Eröffnung des G7-Wissenschaftsministertreffens

Grußwort der Bundesministerin für Bildung und Forschung Johanna Wanka in Berlin

Bundesministerin Johanna Wanka eröffnet das Treffen der Wissenschaftsminister
Bundesministerin Johanna Wanka eröffnet das Treffen der Wissenschaftsminister © BMBF/Hans-Joachim Rickel

Es gilt das gesprochene Wort!

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

meine sehr verehrten Damen und Herren!

Ich freue mich, Sie zum G7-Wissenschaftsministertreffen begrüßen zu dürfen. Ihnen allen ein herzliches Willkommen.

Deutschland hat in diesem Jahr die G7-Präsidentschaft inne. Im Rahmen dieser Präsidentschaft darf ich als Bundesforschungsministerin das dritte Treffen der Wissenschaftsministerinnen und -minister ausrichten. Nach den Treffen im Jahr 2008 in Japan und 2013 in Großbritannien ist es unser Wunsch, diese Treffen regelmäßig fortzuführen.

Die Abschlusserklärung vom G7-Gipfel in Schloss Elmau enthält viele Punkte, die ausdrücklich die Forschung betreffen. Es ist unsere Pflicht, diesen klaren Auftrag anzunehmen und möglichst konkret umzusetzen.

Wir haben vier große Themenbereiche:

•      Erstens: Armutsbedingte Krankheiten;

•      zweitens: Globale Forschungsinfrastrukturen;

•      drittens: die Zukunft der Meere;

•      viertens: Saubere Energien.

Die G7-Staaten nehmen in Wissenschaft und Forschung weltweit einen zentralen Platz ein. Mehr als die Hälfte der weltweiten Ausgaben für Forschung und Entwicklung entfallen auf die G7-Staaten. Etwa vier Fünftel der weltweit in Europa, Japan und den USA angemeldeten Patente stammen ebenfalls aus den G7-Staaten. Das sind beachtliche Zahlen, die zeigen, dass hier starke Forschungsqualität konzentriert ist. Die drei Länder mit der höchsten Anzahl an Patenten sind Teil der G7: Japan auf Platz eins, dahinter die USA und Deutschland.

Trotz dieser erfreulichen Zahlen dürfen wir einen Punkt allerdings nicht übersehen: Der Anteil der G7-Staaten an diesen Indikatoren nimmt ab. Bei den Patenten sank der Anteil zwischen 2005 und 2012 von 84,7 Prozent auf 81,7 Prozent. Und der Anteil der Ausgaben für Forschung und Entwicklung ging von 68,8 Prozent auf 50,8 Prozent zurück. Dass andere Nationen sich auch um Forschung und Entwicklung bemühen, muss man positiv werten. Andererseits möchten wir natürlich unsere starke Position halten und auch gut einsetzen. Um weiter stark zu sein – was gerade bei der Lösung der großen Aufgaben entscheidend ist –, müssen wir kooperieren, Synergieeffekte nutzen und unser Handeln strategisch abstimmen.

Dazu passt auch das Motto der deutschen G7-Präsidentschaft: „An morgen denken. Gemeinsam handeln.“ Es ist auch ein gutes Motto für die Forschung.

Hinter den konkreten Maßnahmen, die wir hier in Berlin vereinbaren wollen, sollten zwei große Ziele stehen: Das eine ist „mehr Nachhaltigkeit“, das andere „mehr Aufmerksamkeit“.

Globale Problemstellungen kann man nur durch gute internationale Kooperation und durch entsprechendes gemeinsames Engagement bewältigen. Wir haben aufgrund unserer wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit die Verpflichtung, uns in besonderem Maße um Themenbereiche zu kümmern, die uns möglicherweise nicht direkt vor unserer Haustüre betreffen, die aber an anderer Stelle in der Welt von Bedeutung sind. Forschung und Wissenschaft sind hier wichtige Schlüssel. Vieles, was heute selbstverständlich ist, wie Impfungen oder das Internet, wäre ohne Wissenschaft und Forschung, ohne Entwicklung und Innovation nie möglich gewesen.

Eine kurze Einführung in die Themen, die wir heute besprechen, geben uns internationale Expertinnen und Experten. Nach den Vorträgen haben wir ausreichend Zeit, um uns darüber auszutauschen und uns über die Forschungsaufgaben und die Strategien zu verständigen.

Ein besonderes Anliegen ist mir auch, das parallel stattfindende G7-Treffen der Gesundheitsministerinnen und -minister mit unserem Treffen zu verknüpfen. Auch wenn wir in unseren Diskussionen unterschiedliche Schwerpunkte setzen, muss der Ansatz zur Lösung globaler Herausforderungen möglichst umfassend sein.

Zunächst möchte ich Sie jedoch nochmals herzlich willkommen heißen. Ich danke Ihnen, dass Sie die zum Teil weite Anreise nicht gescheut haben. Und ich freue mich auf die Gespräche mit Ihnen.

Vielen Dank.