Empfehlungen zum Management von Forschungsdaten

Der Rat für Informationsinfrastrukturen (RfII) schlägt vor, eine Nationale Forschungsdaten-Infrastruktur (NFDI) zu gründen und die digitale Kompetenz junger Forscher zu stärken. Diese und andere Empfehlungen hat der RfII an Bund und Länder übergeben.

Empfehlungen an die GWK übergeben: Staatssekretärin Cornelia Quennet-Thielen (Mitte) und Staatsrat Gerd-Rüdiger Kück (Bremen) mit Sabine Brünger-Weilandt (ganz rechts) und Otto Rienhoff (2.v.l.), den Vorsitzenden des RfII, sowie Petra Gehring (Leiterin des Redaktionsausschusses) © BMBF/Hans-Joachim Rickel

Der Rat für Informationsinfrastrukturen (RfII) spricht sich für die Gründung einer Nationalen Forschungsdaten-Infrastruktur (NFDI) aus, die der Wissenschaft eine Grundversorgung an Speichermöglichkeiten und Services anbieten soll. Dabei soll die NFDI Fragmentierung überwinden, Standards und Methoden vereinheitlichen und Langzeitverfügbarkeit von Daten sicherstellen.

Der RfII

Der Rat für Informationsinfrastruktur wurde von der GWK unter anderem damit beauftragt, für das Gebiet der Informationsinfrastrukturen Empfehlungen zur formulieren, Handlungsoptionen aufzuzeigen und die Selbstorganisation in der Wissenschaft zu stärken. Er hat seine Arbeit im November 2014 aufgenommen und nun das Positionspapier „Leistung aus Vielfalt“ über die GWK an Bund, Länder und Wissenschaft überreicht.

Ebenso empfiehlt der RfII, die Allgemein- und Fachkompetenz des wissenschaftlichen Nachwuchses in Bezug auf die Digitalisierung zu fördern. Module zur Vermittlung von Informationskompetenz und Datenmanagementkenntnissen sollten in das gesamte Spektrum bestehender Studiengänge – von Natur- und Ingenieurswissenschaften über Medizin und Jura bis zu den Geisteswissenschaften – integriert werden. Neue Berufsbilder (wie Datenarchivar, digitaler Dokumentar, Data Librarian, Data Scientist, Datenkurator) sollten ermöglicht und entsprechende Vollstudiengänge entwickelt werden, um die Lücke zwischen den Wissenschaftlern und den Informationsinfrastrukturen zu schließen. Ebenso sollten forschungsdatenmanagementnahe Ausbildungsgänge weiterentwickelt werden.

Diese Empfehlungen zu Strukturen, Prozessen und Finanzierung des Forschungsdatenmanagements hat der RfII an die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz (GWK) übergeben. Er wurde dazu von der GWK zu einem forschungspolitischen Gespräch eingeladen. Unter dem Titel „Leistung aus Vielfalt“ gibt der RfII einen detaillierten Überblick über den aktuellen Stand des Forschungsdatenmanagements in Deutschland. Es gebe viele dezentrale Ansätze in Deutschland, was negativ auf Zersplitterung hindeute, aber positiv für Vielfalt spreche.

Auch zu Fragen wie der Open-Data-Kultur, zur Verstetigung von Forschungs-Infrastrukturprojekten, zu rechtlichen und forschungspolitischen Rahmenbedingungen und dem europäischen und internationalen Anschluss nimmt der RfII Stellung.