Erzbischof Hieronymos II. zu Gast im Bundesbildungsministerium

Der parlamentarische Staatssekretär Thomas Rachel hat in Berlin geistliche Würdenträger der griechisch-orthodoxen Kirche und der jüdischen Gemeinden in Griechenland getroffen. Sie sprachen vor allem über die Zusammenarbeit in der Berufsbildung.

Junge Leute durch arbeitsplatzorientiertes Lernen in Beschäftigung bringen: Hieronymos II. (Bildmitte) und Thomas Rachel im Bundesministerium für Bildung und Forschung in Berlin © BMBF/Hans-Joachim Rickel

Im Gespräch zwischen Erzbischof Hieronymos II., dem Oberhaupt der griechischen orthodoxen Kirche, und Rachel ging es nicht zuletzt um die Reformen Griechenlands in der Berufsausbildung.

Schon seit mehreren Jahren arbeiten beide Länder eng zusammen, um die hohe Jugendarbeitslosigkeit in Griechenland zu bekämpfen. So fördert das Bundesbildungsministerium verschiedene   Pilotprojekte, die durch unterschiedliche Akteure und Herangehensweisen die Implementierung dualer Ausbildungselemente in Griechenland erproben. Dazu gehört das dreijährige Projekt "Mentoring Dual International", kurz "Mendi", das die Beschäftigungschancen junger Menschen im Tourismus verbessern will. Dabei wurde in Athen und Heraklion die Möglichkeit geschaffen, Mitarbeiter im Tourismus dual auszubilden. 178 Auszubildende durchlaufen inzwischen eine entsprechende Ausbildung.

In einem anderen Projekt, "VETnet", geht es darum, Unternehmen bei der Entwicklung und Erprobung von Elementen dualer Berufsausbildung einzubeziehen. So hat die Auslandhandelskammer Athen im Rahmen von "VETnet" Unternehmen in Griechenland identifiziert, die an einem Aufbau von Berufsbildern wie "Industriekaufleute" und "Kfz-Mechatroniker" interessiert sind. Arbeitgeber- und Arbeitnehmerverbände, die Industrie- und Handwerkskammern sowie verschiedene Institute und Berufsbildungsexperten sind in die Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern eng einbezogen.

Im Gespräch mit Hieronymos II. wies Rachel auch darauf hin, dass die Orthodoxe Theologie in der deutschen Hochschullandschaft erfreulicherweise gut vertreten ist. Die Universität München ist die einzige staatliche Universität, nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Westeuropa, an der das vollständige akademische Studium der Orthodoxen Theologie möglich ist. Zudem bietet auch die Universität Münster einen Studiengang in orthodoxer Religionslehre für Lehramtsstudierende an - ein wichtiger Beitrag zur gesellschaftlichen Verankerung der orthodoxen Gemeinden in Deutschland.