Europäischer Forschungsrat feiert 10-jaehriges Bestehen

Wissenschaftlerin des 1000. ERC-Projekts in Deutschland geehrt / Wanka: "Gesamteuropäisches Vorzeigeprojekt, das über Europa hinaus strahlt"

Zehn Jahre Europäischer Forschungsrat: Bundesministerin Johanna Wanka mit Annika Jahnke vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung Leipzig (UFZ) und Jean-Pierre Bourguignon, dem Präsidenten des ERC © BMBF/Hans-Joachim Rickel

2017 feiert der Europäische Forschungsrat (ERC – "European Research Council") sein 10-jähriges Bestehen. Der ERC fördert auf europäischer Ebene die Grundlagenforschung. Er wurde 2007 unter deutscher Ratspräsidentschaft eingerichtet und ist mit 13 Milliarden Euro Budget der größte Einzelbereich von Horizont 2020, dem EU-Programm für Forschung und Innovation – das sind 17 Prozent des Gesamtbudgets.

Auf ERC-geförderte Projekte geht beispielsweise die Erforschung von Graphane zurück, einer der Zukunftswerkstoffe des Jahrtausends; die Entdeckung von erdähnlichen Planeten außerhalb unseres Sonnensystems oder die Entwicklung eines Nano-Impfstoffs gegen Krebs.

"Mit dem Europäischen Forschungsrat sollte eine "Champions League" der europäischen Forschung etabliert werden. Dies ist gelungen - zahlreiche Nobelpreisträgerinnen und -preisträger, Auszeichnungen und bahnbrechende Erfindungen sind aus dieser Förderung hervorgegangen", sagte Bundesforschungsministerin Johanna Wanka. "Der ERC ist ein gesamteuropäisches Vorzeigeprojekt, das seine Strahlkraft über Europa hinaus entfaltet."

Die Projektfördermittel werden als Stipendium (ERC-Grant) im europaweiten Wettbewerb an einzelne Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vergeben, die ihr Projekt in den EU-Mitgliedstaaten oder Assoziierten Staaten durchführen. Seit 2007 wurden von über 6000 ERC-Grants mehr als 1000 Stipendien an Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen in Deutschland vergeben; damit flossen gut 1,8 Milliarden Euro an deutsche Einrichtungen. Die Beteiligung deutscher Einrichtungen ist in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen und geht einher mit einer erhöhten Attraktivität des Wissenschaftsstandorts für exzellente Forschende aus der ganzen Welt.

Bundesministerin Johanna Wanka eröffnet den Festakt zu "10 Jahre Europäischer Forschungsrat" © BMBF/Hans-Joachim Rickel

Auf der großen Festveranstaltung heute in Berlin wurde Dr. Annika Jahnke vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung Leipzig (UFZ) für das 1000. ERC-Projekt in Deutschland geehrt. Sie erhält einen ERC-Starting Grant, der sich an Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler richtet, um zwei bis sieben Jahre nach der Promotion eine eigenständige Wissenschaftskarriere aufzubauen. Annika Jahnke erforscht chemische Aktivitäten in der Umwelt, indem sie ein leichtflüchtiges Silikon (Polydimethylsiloxan) als "Chemometer" einsetzt, um anhand dessen z.B. die Schadstoffbelastung in verschiedenen Biosystemen bestimmen zu können.

Weitere Förderlinien des ERC sind der Consolidator Grant für Nachwuchswissenschaftler/innen in der Phase der Konsolidierung eines eigenen Forschungsteams bis 12 Jahre nach Promotion sowie der Advanced Grant für bereits etablierte Spitzenforschende.

Präsident des ERC ist Prof. Jean-Pierre Bourguignon, ehemaliger Direktor des Instituts des Hautes Études Scientifiques in Frankreich. Der ERC wird von einem unabhängigen Wissenschaftlichen Rat aus 22 hochrangigen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern geleitet, die allein dem Prinzip der Exzellenz verpflichtet sind. Mitglieder aus Deutschland sind Prof. Michael Kramer, Max-Planck-Institut für Radioastronomie, Bonn sowie Prof. Kurt Mehlhorn, Max-Planck-Institut für Informatik, Saarbrücken.

Mehr Informationen zum ERC:

https://www.bmbf.de/de/pionierforschung-in-europa-der-europaeische-forschungsrat-282.html