Energieforschung: Müller eröffnet deutsch-tschechische Konferenz

Der Parlamentarische Staatssekretär Stefan Müller hat die deutsch-tschechische Zusammenarbeit in der Energieforschung gewürdigt. Es sei eine Aufgabe aller Europäer, die Energieversorgung klimaneutral umzubauen.

Der Parlamentarische Staatssekretär Stefan Müller eröffnet die deutsch-tschechische Konferenz zur Energieforschung, zu der auch der stellvertretende tschechische Wissenschaftsminister Robert Plaga (in der ersten Stuhlreihe rechts) nach Erlangen gekommen ist. © Kurt Fuchs

Zusammen mit dem stellvertretenden Wissenschaftsminister der Tschechischen Republik Robert Plaga eröffnete Müller in Erlangen die zweite deutsch-tschechische Konferenz für Forschung und Entwicklung. In ihrem Mittelpunkt steht die Energieforschung. „Der klimaneutrale Umbau der Energieversorgung ist eine gesellschaftliche Gestaltungsaufgabe für alle Europäer“, sagte Müller. Bei diesem Umbau müsse den Erfordernissen des globalen Klimawandels Rechnung getragen werden. „Zudem gilt es, den Anforderungen an einen leistungsstarken und wettbewerbsfähigen Industriestandort gerecht zu werden.“

Treibhausgasausstoss senken

Wie wichtig gerade die möglichst klimaneutrale, nachhaltige Energieversorgung für Europa ist, hat die europäische Kommission unlängst hervorgehoben. Das Minderungsziel für 2030 wurde bestätigt: Bis 2030 soll der europäische Treibhausgasausstoß um 40 Prozent gesenkt werden. Langfristig wird eine CO2-neutrale Elektrizitätsversorgung angestrebt. Dabei sind Energieerzeugung und Energieverteilung ein strategisch wichtiger Sektor mit europaweit fast 2,2 Mio. Beschäftigten. Sie sind von grundlegender Bedeutung für eine wettbewerbs- und leistungsfähige Wirtschaft. Auch die deutsche und die tschechische Wirtschaft sind auf eine sichere und ökonomische Energieversorgung angewiesen.

Regionale Kooperationen

Darum muss es gelingen, die fluktuierenden Erneuerbaren Energien in Deutschland mit modernen Großkraftwerken in der Tschechischen Republik grenzüberschreitend zu kombinieren – zum Vorteil der Verbraucher und Erzeuger und zum Schutz der Umwelt. Denn das Potential einer kohärenten europäischen Energieversorgung ist zu groß, um es ungenutzt zu lassen. Auch die Kommission regt verstärkte regionale Kooperationen an.

Wissenschaftler arbeiten zusammen

Forschung spielt dabei eine wichtige Rolle: Sie kann einen großen Beitrag dazu leisten, die unterschiedlichen nationalen Schwerpunktsetzungen in Europa zu einem funktionsfähigen, sicheren, nachhaltigen und bezahlbaren Gesamtsystem zusammenzuführen. Darum ist die Zusammenarbeit tschechischer und deutscher Wissenschaftlern von Bedeutung. Gemeinsame Energieforschung trägt zur Wettbewerbsfähigkeit beider Länder bei. Zudem kann sie wichtige Impulse in die europäische Energiedebatte bringen.

Die Konferenz in Erlangen bietet eine gute Gelegenheit, um Themen zu identifizieren, deren Erforschung in großem gegenseitigem Interesse liegt. Dabei werden die Forschungslandschaften in themenbezogenen Fachpanels vorgestellt, künftige Kooperationsfelder erörtert sowie erste gemeinsame Initiativen begründet. Beide Seiten stellen Förderinstrumente für die Zusammenarbeit auf bilateraler und europäischer Ebene bereit.

Die "Kopernikus-Projekte"

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung hat – in Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie – in den letzten Jahren bereits mehr als 350 Millionen Euro in innovative Konzepte, Methoden und Technologien zu Netzplanung und Netzbetrieb, Systemdienstleistungen und Verteilungstechnik sowie zu Speichern investiert. Damit will die Bundesregierung die Vernetzung auf europäischer Ebene vorantreiben. Beispielgebend sind die „Kopernikus-Projekte“, die größte Forschungsinitiative der Bundesregierung zur Energiewende mit einer Fördersumme von bis zu 400 Millionen Euro bis 2025.