Erasmus plus: Europas beliebtes Bildungsprogramm

Das neue EU-Programm schlägt Brücken und wirkt über Bildungsbereiche hinweg. "Das beugt Jugendarbeitslosigkeit vor und schafft Perspektiven für die Jugend Europas", sagte Bundesministerin Johanna Wanka bei der nationalen Auftaktveranstaltung.

"Das Programm schlägt Brücken zwischen Menschen, wirkt über Bildungsbereiche und Ländergrenzen hinweg. Die finanziell deutlich bessere Ausstattung bietet jungen Menschen einzigartige Angebote und Chancen, sich persönlich weiterzuentwickeln und wichtige berufliche Kompetenzen anzueignen. Das beugt Jugendarbeitslosigkeit vor und schafft Perspektiven für die Jugend Europas."

Johanna Wanka
Bundesministerin Wanka beim nationalen Auftakt zu Erasmus+ © Jessica Wahl

Erasmus+, das EU-Programm für allgemeine und berufliche Bildung, Jugend und Sport, öffnet für die Jahre 2014 bis 2020 neue Perspektiven für die Mobilität Lernender und unterstützt junge Menschen und Lernende dabei, beschäftigungsrelevante und interkulturelle Kompetenzen zu erwerben. Zudem fördert Erasmus+ die europäische sowie internationale Bildungszusammenarbeit  und hilft den teilnehmenden Ländern bei der Modernisierung ihrer Bildungssysteme und der Jugendarbeit. Zurzeit beteiligen sich die 28 Mitgliedstaaten der EU sowie Island, Norwegen, Liechtenstein, die Türkei und ehemalige jugoslawische Republik Mazedonien an Erasmus+. An der internationalen Mobilität und Zusammenarbeit im Hochschulbereich können sich auch die Drittstaaten beteiligen.

Nicht nur für Studierende

Erasmus+ bündelt die früheren non-formalen und formalen Bildungsprogramme der EU und macht sie überschaubarer, leichter zugänglich und besser nutzbar. Die bekannten Mobilitätsprogramme zur Förderung von Lernaufenthalten im Ausland, wie "Erasmus", "Leonardo da Vinci", "Jugend in Aktion“, "Comenius" und "Grundtvig" werden fortgeführt. Für das auf sieben Jahre angelegte Programm stellt die europäische Kommission ein Gesamtbudget von knapp 14,8 Milliarden Euro bereit. Den einzelnen Bildungsbereichen und dem Jugendsektor werden dabei bestimmte Mindestbudgets zugewiesen:

  1. 77,5 Prozent für allgemeine und berufliche Bildung, von denen folgende Mindestbeträge für die einzelnen Bereich zugewiesen sind:
    • 43 Prozent für Hochschulbildung, was 33,3 Prozent aller Mittel entspricht;
    • 22 Prozent für berufliche Bildung, was 17 Prozent aller Mittel entspricht;
    • 15 Prozent für Schulbildung, was 11,6 Prozent aller Mittel entspricht;
    • 5 Prozent für Erwachsenenbildung, was 3,9 Prozent aller Mittel entspricht;
  2. 10 Prozent für Jugend.

Viele Millionen Europäer profitieren

Mehr als 4 Millionen Menschen in Europa – insbesondere Schülerinnen, Schüler und Studierende, Auszubildende, Lehrkräfte und junge Freiwillige – sollen so bis 2020 Stipendien und Zuschüsse für einen Aufenthalt zu Lernzwecken im Ausland erhalten. In Deutschland werden mit Erasmus+ 2014 schätzungsweise 35.000 Studierende, rund 17.000 Auszubildende und 35.000 junge Menschen in Jugendbegegnungen und Freiwilligendiensten von Erasmus+ profitieren. Über den gesamten Programmverlauf bis 2020 können so geschätzt bis zu 275.000 Studierende, 150.000 Auszubildende und 130.000 junge Menschen in Begegnungsmaßnahmen aus Deutschland gefördert werden. Außerdem sind unter Erasmus+ im Rahmen von Schulpartnerschaften Mobilitäten von Schülerinnen, Schülern und Lehrkräften und europäische Lehrerfortbildungen möglich.

Studiendarlehen und einfache Verfahren

Neu in Erasmus+ ist die Garantiefazilität (Garantie für Ausfallrisiken): In einer Pilotphase werden Studiendarlehen für Studierende angeboten, die ein Masterstudienprogramm im europäischen Ausland absolvieren möchten. Studenten können so von einer jeweils national benannten Bank ein Darlehen erhalten, um ihr Masterstudium zu finanzieren. Weiter sind die Bewerbungsverfahren vereinfacht und bürokratische Hemmnisse in Erasmus+ abgebaut worden.

Für Erasmus+ sind in Deutschland drei Nationale Behörden verantwortlich (Bundesministerium für Bildung und Forschung, Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend sowie die Kultusministerkonferenz) und vier Nationale Agenturen für dessen Umsetzung zuständig – die Nationale Agentur „Jugend für Europa“ für den Bereich Jugend, die Nationale Agentur im Pädagogischen Austauschdienst (PAD) der Kultusministerkonferenz für den Schulbereich, die Nationale Agentur für EU-Hochschulzusammenarbeit beim DAAD für den Bereich der Hochschulbildung und die Nationale Agentur „Bildung für Europa“ beim Bundesinstitut für Berufsbildung für den Bereich der beruflichen Bildung und Erwachsenenbildung.