"Ein neues Aushängeschild für den Hochleistungsrechenstandort"

Rede des Parlamentarischen Staatssekretärs bei der Bundesministerin für Bildung und Forschung, Thomas Rachel, anlässlich der Einweihung des Hochleistungsrechners „Cluster Aix-la-Chapelle (CLAIX-2018) der RWTH in Aachen.

Es gilt das gesprochene Wort.

Meine sehr verehrten Damen und Herren,

ich möchte Sie alle sehr herzlich begrüßen. Es ist mir eine besondere Freude, mit Ihnen heute hier auf diesem tollen Campus, wo ich immer wieder gerne zu Gast bin, den neuen Hochleistungsrechner CLAIX einzuweihen.

Dieses neue Zentrum, das gemeinsam vom Bund und dem Land NRW finanziert wird, ist wieder ein gelungenes Beispiel für die Fortentwicklung moderner Schlüsseltechnologien im Bereich der IT, die Deutschland weiterbringen.

Thomas Rachel, Parlamentarischer Staatssekretär bei der Bundesministerin für Bildung und Forschung. © Bundesregierung / Steffen Kugler

Hier auf dem Campus werden durch CLAIX die Strukturen auf dem herausfordernden Gebiet des High Performance Computing erheblich erweitert. Dieser Superrechner ist ein neues Aushängeschild für den Hochleistungsrechenstandort und die Voraussetzungen hierfür haben wir gemeinsam geschaffen!

Denn: Die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz (GWK) hat im November 2018 die Bund-Länder-Vereinbarung Forschungsbauten, Großgeräte und Nationales Hochleistungsrechnen beschlossen. Auf dieser Grundlage wird mit dem Nationalen Hochleistungsrechnen (NHR) ein zukunftsfähiges Netzwerk von Hochleistungsrechnern errichtet, mit dessen Rechenkapazitäten die deutschen Hochschulen gestärkt werden.

Das BMBF hält den Zugang und die Nutzung von Hoch- und Höchstleistungsinfrastrukturen (High Performance Computing, HPC) für den Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit von Wissenschaft und Wirtschaft für unerlässlich. Ohne Simulationsverfahren auf Hoch- und Höchstleistungsrechnern ist Grundlagenforschung wie z. B. in der Energieforschung, den Material- und Lebenswissenschaften oder auch der Klimaforschung undenkbar. Denn: Das HPC ist Grundlage für zahlreiche innovative Produkte in den Schlüsselbereichen der deutschen Wirtschaft und auch „Motor“ für die anwendungsorientierte Forschung in den Bereichen künstliche Intelligenz (KI) und Big Data, die auf entsprechende Infrastrukturen angewiesen sind.

Deutschland hat im Bereich des HPC eine sehr hohe Methodenkompetenz und nimmt im Bereich der Anwendungsentwicklung und HPC-Software bereits jetzt eine führende Rolle ein. Darauf können wir sehr stolz sein! 

Anschaulich wird dies hier in Aachen: Die RWTH betreibt seit vielen Jahrzenten erfolgreich das High Perfomance Computing. Der neue Hochleistungsrechner CLAIX trägt in der Anwendung entscheidend dazu bei, den steigenden Rechenbedarf für natur- und ingenieurwissenschaftliche Simulationen – zum Beispiel in der Materialforschung – zu decken. Dabei greifen die anwendungs- und methodenwissenschaftliche Ansätze dieser Forschungs-programmatik hervorragend ineinander und verstärken sich gegenseitig.

Meine sehr verehrten Damen und Herren,

Spitzenforschung braucht attraktive und wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen. Dazu gehören auch hervorragende Infrastrukturen: Im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe von Bund und Ländern stellt mein Haus für die Förderung bedeutender Forschungsbauten und Großgeräten an Hochschulen seit 2007 pro Jahr rund 300 Mio. € bereit.

Für diesen neuen Hochleistungsrechner CLAIX, der im Rahmen des hochkompetitiven Antragsverfahrens der Gemeinschaftsaufgabe Förderung von Forschungsbauten an Hochschulen von der RWTH Aachen eingeworben wurde, unterstützt der Bund die Baukosten mit gut 11 Millionen Euro.

Spitzenforschung bedarf aber nicht nur einer hervorragenden Forschungsinfrastruktur, sondern insgesamt eines motivierenden Umfelds, das Freiräume schafft und zu besonderen Leistungen anspornt. – Und sie bedarf kluger Köpfe, die diese Räume für eine personell und inhaltlich ausgezeichnete Forschung und Lehre nutzen.

Mit der Exzellenzinitiative ist seit 2006 Beachtliches gelungen. Solche Leuchttürme der Forschung strahlen auf die gesamte Universitätslandschaft ab und diese neue Dynamik hat auch international viel Beachtung erhalten. Hier an der RWTH Aachen wissen Sie das natürlich aus eigener Anschauung!

Mit der neuen - auf Dauer angelegten Exzellenzstrategie - vereinen wir auf einmalige Weise die Förderung wissenschaftlicher Spitzenforschung mit langfristigen und strategischen Investitionen in das Hochschulsystem: Zusätzlich zu den 57 Exzellenzclustern wurden erst kürzlich 10 Exzellenzuniversitäten und 1 Exzellenzverbund zu Förderung ausgewählt, worauf wir sehr stolz sind. Und weil unser Land eine lebendige Wissenschaftslandschaft braucht, können sich 2026 vier neue Förderfälle im wettbewerblichen Verfahren durchsetzen. Wir haben damit gute Voraussetzungen dafür geschaffen, dass Deutschland seine Position in der internationalen Spitzenforschung behaupten und ausbauen kann.

Meine sehr verehrten Damen und Herren,

Spitzenforschung braucht auch begabte junge Menschen, die neue methodische und theoretische Ansätze in die Forschung einbringen und sich eigenständig wissenschaftlich qualifizieren.

Mit dem Wissenschaftszeitvertragsgesetz stehen den Hochschulen und Forschungseinrichtungen besondere Möglichkeiten zur Verfügung, den wissenschaftlichen Nachwuchs während der Qualifizierungsphase sowie in Drittmittelprojekten befristet zu beschäftigen. Das Gesetz gibt den Einrichtungen die Freiheit, die sie brauchen, um den wissenschaftlichen Nachwuchs aus- und weiterzubilden und Forschung auf höchstem Niveau zu betreiben.

Für die Verbesserung der Situation des wissenschaftlichen Nachwuchses ist auch die Weiterentwicklung der Personalstrukturen an den Universitäten von Bedeutung. Einen wesentlichen Impuls dazu haben Bund und Länder 2016 mit dem Tenure-Track-Programm gegeben. Für viele junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler wird mit diesem Programm der Weg zur Professur erheblich planbarer: Nach erfolgreicher Bewährungsphase sieht diese den unmittelbaren Übergang in eine Lebenszeitprofessur vor.

Hierfür stellt der Bund signifikante Mittel bereit: Insgesamt eine Milliarde Euro für 1.000 zusätzliche Tenure-Track-Professuren, verteilt über eine Laufzeit von 15 Jahren. Seit den letzten Förderentscheidungen vor wenigen Wochen stehen nun alle geförderten Universitäten im Tenure-Track-Programm fest. 75 Universitäten sind es insgesamt. Dazu gehört nun auch die RWTH Aachen. Zu diesem tollen Erfolg gratuliere ich Ihnen sehr herzlich!

Meine sehr verehrten Damen und Herren,

mit dem neuen Superrechner CLAIX wird hier in Aachen die hochgradig vernetzte Spitzenforschung gedeihen. Davon bin ich überzeugt. Nutzen Sie insofern die idealen Bedingungen, die Sie hier in Bälde in diesem Zentrum vorfinden werden und gehen Sie erfolgreich die aktuellen Herausforderungen an.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen weiterhin viel Erfolg!

Vielen Dank!