Einweihung des Multifunktionsgebäudes und Bildgebungszentrums im Leibniz-Institut für Primatenforschung

Grußwort von Georg Schütte, Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung, am 20.04.2015 in Göttingen  

Dr. Georg Schütte, Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung
Dr. Georg Schütte, Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung © Laurence Chaperon

Es gilt das gesprochene Wort!

Sehr geehrter Herr Ministerpräsident,
Sehr geehrte Frau Professor Beisiegel,
Sehr geehrter Herr Professor Kleiner,
Sehr geehrter Herr Professor Treue,
Liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Deutschen Primatenzentrums,
Werte Gäste!

Ich freue mich, heute bei der Eröffnung der beiden neuen Gebäude dabei zu sein. Fest steht: Spitzenforschung braucht Spitzenbedingungen. Mit dem hochmodernen Bildgebungszentrum und den zwei neuen MRT-Geräten schaffen Sie genau dies: beste Voraussetzungen für weiteren Erkenntnisgewinn sowie eine Basis für die zukünftige Vernetzung am „Göttingen Campus“ und darüber hinaus. Der neu geschaffene Laborbereich im Multifunktionsgebäude wird zwei neuen Forschergruppen zugute kommen. Zudem bietet das neue Multifunktionsgebäude mit seinem Hörsaal und den Besprechungsräumen genug Raum für den Dialog und für die Weitergabe von Forschungsergebnissen an den wissenschaftlichen Nachwuchs und Studierende.

Damit tragen die Gebäude auch dazu bei, zwei wichtige forschungspolitische Ziele des Paktes für Forschung und Innovation zu erfüllen: Erstens, die Vernetzung des Wissenschaftssystems leistungssteigernd und dynamisch zu gestalten. Und zweitens, die besten Forscherinnen und Forscher dauerhaft für die deutsche Wissenschaft zu gewinnen.

Um die Forschung langfristig erfolgreich, unabhängig und international wettbewerbsfähig zu gestalten, sind strategische Kooperationen auf Augenhöhe notwendig - mit anderen außeruniversitären Forschungseinrichtungen, mit Universitäten und mit der Wirtschaft. Dafür hat das Deutsche Primatenzentrum als eine der Forschungs- und Infrastruktureinrichtungen der Leibniz-Gemeinschaft nun zukünftig noch bessere Bedingungen. Es ist ein zentraler politischer Schwerpunkt der Bundesregierung, den Forschungs- und Innovationsstandort Deutschland zu stärken. Der Bedeutung starker Forschungsorganisationen, wie der Leibniz-Gemeinschaft, für den Forschungsstandort Deutschland sind wir uns dabei bewusst. Ein wichtiges Instrument ist der von mir anfangs schon erwähnte Pakt für Forschung und Innovation.

Denn mit ihm schaffen Bund und Länder Verlässlichkeit und finanzielle Sicherheit für die gemeinsam geförderten außeruniversitären Forschungseinrichtungen. Auch der Neubau des Bildgebungszentrums hier am Deutschen Primatenzentrum verdeutlicht die gute Zusammenarbeit zwischen Bund und Ländern: Die Kosten für den Neubau wurden je zur Hälfte vom Land Niedersachsen und dem Bund getragen.

Gemeinsam haben Bund und Länder die Zuwendungen an die außeruniversitären Forschungseinrichtungen Jahr für Jahr gesteigert. Ab 2016 trägt der Bund diesen Aufwuchs allein, um die Länder zu entlasten.

Es ist ein wichtiges Anliegen des BMBF, dass Forschungsergebnisse den Menschen zugute kommen. Dieses Anliegen haben wir im Rahmenprogramm Gesundheitsforschung verankert und richten unsere Forschungspolitik danach aus. Auch das Motto der Leibniz-Gemeinschaft lautet „Theoria cum praxi: Wissenschaft zum Wohl und Nutzen des Menschen“. Mit Ihren überzeugenden naturwissenschaftlichen und medizinischen Forschungsergebnissen leisten Sie in Göttingen einen wichtigen Beitrag, Krankheitsursachen besser zu verstehen und Forschungsergebnisse aus dem Labor in die medizinische Praxis zu überführen. Forschungsfreundliche Rahmenbedingungen und Infrastrukturen, wie Sie hier in Göttingen entstanden sind, sind dafür eine unverzichtbare Voraussetzung.

Wir alle wissen, dass die hier durchgeführte Forschung in der Öffentlichkeit ein kontrovers diskutiertes Thema ist. Ich begrüße es daher sehr, dass Sie sich als Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler immer wieder aktiv in die Debatten um die wissenschaftliche Notwendigkeit von Tierversuchen einbringen. Akzeptanz können wir nur durch Aufklärung erzielen. Dabei können wir sicher sein, dass in Ihrem Institut bei der Durchführung aller Untersuchungen stets international anerkannte wissenschaftliche, methodische und ethische Standards und die geltenden rechtlichen Vorschriften eingehalten werden. Dafür haben Sie hier in Göttingen die besten Voraussetzungen geschaffen, besitzen jahrzehntelange Erfahrung und überzeugen durch Ihre Expertise.

Wie zukunftsträchtig die Forschung am Deutschen Primatenzentrum ist, spiegelt sich auch in ihren Erfolgen im Bereich Technologietransfer wider, die unter anderem zur Finanzierung des Multifunktionsgebäudes genutzt wurden.

Den Prozess der Translation zu beschleunigen, also den Transfer von Forschungsergebnissen und Technologien aus dem Labor in die Praxis, ist auch ein Grundgedanke der Deutschen Zentren der Gesundheitsforschung. Es freut mich deshalb besonders, dass das neue Bildgebungszentrum nicht nur allen im „Göttingen Campus“ zusammengeschlossenen Wissenschaftseinrichtungen zur Verfügung stehen wird, sondern auch den Deutschen Zentren der Gesundheitsforschung zugute kommt. Denn der Standort Göttingen ist sowohl am Deutschen Zentrum für neurodegenerative Erkrankungen als auch am Deutschen Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung beteiligt. Damit trägt dieser Neubau auch zur lebhaften Interaktion von universitären und außeruniversitären Forschungseinrichtungen bei. Die Erfahrung zeigt: Der bessere Zugang zu einer exzellenten wissenschaftlichen Infrastruktur ermöglicht neue Kooperationen, stärkt die wissenschaftliche Vernetzung und bietet eine strategische Plattform.

Diesen Erfolg versprechenden Ansatz werde ich mit großem Interesse weiter verfolgen und wünsche Ihnen viel Erfolg für die Zukunft.