Energiewende: Die Suche nach dem Material der Zukunft

In Berlin hat Bundesforschungsministerin Johanna Wanka den neuen Laborkomplex „EMIL“ eröffnet. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler werden hier Materialien erforschen, die sich zur Gewinnung und Speicherung von Energie eignen.

Wie können wir Solarzellen so konstruieren, dass sie das Sonnenlicht noch effizienter in Energie umwandeln? Und wie lässt sich die Sonnenenergie für den späteren Bedarf speichern? Damit die Energiewende gelingt, braucht Deutschland Materialforschung auf Spitzenniveau.

Daran arbeiten in Zukunft Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im Laborkomplex „EMIL“ in Berlin-Adlershof. Mit diesem neuen Materialforschungslabor  am Elektronenspeicherring „BESSY II“ baut das Bundesforschungsministerium gemeinsam mit dem Helmholtz-Zentrum Berlin und der Max-Planck-Gesellschaft die Infrastruktur für die Energieforschung weiter aus.

„Die hier gelebte Verbindung von exzellenter Energieforschung mit dem Betrieb einzigartiger Infrastrukturen schafft ein Forschungsumfeld mit besonderen Synergieeffekten und legt den Grundstein für neue und erfolgreiche Produkte“, sagte Bundesministerin Johanna Wanka. EMIL ermögliche insbesondere der Industrie, Materialinnovationen voranzutreiben. Die Kooperation von Wissenschaft und Wirtschaft in der Materialforschung sei entscheidend für innovative Energietechnik, so Wanka weiter.

Wirtschaft und Wissenschaft forschen gemeinsam

EMIL – das steht für Energy Materials In-Situ Laboratory. Wissenschaft und Wirtschaft erhalten damit Zugriff auf ein weltweit einzigartiges Labor zur Röntgenanalytik von Materialien für Photovoltaik, solare Brennstoffe, Thermoelektrika und für photokatalytische Prozesse. Dafür haben das Bundesforschungsministerium, das Helmholtz-Zentrum Berlin und die Max-Planck-Gesellschaft rund 20 Millionen Euro investiert.

Energietechnologie ist Hochtechnologie: Die eingesetzten Werkstoffe müssen sowohl den extremen Umwelt- und Betriebssituationen bei Energiewandlung, -transport und -speicherung standhalten als auch den Anforderungen an einen wirtschaftlichen Betrieb genügen. Die richtigen Werkstoffe sind das Fundament praxistauglicher und wirtschaftlicher Energietechnik.

Fortschritt durch Materialforschung

Neue Erkenntnisse über Werkstoffe sind seit jeher die Triebfeder von technischem Fortschritt und Innovation. Mehr als zwei Drittel aller technischen Neuerungen gehen direkt oder indirekt auf neue Materialien zurück. Die Digitalisierung wäre etwa ohne die Entdeckung der Halbleiter undenkbar.

Deutschland hat beste Voraussetzungen, sich zu einer weltweit führenden Green Economy entwickeln. Schon jetzt liegt der Weltmarktanteil von „Greentech made in Germany“ bei rund 14 Prozent. Deutschland nimmt damit eine internationale Vorreiterrolle auf dem Weg zu einer nachhaltigen Wirtschaftsweise ein.