Erasmus +

Ein Auslandssemester in Estland, ein Berufspraktikum in Frankreich, ein Austausch mit einer Schulklasse in Polen, ein Freiwilligendienst in Griechenland: Das EU-Programm Erasmus+ macht Europa erfahrbar.

© European Commission

Nichts stärkt die europäische Identität mehr als Begegnung und gelebtes Miteinander über Ländergrenzen hinweg. Dafür steht auch Erasmus+, das EU-Programm für allgemeine und berufliche Bildung, Jugend und Sport, (2014 - 2020). Es fördert die Mobilität Lernender und unterstützt Menschen aller Altersstufen dabei, beschäftigungsrelevante und interkulturelle Kompetenzen zu erwerben.

Zudem fördert Erasmus+ die europäische sowie internationale Bildungszusammenarbeit und hilft den teilnehmenden Ländern bei der Modernisierung ihrer Bildungssysteme und der Jugendarbeit. Zurzeit beteiligen sich die 28 Mitgliedstaaten der EU sowie Island, Norwegen, Liechtenstein, die Türkei und die ehemalige jugoslawische Republik Mazedonien an Erasmus+.

Für viele Millionen junger Menschen hat Europa einen Namen: Erasmus. Das Förderprojekt wurde 1987 gegründet. Der Name geht zurück auf den Gelehrten Erasmus von Rotterdam (1466 bis 1536).

Nicht nur für Studierende

Erasmus+ ist 2014 gestartet. Es bündelt die früheren non-formalen und formalen Bildungsprogramme der EU und macht sie überschaubarer, leichter zugänglich und besser nutzbar. Die bekannten Mobilitätsprogramme zur Förderung von Lernaufenthalten im Ausland, wie "Erasmus", "Leonardo da Vinci", "Jugend in Aktion“, "Comenius" und "Grundtvig" werden fortgeführt. Für Erasmus +, das auf sieben Jahre angelegt ist, stellt die europäische Kommission ein Gesamtbudget von knapp 14,8 Milliarden Euro bereit. Den einzelnen Bildungsbereichen und dem Jugendsektor werden dabei bestimmte Mindestbudgets zugewiesen:

  • 77,5 Prozent für allgemeine und berufliche Bildung, von denen folgende Mindestbeträge für die einzelnen Bereiche zugewiesen sind:
    • 43 Prozent für Hochschulbildung, was 33,3 Prozent aller Mittel entspricht;
    • 22 Prozent für berufliche Bildung, was 17 Prozent aller Mittel entspricht;
    • 15 Prozent für Schulbildung, was 11,6 Prozent aller Mittel entspricht;
    • 5 Prozent für Erwachsenenbildung, was 3,9 Prozent aller Mittel entspricht;
  • 10 Prozent für Jugend

Viele Millionen Europäer profitieren

Mehr als 4 Millionen Menschen in Europa – insbesondere Schülerinnen, Schüler und Studierende, Auszubildende, Lehrkräfte und junge Freiwillige – erhalten über den gesamten Programmverlauf bis 2020 Stipendien und Zuschüsse für einen Aufenthalt zu Lernzwecken im Ausland. Bis zu 275.000 Studierende, 150.000 Auszubildende und 130.000 junge Menschen in Begegnungsmaßnahmen aus Deutschland können gefördert werden. Außerdem sind durch Erasmus+ im Rahmen von Schulpartnerschaften Reisen und Auslandsaufenthalte von Schülerinnen, Schülern und Lehrkräften und europäische Lehrerfortbildungen möglich.

Behörden und Nationale Agenturen

Für Erasmus+ sind in Deutschland drei Nationale Behörden verantwortlich (Bundesministerium für Bildung und Forschung, Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend sowie die Kultusministerkonferenz). Vier Nationale Agenturen sind für dessen Umsetzung zuständig – die Nationale Agentur „Jugend für Europa“ für den Bereich Jugend, die Nationale Agentur im Pädagogischen Austauschdienst (PAD) der Kultusministerkonferenz für den Schulbereich, die Nationale Agentur für EU-Hochschulzusammenarbeit beim DAAD für den Bereich der Hochschulbildung und die Nationale Agentur „Bildung für Europa“ beim Bundesinstitut für Berufsbildung für den Bereich der beruflichen Bildung und Erwachsenenbildung.