Eröffnung desDeutsch-Chinesischen Symposiums zur Intelligenten Fertigung und Vernetzung der Produktionsprozesse

Grußwort des Staatssekretärs im Bundesministerium für Bildung und Forschung, Dr. Georg Schütte in Berlin

Es gilt das gesprochene Wort!

Sehr geehrter Herr Vizeminister Huai,

verehrter Herr Botschafter Shi,

sehr geehrte Herr Kollege Machnig,

meine sehr geehrten Damen und Herren,

Kernbotschaft 1 – „Erstes Treffen auf Staatssekretärs/Vizeministerebene zu Industrie 4.0 – wir stehen am Start einer neuen Zusammenarbeit“

[auch] ich möchte Sie ganz herzlich im Namen des Bundesministeriums für Bildung und Forschung zu diesem Deutsch-Chinesischen Symposium zur Intelligenten Fertigung und Vernetzung der Produktionsprozesse begrüßen. Aus der Perspektive der Forschung ist diese Veranstaltung sogar das erste Treffen dieser Art, und ich freue mich daher besonders, mit Ihnen gemeinsam diese neue Zusammenarbeit zu starten.

Uns war dabei von Anbeginn klar, dass der Prozess gemeinsamer Entwicklungen zur Digitalisierung der Industrie vorrangig von den interessierten Unternehmen voranzutreiben ist. Und so erlauben Sie mir, die heute anwesenden Unternehmen ausdrücklich zu begrüßen!

Kernbotschaft 2 – Bei der Zusammenarbeit im Bereich von Forschung und Innovation spielt China eine besondere Rolle

Die Kooperation mit China hat für das Bundesforschungsministerium eine besondere Bedeutung. Im vergangenen Jahr haben wir die nun schon seit den späten siebziger Jahren laufenden Forschungskooperationen auf eine breite strategische Grundlage gestellt. Mit der „Chinastrategie des BMBF 2015 – 2020“ haben wir die Erfahrungen und Ergebnisse der bisherigen Zusammenarbeit analysiert und einen Rahmen geschaffen, in dem wir künftig weitere gemeinsame Entwicklungen in rund einem Dutzend verschiedener Felder durchführen wollen. Diese umfassen erneuerbare Energien und Elektromobilität genauso wie die Gesundheitswirtschaft und natürlich insbesondere die Digitale Wirtschaft – der wir heute in Form von Industrie 4.0 begegnen.

Im Januar dieses Jahres haben dazu Ministerin Wanka und ihr chinesischer Kollege Minister WAN in Peking eine gemeinsame Absichtserklärung zur wissenschaftlich-technologischen Zusammenarbeit auf dem Gebiet der intelligenten Fertigung (Industrie 4.0) und Smart Services unterzeichnet.

Wir haben die Gemeinsame Absichtserklärung damals im Wissen einer vergleichbaren Erklärung zwischen den Ministerien für Wirtschaft unserer beiden Staaten unterzeichnet und ich freue mich, dass wir mit diesem Treffen heute und morgen die Basis legen, nicht nur für neue Forschungsprojekte, sondern auch für eine engere länderübergreifende Verzahnung von Forschung und Wirtschaft.

Kernbotschaft 3 – Industrie 4.0 ist eine Herausforderung für beide Länder

Meine sehr geehrten Damen und Herren!

Wir stehen gemeinsam an einer industriellen Zeitenwende, die sich durch den Begriff „Industrie 4.0“ fassen lässt. Wir haben es in der Hand, diese Veränderungen nicht nur gemeinsam, sondern auch jeweils zum Wohle unserer Gesellschaften zu gestalten!

Die Potenziale der Digitalisierung und Vernetzung, beschränken sich dabei nicht nur auf den produzierenden Sektor – wir erkennen vielmehr, dass sich gerade auch der Dienstleistungssektor durch den Zugang zu großen Datenmengen und deren Analyse weiterentwickeln wird – bis hin zum Entstehen neuer Geschäftsmodelle.

Die Digitalisierung wird nicht ohne Auswirkungen auf die Arbeitsplätze und die Arbeitsbedingungen bleiben. Wir müssen ebenfalls Gestaltungsoptionen für die Arbeit von morgen finden und sicherstellen, dass technologische und soziale Innovationen gleichermaßen vorangebracht werden. Dazu haben wir Anfang des Jahres das Forschungsprogramm „Zukunft der Arbeit“ gestartet. Die große Bedeutung, die das Forschungsministerium dem Thema Industrie 4.0 und Digitalisierung beimisst, mögen Sie daran erkennen, dass wir in den vergangenen 5 Jahren seit 2011 rund 500 Mio. Euro an Fördermitteln vergeben haben, und planen, auch in den nächsten Jahren die Förderung fortzuführen.

Kernbotschaft 4 – Gemeinsam müssen wir konkret werden und die Zusammenarbeit starten

Einige dieser wichtigen Fragestellungen lassen sich sicherlich am besten im Rahmen internationaler Kooperationen lösen. Ich möchte Ihnen an dieser Stelle bekannt geben, wo wir mit dem heutigen Tag ansetzen, unsere soeben begonnene Zusammenarbeit mit Schwung in die nächsten Jahre und in eine erfolgreiche Partnerschaft zu führen.

Im Juli diesen Jahres hat sich die Arbeitsgruppe „Intelligente Fertigung (Industrie 4.0) und Smart Services“ im Forschungsministerium in Peking getroffen und wir haben uns zwischenzeitlich auf drei Themen verständigt, mit denen wir nun integrierte und vor allem anwendungsorientierte Entwicklungs-Projekte fördern werden. Ich möchte Ihnen nichts Näheres verraten, denn diese drei Themen werden Ihnen in diesem Symposium heute kurz vor 18.00 Uhr vorgestellt.

Darüber hinaus haben MoST und BMBF sich darauf verständigt, ein Konsortium um die beiden Koordinatoren Tongji-Universität und Karlsruher Institut für Technologie zu fördern für ihr Vorhaben, eine „Factory Automation Platform“ zu aufzubauen. Ziel dieser Factory Automation Platform ist es, zur Konzeption und Umsetzung von schlüsselfertigen Industrie 4.0-Produktionssystemen einen wesentlichen Beitrag zu leisten.

Schlussworte

Meine verehrten Damen und Herren,

ich wünsche Ihnen für heute und den morgigen Tag eine anregende Veranstaltung sowie Ihnen und Ihren Partnern bei den künftigen Kooperationen eine verlässliche und fruchtbare Zusammenarbeit!