Europäische Mikroelektronik-Forschung stärkt Industrie 4.0

Mehr als 100 europäische Projektpartner haben sich im Forschungsverbund „Productive 4.0“ zusammengeschlossen, um die produzierende Industrie mit neuester Elektronik und Software zu vernetzen und so für den internationalen Wettbewerb zu stärken.

Installation eines Mikrochips
Installation eines Mikrochips © Thinkstock

Europa und vor allem Deutschland besitzen in der Mikroelektronik besondere Stärken in der Automobil-, Energie-, Sicherheits- und Industrieelektronik. Dank dieser Stärken zählt die europäische Mikroelektronik-Industrie zu den Vorreitern beim Einsatz von Industrie 4.0 – der Digitalisierung der Fabrikhallen, Produktions- und Lieferketten. Doch international gibt es viel Konkurrenz für die produzierende Industrie, allen voran in Asien. Um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben, entwickeln europäische Unternehmer und Wissenschaftler daher im Projekt„Productive 4.0 Elektronik und Software, um die gesamte Wertschöpfungskette digital zu vernetzen – für mehr Effizienz, Qualität und Flexibilität in der gesamten Produktions- und Lieferkette. Von diesem Know-How sollen letztlich alle Industriebranchen profitieren, damit Europa bei Industrie 4.0 branchenübergreifend die Führung übernimmt. Mehr als 100 Millionen Euro werden dafür aufgewendet; etwa acht Millionen Euro steuert das Bundesforschungsministerium bei. Den Rahmen bildet die europäische Forschungsinitiative „Electronic Components and Systems for European Leadership“ (ECSEL).

Industrie 4.0: Einer alleine kann die Herausforderungen nicht meistern

Einunddreißig deutsche Partner, wie beispielsweise Infineon, Bosch, BMW und die Fraunhofer Gesellschaft, arbeiten in dem neuen Forschungsverbund Productive 4.0 mit 80 europäischen Partnern zusammen. Denn einer alleine kann die Herausforderungen, die Industrie 4.0 mit sich bringt, nicht mehr meistern. Die entstehende Anwenderplattform ermöglicht es den Partnern aus Industrie und Forschung, sich europaweit mit ihren Branchenpartnern digital zu vernetzen, ihre gemeinsamen Prozesse zu optimieren und die Effizienz, Qualität und Flexibilität der Produktion, Lieferketten und Produkte zu steigern.

Produktionsabläufe und Arbeitsprozesse werden sich wandeln

Das Beispiel Productive 4.0 zeigt: Die Digitalisierung erhält mittlerweile mehr und mehr Einzug in die Fabrikhallen. Wer in Zukunft wettbewerbsfähig bleiben möchte, braucht eine klare Strategie für den Umgang mit der fortschreitenden Digitalisierung. Nur so lassen sich wirtschaftliche Risiken begrenzen und die Zukunft des Unternehmens langfristig planen. Durch Industrie 4.0 werden sich auch Produktionsabläufe und Arbeitsprozesse verändern. Das Management ist gefordert, um mit mehr Eigenverantwortung und Autonomie für die Mitarbeiter die Produktivität zu steigern. Zur Ausgestaltung des Wandels hat das Bundesforschungsministerium Anfang 2016 die Förderprogrammlinie „Zukunft der Arbeit“ aufgelegt. Denn nur durch gezielte Forschung haben Unternehmen die Chance, Arbeitsprozesse flexibel und passfähig zu gestalten.