Europäischer Wettbewerb

Was ist eigentlich Europa? Ist das die Europäische Union oder die Eurozone? Wo fängt unser Kontinent an, wo hört er auf? Die Antworten auf Fragen zu Europa sind vielfältig - und gehen auch Schülerinnen und Schüler an.

Ob Bilder, Collagen, Texte oder Videoclips: Der Fantasie sind beim Europäischen Wettbewerb keine Grenzen gesetzt. © Jonas Thie, 19 Jahre, Lothar-von-Faber Schule Nürnberg

Europa gestalten. Wie geht das? Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des „Europäischen Wettbewerbs“ machen es vor: Jedes Jahr bringen dabei mehr als 80.000 Kinder und Jugendliche von der ersten Klasse bis zum Abitur die ganze Vielfalt Europas in die Schulen. Auf diese Weise entstehen zum Beispiel flammende Reden für europäisches Engagement oder futuristische Filme über den Alltag im Europa der Zukunft.

Das Thema des Wettbewerbs orientiert sich am jeweiligen Motto des „Europäischen Jahres“, das von der Europäischen Union ausgerufen wird.

JEDER KANN MITMACHEN

Schülerinnen und Schüler jeden Alters und jeder Schulform sind dazu eingeladen, sich kreativ und kritisch mit der europäischen Entwicklungspolitik und der Verantwortung Europas für die Welt auseinanderzusetzen. Die Aufgaben sind auf verschiedene Altersgruppen zugeschnitten.

Je nach Altersgruppe können kreative Köpfe zwischen verschiedenen Aufgabenstellungen wählen und Ideen zu großen Themen entwickeln, die auch Politikerinnen und Politiker in Europa aktuell beschäftigen. Eine Aufgabenstellung pro Altersgruppe können deutsche Schulklassen gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern aus dem europäischen Ausland bearbeiten – ein Online-Klassenzimmer macht das möglich.

Nächster Halt: Europa

Die eingereichten Beiträge werden zunächst in den einzelnen Bundesländern von einer Jury bewertet und prämiert. Zu gewinnen gibt es Geldprämien und Sachpreise, wie zum Beispiel Bücher und Zeitschriften-Abos. Anschließend werden die besten Arbeiten auf Bundesebene ausgezeichnet. Die älteren Preisträgerinnen und Preisträger erhalten die Chance, innerhalb Europas auf Reisen zu gehen: zu Jugendtreffen in verschiedenen Ländern, zum Europa-Seminar nach Straßburg oder – auf Einladung von Bundestag oder Kanzleramt – nach Berlin.

Der Europäische Wettbewerb ist der älteste Schülerwettbewerb Deutschlands. Der Kerngedanke ist die Förderung der europäischen Integration in der jungen Generation, vermittelt über die Auseinandersetzung mit den Wettbewerbsthemen im Unterricht. Der Europäische Wettbewerb begeistert jedes Jahr sowohl Lehrkräfte als auch Schülerinnen und Schüler.

Aktuell: 64. Europäischer Wettbewerb

"In Vielfalt geeint – Europa zwischen Tradition und Moderne“ - so lautet das Motto des 64. Europäischen Wettbewerbs. Der Wettbewerb schickt Schülerinnen und Schüler auf Spurensuche und ermutigt sie, die kulturelle Vielfalt Europas selbstständig zu erforschen.

Die Jüngsten befassen sich mit europäischen Festen oder Kleidung, sie reisen mit einer Zeitmaschine durch die Geschichte oder begrüßen eine europäische Sagengestalt in der Gegenwart. Große europäische Kunst- und Musikwerke stehen im Fokus zweier Aufgaben, zum Beispiel zu Vivaldis „Vier Jahreszeiten“ und Kandinskys „Das bunte Leben“. Anhand der tragischen Geschichte Palmyras sollen Schülerinnen und Schüler den Umgang mit dem kulturellem Erbe reflektieren. Auch die politische Dimension Europas kommt nicht zu kurz – zum Beispiel durch die Auseinandersetzung mit einem Zitat Konrad Adenauers oder durch die Aufforderung, sich am Beispiel Martin Luthers selbst neue zeitgemäße Thesen zu überlegen.

Mit der Sonderaufgabe reagiert der Europäische Wettbewerb auf die aktuelle Herausforderung, mit der sich Schulen zurzeit konfrontiert sehen: die Integration neu zugewanderter Kinder und Jugendlicher. Die Aufgabe „In Europa angekommen – und nun?“ richtet sich speziell an sogenannte Willkommensklassen, will aber auch einheimische Schülerinnen und Schüler dazu anregen, Europa aus der Perspektive neu zugewanderter Mitschülerinnen und Mitschüler zu betrachten.