Erstes deutsch-chinesisches Symposium unterstreicht Bedeutung von Industrie 4.0 für bilaterale Wirtschaftsbeziehungen

Heute eröffnen Matthias Machnig, Staatssekretär im Bundes-wirtschaftsministerium, und Dr. Georg Schütte, Staatssekretär im Bundesforschungsministerium, das erste deutsch-chinesische Symposiums zur Intelligenten Fertigung und Vernetzung der Produktionsprozesse (Industrie 4.0). In der gemeinsam organisierten zweitägigen Veranstaltung diskutieren ca. 300 Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft beider Länder über die deutsch-chinesischen Zusammenarbeit bei Industrie 4.0. Die chinesische Delegation mit rd. 150 hochrangigen Vertretern aus Unternehmen, Wissenschaft und Politik wird von Prof. Huai, Vizeminister im Ministerium für Industrie und Informationstechnologie, geleitet.

Staatssekretär Machnig hierzu: "Wir haben das erste bilaterale Kooperationsabkommen bei Industrie 4.0 im vergangenen Jahr ganz bewusst mit China geschlossen. China ist für uns ein wichtiger Partner und für unsere Industrie ein zentraler Absatzmarkt. Unser Ziel ist es, die Kooperation zwischen Unternehmen beider Länder zu unterstützen. Heute können wir 20 deutsch-chinesische Kooperationsprojekte im Bereich Industrie 4.0 vorzeigen. Das ist ein guter Anfang. Wir müssen aber vor allem bestehende Barrieren für Unternehmen abbauen und den Grundstein für eine langfristige Zusammenarbeit mit fairen Rahmenbedingungen im Sinne eines ‚Level-Playing-Fields‘ für beide Seiten legen. Gerade bei Industrie 4.0 ist es bespielsweise notwendig, eine sichere und zuverlässige Kommunikation über Unternehmensgrenzen hinweg sicherzustellen."

Die Zusammenarbeit soll in den kommenden Jahren fortgeführt werden. Zentraler Bestandteil ist eine in Peking eingerichtete deutsch-chinesische Arbeitsgruppe. Unternehmen beider Seiten können so lösungsorientierte Vorschläge in die Kooperation einbringen.

 Mit dem heutigen Symposium baut das BMBF die Forschungszusammenarbeit mit China beim Thema Industrie 4.0 weiter aus. Georg Schütte, Staatsekretär im BMBF, sagte: "Deutschland und China treiben Industrie 4.0 zum Vorteil beider Länder voran. Wichtige Fragestellungen wie beispielsweise die sichere und verlässliche Kommunikation oder die Vertraulichkeit von Daten lassen sich im Rahmen gemeinsamer  Forschungskooperationen besser lösen." Schütte hob in diesem Zusammenhang auch die China-Strategie des BMBF hervor, die gemeinsame Basis für die Entwicklung innovativer Lösungen für globale Herausforderungen wie Energieversorgung, Elektromobilität oder Gesundheitswirtschaft ist.

Industrielle Wertschöpfungsketten enden nicht an den Landesgrenzen. Internationale Standards bei Industrie 4.0 sind der Schlüssel für die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Industrien beider Länder. Deshalb wollen sich beide Länder auf ein gemeinsames Vorgehen im Bereich Standardisierung von Industrie 4.0 einigen. Ein operativer Plan legt die konkret vorzunehmenden Maßnahmen und angestrebten Ergebnisse bis zur Jahressitzung 2017 fest. Schwerpunktthemen sind die zentralen Bereiche Referenzarchitekturmodell (RAMI 4.0), Intelligente Fertigungsroboter, IT Sicherheit, Kabellose Kommunikation, Anwendungsfälle (Use Cases) und Industriesoftware.

Die Veranstaltung bündelt die Ergebnisse aus den folgenden deutsch-chinesischen Kooperationen im Bereich Industrie 4.0:

  1. "Absprache zur Förderung der Zusammenarbeit deutscher und chinesischer Unternehmen im Bereich der intelligenten Fertigung sowie der Vernetzung der Produktionsprozesse" zwischen dem BMWi und dem chinesischen Ministerium für Industrie und Informationstechnologie (MIIT) vom Juli 2015;
     
  2. "Gemeinsame Absichtserklärung über die Entwicklung und Verbreitung von innovativen Lösungen     aus der bilateralen Wissenschaftlich-Technologischen Zusammenarbeit in der intelligenten Fertigung (Industrie 4.0) und Smart Services" zwischen dem BMBF und dem chinesischen        Ministerium für Wissenschaft und Technologie (MOST) vom Januar 2016;
     
  3. Die deutsch-chinesische Unterarbeitsgruppe zu Normung Industrie 4.0 im Rahmen der "Deutsch-Chinesischen Kommission zur Zusammenarbeit in der Normung" zwischen dem BMWi und dem chinesischen Amt für Standardisierung (SAC).

Zu diesen Vereinbarungen sind jährliche gemeinsame Sitzungen vereinbart. Sie finden abwechselnd in China und Deutschland statt.

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