Erfolgreich trotz Studienabbruchs

Mit "Jobstarter plus" fördert das Bundesbildungsministerium 18 Projekte, die Studienabbrecher beim Übergang in eine berufliche Ausbildung begleiten. „Wir können es uns nicht erlauben, Studienabbrechern keine Angebote zu machen“, sagte Johanna Wanka.  

Johanna Wanka und Angela Merkel beim Unternehmen ComConsult, Partner des Jobstarter plus-Projekts 'Switch' in Aachen.
Johanna Wanka und Angela Merkel beim Unternehmen ComConsult, Partner des Jobstarter plus-Projekts "Switch" in Aachen. © Bundesregierung

 Studienabbruch gleich Neuanfang: Mit dem Programm "Jobstarter plus" fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung bundesweit 18 regionale Projekte, die sich an Studienabbrecherinnen und -abbrecher richten. Ziel ist es, die jungen Menschen für eine duale Berufsausbildung zu gewinnen.

„Wir können es uns nicht erlauben, Studienabbrechern keine Angebote zu machen“, sagte Bundesbildungsministerin Johanna Wanka. Man müsse den jungen Menschen signalisieren, dass sie in der Wirtschaft gebraucht werden. Ein Studienabbruch dürfe nicht als persönliches Scheitern empfunden werden. Nach der Entscheidung gegen das Studium müsse es deshalb schnell weitergehen, damit junge Menschen keine Lebenszeit verschwendeten. Jährlich brechen zwischen 60.000 und 100.000 Studentinnen und Studenten ihr Studium ab. Das kann viele Gründe haben – manchen gefällt das System der Hochschule nicht, andere haben sich für ein Fachgebiet entschieden, das ihnen nicht lag.

An dieser Stelle setzen die Projekte von "Jobstarter plus" an: Sie bringen Studienabbrecher, Kammern, Betriebe und Hochschulen zusammen. Den Abbrechern eröffnen sich durch eine berufliche Ausbildung ganz neue Karrierechancen. Persönliche Interessen, Erfahrungen und Vorkenntnisse sollen bei der Wahl einer Berufsausbildung berücksichtig werden. Beratung, Begleitung und Unterstützung soll den Studienabbrechern helfen, den richtigen Ausbildungsberuf zu finden.

Auch kleine und mittlere Unternehmen profitieren von den Projekten. Sie sind darauf angewiesen, leistungsstarke Jugendliche als zukünftige Fach- und Führungskräfte zu gewinnen. Die Projekte haben zum Ziel, zusammen mit den Unternehmen Rekrutierungsstrategien zu entwickeln und einen Weg zu finden, die bisherigen Leistungsnachweise aus dem abgebrochenen Studium anzurechnen.

Frühzeitig Alternativen anbieten

Zur Pressekonferenz im Bundesbildungsministerium hat Ministerin Wanka zwei Vertreter von "Jobstarter plus"-Projekten eingeladen, um über ihre bisherigen Erfahrungen zu berichten. Es sind Erfolgsgeschichten: Das Projekt „SWITCH – die Full-Service-Agentur“ der Stadt Aachen konnte seit dem Projektstart im Jahr 2011 170 Studienabbrecher in 140 Unternehmen bringen. "Wir helfen den Studierenden dabei, aus einem erfolglosen Studium eine erfolgreiche Ausbildung zu machen“, sagte Thomas Hissel von der Stadt Aachen auf der Pressekonferenz.

Die Hochschule Wismar und ihr Verbundpartner RegioVision GmbH Schwerin spricht mit dem neuen Projekt „ask for change“ schon Studierende in den ersten Studiensemestern an, um ihnen Alternativen aufzuzeigen. „Die Hemmschwelle muss niedrig und ein Wechsel positiv besetzt sein“, sagte Doreen Heydenbluth-Peters von der Hochschule Wismar. Lotsen und Mentoren sollen deshalb den Studierenden frühzeitig bei ihren Entscheidungen zur Seite stehen.

Die 18 vom BMBF geförderten Projekte werden von zwölf Kammern und vier Hochschulen getragen, für zwei  Projekte sind Bildungsdienstleister zuständig. Unter den Projektträgern gibt es einige wenige, die bereits auf Erfahrung mit dem Thema zurückgreifen können und solche, die sich erstmals diesem Themenfeld widmen. Insgesamt stellt das BMBF rund 7,2 Millionen Euro zur Verfügung, der Europäische Sozialfonds (ESF) ist an der Finanzierung beteiligt.