ERA-Fellowships: Campuswoche startet

Wie lässt sich Wissenschaft über Ländergrenzen hinweg managen? Darüber diskutieren ab heute wieder Fellows aus 13 EU-Ländern bei der Campuswoche des Austauschprogramms "ERA-Fellowships" in Bonn.

Mit dem Austauschprogramm „ERA Fellowships – Science Management“ unterstützt das Bundesforschungsministerium die internationale Netzwerkarbeit im Wissenschaftsmanagement. © Getty Images / PeopleImages

Die europäische Vernetzung ist ein wichtiges Erfolgskriterium für exzellente Forschung. Dies gilt auch für das Management von Wissenschaftseinrichtungen. Wissenschaftsmanager und -managerinnen sind die Wegbereiter für Kooperationen zwischen Forschenden über Ländergrenzen hinweg. Daher ist es wichtig, ihre Kompetenzen und Netzwerke zu stärken.

Deutschland baut im Rahmen seiner nationalen Strategie zum Europäischen Forschungsraum die Zusammenarbeit mit den EU13-Ländern aus. Das Programm der "ERA Fellowships – Science Management“ ist ein Teil davon. Es fördert die europäische Vernetzung von Wissenschaftseinrichtungen auf der Management-Ebene.

Insgesamt werden 30 Praxisaufenthalte für Personen aus den EU13-Ländern gefördert. © Getty Images / jacoblund

Deshalb bringt das Austauschprogramm „ERA Fellowships – Science Management genau diese Wegbereiter aus den EU-13-Partnerländern mit deutschen Wissenschaftseinrichtungen zusammen. Sie erhalten die Möglichkeit, voneinander zu lernen und jene Netzwerke zu stärken, die den Europäischen Forschungsraum voranbringen. Exzellent ausgebildete Wissenschaftsmanager/innen leisten einen wichtigen Beitrag zur Effektivität der nationalen Forschungssysteme innerhalb Europas.

Gastaufenthalte starten zwischen Januar und März 2020

Insgesamt werden 18 EU13-Fellows während ihres acht- bis zwölfwöchigen Gastaufenthalts an einer deutschen Wissenschaftseinrichtung oder Hochschule (Gasteinrichtung) praktische Erfahrungen im Wissenschaftsmanagement sammeln. Dabei lernen sowohl die Fellows als auch die Hosts von ihren Austauschpartnerinnen und -partnern. Zum Beispiel tauschen sie sich darüber aus, wie die jeweiligen Einrichtungen ihre EU-Projekte managen oder vergleichen, wie man im Gast- oder im Herkunftsland Forschungsanträge schreibt. Aber auch allgemeine Organisations- und Arbeitsabläufe kennenzulernen, ist für die ERA Fellows sowie für ihre Hosts interessant.

Einige deutsche Gastinstitutionen nehmen auch das Angebot zum wechselseitigen Austausch wahr und werden nach der Austauschzeit in Deutschland Gegenbesuche an den Einrichtungen ihrer jetzigen Gäste durchführen.

Campuswochen bilden Grundlage für Kompetenz

Die Praxisaufenthalte der ERA Fellows werden von zwei Campuswochen im Februar und Mai 2020 ergänzt. Sie vermitteln theoretisches Wissen zum Wissenschaftsmanagement. Themen wie Allgemeine Wissenschaftskommunikation, Wissenstransfer oder Internationalisierungsstrategien der Hochschulen und anderer Forschungseinrichtungen sollen aus vielfältigen Perspektiven beleuchtet werden. Darüber hinaus bieten die Campuswochen viel Gelegenheit zum direkten Erfahrungsaustausch und zur Vernetzung der Fellows untereinander. Ein Highlight der Bonner Campuswoche wird ein festlicher Abendempfang im Zoologischen Forschungsmuseum Koenig (ZFMK) sein, der zugleich auch den Abschluss der Campuswoche markiert. Hier kommen die Fellows und Gasteinrichtungen mit weiteren deutschen Akteuren der Wissenschafts- und Forschungsfördereinrichtungen zusammen.

Beitrag zum Europäischen Forschungsraum

Mit der Maßnahme leistet das Bundesministerium für Bildung und Forschung einen nationalen Beitrag zur Erreichung der Ziele des Europäischen Forschungsraumes, der dieses Jahr sein 20-jähriges Bestehen feiert. Die Maßnahme investiert in das Wissen der Beteiligten und hilft so, die Fragmentierung der europäischen Forschung zu verringern.

Durch den gegenseitigen Austausch und den Kompetenzaufbau im Wissenschaftsmanagement werden die nationalen Forschungssysteme effizienter und effektiver. Die Rahmenbedingungen für die Forschung werden verbessert, denn das Wissenschaftsmanagement unterstützt die Forschenden bei der Antragsstellung. Diese Mobilisierung von Wissen stärkt den europäischen Forschungsraum und somit die Wettbewerbsfähigkeit Europas.