EU-Forschungsminister beraten über Corona-Krise

In einer Videokonferenz haben die Forschungsminister der EU über Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie beraten. „Nationales Handeln und internationale Zusammenarbeit sind keine Gegensätze“, betonte Bundesforschungsministerin Karliczek.

Bundesforschungsministerin Anja Karliczek nahm an der Videokonferenz der EU-Forschungsminister teil. © BMBF/Hans-Joachim Rickel

Eine weltweite Pandemie erfordert internationale Lösungsansätze: Auf Initiative der kroatischen EU-Ratspräsidentschaft haben die Forschungsministerinnen und Forschungsminister der Europäischen Union über aktuelle Forschungsinitiativen zur Corona-Pandemie beraten. Diese informelle Ratssitzung fand als Videokonferenz statt.

„Die Corona-Pandemie ist und bleibt eine beispiellose Herausforderung – für unser Land, aber genauso auch für Europa und für die gesamte internationale Staatengemeinschaft. Es ist eine gemeinsame Prüfung für die ganze Welt, zusammen mit der Wissenschaft für eine Lösung zu arbeiten. Obwohl soziale Distanz das Gebot der Stunde ist, kommt es jetzt darauf an, dass wir uns ganz eng abstimmen, dass wir zueinander stehen und alle Kräfte, die wir haben, bündeln und solidarisch handeln“, sagte Bundesforschungsministerin Anja Karliczek in einem Statement vor dem Gespräch.

Es sei verständlich, dass jedes Land zu Beginn versuche, seine Bevölkerung so gut wie möglich zu schützen. „Aber nationales Handeln und internationale Zusammenarbeit sind keine Gegensätze, sondern ergänzen sich im Idealfall und verzahnen sich“, sagte sie.

In dem Gespräch ging es vor allem um koordinierte europäische Antworten von Forschung und Innovation auf die aktuelle Krise. Als Grundlage diente dabei ein Aktionsplan, der in den vergangenen zwei Wochen von Kommission und Mitgliedstaaten erarbeitet worden ist. Er enthält vielversprechende Vorschläge für einen gemeinsamen europäischen Ansatz in Forschung und Innovation gegen die aktuelle Pandemie und die Bewältigung ihrer Folgen.

„Wir erleben in diesenWochen und Monate Wissenschaft und Forschung, die den Menschen Hoffnung gibt, gerade wenn sie auf der Suche ist nach Medikamenten. Auf sie richtet sich die Hoffnung vieler Menschen, gerade wenn es um die Suche nach Medikamenten gegen die vom Coronavirus ausgelöste Lungenerkrankung COVID-19 und nach einem Impfstoff geht“, so Karliczek.

Die Ministerin machte deutlich, dass es in einem ersten Schritt darum gehe, bereits bestehende Initiativen zu stärken und weiter auszubauen – sowohl auf nationaler, aber auch auf internationaler und EU-Ebene. Konkret nannte Karliczek die Unterstützung der internationalen Impfstoffallianz CEPI (Coalition for Epidemic Preperadness Innovations), an der sich auch mehrere europäische Länder engagieren. Deutschland ist Gründungsmitglied von CEPI und hat für aktuelle Anstrengungen von CEPI zur Forschung nach einem Impfstoff gegen das neuartige Coronavirus 140 Millionen Euro zusätzlich bereitgestellt.

Als einen nächsten möglichen konkreten Schritt benannte Karliczek die Einsetzung einer Task Force hochrangiger Experten, die von den Mitgliedstaaten und der EU-Kommission benannt werden. Sie sollen die Regierungen bei weiteren Initiativen im Bereich von Forschung und Innovation auf mittel- und langfristige Sicht beraten.

„Europa kann aus dieser Krise lernen und gestärkt aus ihr hervorgehen, wenn die Forschungszusammenarbeit in diesem Feld einen großen Beitrag leisten kann. Am Ende wird sich zeigen, dass gerade in der grenzüberscheitenden Zusammenarbeit in der Forschung ein echtes Pfund für Europa liegt", sagte Karliczek.