Epidemien frühzeitig stoppen

Deutschland beteiligt sich an internationaler Impfstoffinitiative / Wanka: "Weltweite Notfallvorsorge verbessern"

Deutschland beteiligt sich an der internationalen Initiative "Coalition for Epidemic Preparedness Innovations" (CEPI). Ziel von CEPI ist es, Epidemien zu stoppen, bevor großflächige Gesundheitskrisen entstehen und zu humanitären Katastrophen führen. CEPI ist eine internationale öffentlich-private Partnerschaft aus Staaten, Stiftungen und Unternehmen der pharmazeutischen Industrie. In Reaktion auf die Ebola-Krise hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel im Januar 2015 einen Sechs-Punkte-Plan zur besseren Krisenprävention und -reaktion im Gesundheitsbereich vorgelegt, der auch Forschung und Entwicklung zu Impfstoffen umfasste. Diskussionen über die Lehren aus Ebola im Rahmen des Weltwirtschaftsforums in Davos 2016 führten zu der Gründung der Initiative CEPI.  Das Bundesministerium für Bildung und Forschung stellt für CEPI kurzfristig zehn Millionen Euro für das Haushaltsjahr 2017 bereit.

"Die weltweite Notfallvorsorge zu verbessern, liegt in unser aller Interesse. Der Ebola-Ausbruch hat uns sehr deutlich gemacht, dass die nationale und internationale Notfallvorsorge für derartige Epidemien bislang unzureichend ist. Mit der CEPI-Initiative leistet Deutschland einen wichtigen Beitrag, um durch international koordinierte Forschung und Entwicklung eine Epidemie wie Ebola zu verhindern", sagte Bundesforschungsministerin Johanna Wanka. Die Unterstützung der CEPI-Initiative ergänzt die Forschungsförderung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung zu Infektionskrankheiten, die vornehmlich in den ärmsten Ländern der Welt auftreten.

CEPI wird sich zunächst auf die Entwicklung von Impfstoffen gegen Erreger konzentrieren, die gefährliche Epidemien auslösen können. Denn Impfungen sind das wirksamste Mittel zur Vorbeugung und Bekämpfung von Infektionskrankheiten. Ein Grund für fehlende Impfstoffe liegt in dem nicht vorhandenen Wertschöpfungspotenzial für die Unternehmen der Pharmaindustrie. Sie haben oft keinen Anreiz, die hohen Entwicklungskosten zu übernehmen. Die Grundlage für die Auswahl der über CEPI zu entwickelnden Impfstoffe ist eine von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zusammengestellte Liste von wahrscheinlich in Zukunft neu oder wieder auftretenden Erregern. Die Impfstoffe sollen so weit entwickelt und produziert werden, dass sie im Falle einer Epidemie sofort einsatzbereit sind.

Der offizielle Start der Initiative wird auf dem kommenden Weltwirtschaftsforum im Januar 2017 in Davos bekannt gegeben. Deutschland will das Thema Globale Gesundheit auch während seiner G20-Präsidentschaft im nächsten Jahr aufgreifen.

Weitere Informationen:
https://www.bmbf.de/de/armutsassoziierte-krankheiten-275.html