geförderter Forschungsprojekte und Mitglied in vielen internationalen Gremien ist er mit der internationalen Forschungspolitik vertraut.

Fabiola Gianotti war an der Entdeckung des Higgs-Teilchens beteiligt. Sie arbeitet seit 1987 am CERN und war Sprecherin des Atlas-Experiments am Large Hadron Collider (LHC), dem größten Teilchenbeschleuniger der Welt. Am LHC begann im Jahre 2015 die zweite lange Forschungsperiode. Bei den höchsten jemals in einem Teilchenbeschleuniger erzeugten Energien vermessen die Teilchenphysiker die Eigenschaften des Higgs-Teilchens und suchen nach neuen Teilchen, um bisher unverstandene Effekte wie Dunkle Materie zu erklären.

Dr. Fabiola Gianotti, Generaldirektorin des CERN
Dr. Fabiola Gianotti, Generaldirektorin des CERN © CERN/Maximilien Brice

Fabiola Gianotti folgt auf Rolf Heuer. Der deutsche Teilchenphysiker führte die Geschicke des europäischen Forschungszentrums sechs Jahre lang. Unter seiner Amtszeit wurde der Messbetrieb am Large Hadron Collider aufgenommen. Zu den größten Erfolgen gehörte das im Jahre 2012 entdeckte Higgs-Teilchen, durch das alle fundamentalen Teilchen ihre Masse erhalten. Nach ihm hatten Forscherinnen und Forscher jahrzehntelang gesucht; der experimentelle Nachweis wurde im Jahre 2013 mit dem Nobelpreis gewürdigt.

Mehr als tausend Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Deutschland beteiligen sich an der Suche nach den fundamentalen Bausteinen der Materie und deren grundlegenden Wechselwirkungen am CERN, einem herausragenden Beispiel für internationale Grundlagenforschung. Deutschland trägt mit etwa 200 Millionen Euro im Jahr rund 20 Prozent des CERN-Haushaltes. Darüber hinaus fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung mit rund 25 Millionen Euro pro Jahr Projekte der sogenannten Verbundforschung am LHC und am CERN.