FAQ zur Ausbildungsförderung und zum Studium

Der Unterricht an Schulen und Universitäten fällt aus, Prüfungen sind abgesagt, die Regelstudienzeit wird überschritten: Bekommen BAföG-Geförderte jetzt trotzdem Geld? Was gilt beim Aufstiegs-BAföG? Hier gibt es die Antworten.

Antrag zur Ausbildungsförderung
Ausbildungsförderung und Corona-Krise: Bekommen geförderte weiterhin Geld? © Adobe Stock/Stockfotos-MG

Die Corona-Krise ist eine große Herausforderung für die Gesellschaft. Schulen, Hochschulen und andere Bildungseinrichtungen sind von den Auswirkungen betroffen. Viele Menschen, die sich in der Ausbildung befinden, fragen sich daher, was aus ihrer Ausbildungsförderung wird. Das Bundesbildungsministerium sorgt in der Ausnahmesituation für Klarheit und Planungssicherheit.

"Ich möchte, dass BAföG-Geförderte in der aktuellen Ausnahmesituation Klarheit und Planungssicherheit haben. Niemand soll sich wegen der Corona-Pandemie um seine BAföG-Förderung Sorgen machen müssen."

Bundesministerin Anja Karliczek

Das müssen Geförderte wissen

Die Vorlesungen fallen aus. Bekomme ich weiter BAföG?

Ja. Die Zeit, in der an der Uni/Hochschule wegen der Pandemie nicht unterrichtet wird, wird als vorlesungsfreie Zeit betrachtet und BAföG wird bis auf weiteres weiterbezahlt. Aber wenn es Online-Kurse gibt, sind diese Pflicht. Mehr Informationen gibt es auf unseren BAföG-Seiten.

Ich bin im ersten Semester. Bekomme ich jetzt trotzdem BAföG?

Ja. Auch ErstsemesterInnen erhalten trotz Verschiebung des Sommersemesters bis auf weiteres ihr BAföG – die Zwischenzeit wird als vorlesungsfreie Zeit verstanden. Mehr Informationen gibt es auf unseren BAföG-Seiten.

Ich bekomme Aufstiegsbafög. Habe ich jetzt zu viele Fehlzeiten?

Nein. Entstehen Fehlzeiten, weil die Bildungseinrichtung wegen der Pandemie geschlossen ist, wird das Aufstiegs-BAföG bis auf weiteres weiterbezahlt. Mehr Informationen finden Sie hier.

Meine Prüfung fällt aus – bekomme ich jetzt noch BAföG?

Ja. Fällt die Prüfung aus und überschreitet deshalb die Regelstudienzeit, wird das BAföG in den allermeisten Fällen weiterbezahlt. Mehr Informationen gibt es auf unseren BAföG-Seiten.

Jetzt überschreite ich die Regelstudienzeit – bekomme ich noch BAföG?

Wird die Regelstudienzeit überschritten, weil die Prüfung wegen der Pandemie ausfällt, wird das BAföG in den allermeisten Fällen weiterbezahlt. Mehr Informationen gibt es auf unseren BAföG-Seiten.

Was müssen Studierende sonst noch wissen?

Ich habe mein Einkommen und/oder meinen Job verloren, was kann ich tun?

Die Corona-Pandemie stellt viele Studierende vor finanzielle Herausforderungen, viele von ihnen haben mit finanziellen Engpässen zu kämpfen, weil Elternunterstützung oder Erwerbsmöglichkeiten ganz bzw. teilweise weggebrochen sind. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat seit Bekanntwerden der pandemiebedingten Notlagen von Studierenden reagiert. Es hat ein umfassendes Hilfspaket geschaffen, bestehend aus BAföG-Änderungen und der Überbrückungshilfe als Zuschuss sowie KfW-Studienkredit, um die Studierenden schnell und möglichst effektiv zu unterstützen:

Bereits im März wurde per Erlass klargestellt, dass BAföG-Geförderte keine Nachteile erleiden sollen, wenn zum Beispiel Lehrangebote oder Prüfungen wegen der Corona-Pandemie nicht stattfinden können. Verdienen die Eltern pandemiebedingt weniger, kann ein Aktualisierungsantrag für den laufenden BAföG-Bewilligungszeitraum gestellt werden. Zudem kommen jetzt die Leistungsverbesserungen durch die BAföG-Reform von 2019: Merklich angehoben wurden die Fördersätze und der Wohnkostenzuschlag sowie die Einkommensgrenzen für den Bezug von BAföG. Die zweite Stufe dieser Anhebungen wurde gerade zum laufenden Wintersemester wirksam. Dadurch ist die durchschnittliche monatliche Förderung bereits jetzt gestiegen und der Kreis der Berechtigten wurde ausgedehnt. Weitere Anpassungen werden nochmals 2021 folgen. Informationen zum BAföG finden Sie unter: www.bafög.de. Daher empfehlen wir grundsätzlich, zunächst einen Antrag auf BAföG zu stellen, bevor Studierende auf die Überbrückungshilfe im Rahmen der Zuschüsse oder der KfW-Studienkredite zurückgreifen.

Zudem wurde die Überbrückungshilfe mit zwei Säulen an den Start gebracht:

  • Im Rahmen der ersten Säule ist der bewährte KfW-Studienkredit seit Mai 2020 und noch bis Ende 2021 für alle zinslos gestellt; der Studienkredit ist zudem seit Juni 2020 bis März 2021 (mit Antragsfrist bis 15. Februar 2021) für ausländische Studierende geöffnet, die zuvor nicht antragsberechtigt waren. Viele, insbesondere internationale Studierende haben dieses Angebot umgehend genutzt. Weitere Informationen finden Sie hier https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Privatpersonen/Studieren-Qualifizieren/KfW-Studienkredit/index-4.html
  • Als zweite Säule der Überbrückungshilfe hat das BMBF den nicht rückzahlbaren Zuschuss für nachweislich besonders bedürftige Studierende in pandemiebedingt akuter Notlage geschaffen. Eine Beantragung des Zuschusses der Überbrückungshilfe ist seit dem 20. November wieder möglich. Anträge können erneut über die bundesweit geltende, etablierte IT-Plattform im reinen Onlineverfahren gestellt werden. Dies gilt monatsweise für das gesamte Wintersemester. Nähere Informationen finden Sie hier https://www.bmbf.de/de/wissenswertes-zur-ueberbrueckungshilfe-fuer-studierende-11509.html

Wer kann einen Zuschuss beantragen?

Antragsberechtigt sind Studierende aus dem In- und Ausland, die zum Zeitpunkt der Antragstellung an einer staatlichen oder staatlich anerkannten Hochschule in Deutschland immatrikuliert sind, in Deutschland wohnen und nicht beurlaubt sind. Es gibt keine Altersbegrenzung.

Nicht antragsberechtigt sind Studierende, die an Hochschulen studieren, bei denen ein Studium im Rahmen eines Arbeits-/Dienstverhältnisses die Regel ist, zum Beispiel an Verwaltungsfachhochschulen oder Bundeswehruniversitäten sowie Studierende im berufsbegleitenden oder dualen Studium. Das Gleiche gilt für Gasthörende.

Wie viel Unterstützung kann ich bekommen?

Wenn Sie sich nachweislich in einer pandemiebedingten finanziellen Notlage befinden, zum Beispiel,

  • weil ihr Nebenjob weggebrochen ist,
  • Sie bisher keinen (neuen) Nebenjob finden konnten,
  • Ihre Aufträge (bei selbständiger Tätigkeit) weggebrochen sind,
  • oder die Unterstützung Ihrer Eltern pandemiebedingt nicht mehr möglich ist,

können Sie über das Studierenden- oder Studentenwerk, das für Ihre Hochschule zuständig ist, zwischen 100 und 500 Euro pro Monat als Zuschuss erhalten.

Die Höhe des Zuschusses richtet sich nach Ihrem Kontostand und dem Zeitpunkt, an dem Sie den Online-Antrag stellen. Er staffelt sich wie folgt:

Kontostand

Zuschuss

weniger als 100,00 €

500,00 €

zwischen 100,00 € und 199,99 €

400,00 €

zwischen 200,00 € und 299,99 €

300,00 €

zwischen 300,00 € und 399,99 €

200,00 €

zwischen 400,00 € und 499,99 €

100,00 €

Entscheidend ist der Kontostand am letzten Banktag vor der Antragstellung. Die Höhe des Zuschusses richtet sich nach der pandemiebedingten, individuellen Notlage. Abhängig von Ihrem konkreten Bedarf können Sie auch eine geringere Zuschusshöhe wählen.

Was muss ich nachweisen? Welche Unterlagen muss ich online einreichen?

Der Onlineantrag enthält Felder, in denen unter anderem folgende Unterlagen hochgeladen werden können:

  • die Immatrikulationsbescheinigung Ihrer Hochschule für das laufende Semester
  • Ihren Personalausweis oder einen gleichwertigen Identitätsnachweis, zum Beispiel Reisepass mit Meldebescheinigung
  • eine Bankverbindung in Deutschland; bitte beachten Sie, dass die Überbrückungshilfe nur auf Ihr eigenes Konto ausgezahlt werden kann
  • Ihre Belege dafür, dass Sie sich in einer pandemiebedingten Notlage befinden. Kontoauszüge müssen für den Vormonat der Antragstellung und für den Antragsmonat bis zum Vortag der Antragstellung (bzw. letzter Banktag) vollständig eingereicht werden. Hierbei ist zu beachten, dass Ihr Kontoauszug keine Schwärzungen enthalten darf, da er sonst als nicht vollständig gilt.

Bis wann muss mein Antrag auf Überbrückungshilfe (Zuschuss) gestellt sein?

Sie können bis zum letzten Tag des Kalendermonats einen Antrag für den jeweiligen Antragsmonat stellen. Der Antrag wird für den jeweiligen Monat geprüft, also bei einem Antrag am 30. November 2020 für den November 2020.

Kann ich diese Überbrückungshilfe auch beantragen, wenn ich ein Darlehen nutze oder ein Stipendium bekomme?

Grundsätzlich ja, wenn Sie trotz dieser anderen Finanzierungsquellen nachweislich in einer pandemiebedingten Notlage sind und keine pandemiebedingten Unterstützungen zum Lebensunterhalt erhalten oder für den Antragsmonat beantragt haben.

Kann ich einen Antrag stellen, wenn ich die Regelstudienzeit überschritten habe?

Ja.

Ich absolviere ein Fernstudium. Bin ich antragsberechtigt?

Ja.

Ich absolviere ein Zweitstudium. Bin ich antragsberechtigt?

Ja.

Ich studiere an einer privaten Hochschule (staatlich anerkannt/nicht anerkannt). Bin ich antragsberechtigt?

Ja, wenn Sie an einer staatlich anerkannten Hochschule studieren.

Wo finde ich weitere Hilfe zur Antragstellung?

Das Deutsche Studentenwerk e.V. hat technische Hinweise zusammengestellt unter https://www.studentenwerke.de/de/content/ueberbrueckungshilfe-technische-hinweise

Sollten trotz eingehender Lektüre der FAQ auf den Seiten des DSW und des BMBF Fragen offen bleiben, gibt es eine Hotline für inhaltliche Fragen zum Antrag.

Telefon:              0800 26 23 003

Sprechzeiten:   Di-Do     8.00-16-00

Fr            8.00-12.00 Uhr

Konkrete Fragen zum einzelnen Antrag kann nur das zuständige Studenten- bzw. Studierendenwerk beantworten. Die für den Antrag zuständige Studenten- oder Studierendenwerke übernehmen eigenverantwortlich die Online-Antragsprüfung und -bearbeitung.

Ich möchte flexibilisierte Vorlesungszeiten nutzen, um mehr zu arbeiten. Was muss ich beachten?

Für Studierende, die im Rahmen des sog. „Werkstudentenprivilegs“ beschäftigt sind (Befreiung von Beiträgen zur Kranken-, Arbeitslosen- und Pflegeversicherung), gelten während der Zeit der pandemiebedingten Einschränkungen im Hochschullehrbetrieb folgende Erleichterungen bzw. Flexibilisierungen:

  • Bei Verschiebung des Vorlesungsbeginns bestehen – wie auch sonst während der vorlesungsfreien Zeit – keine Höchstgrenzen hinsichtlich der zulässigen wöchentlichen Arbeitsstunden (d.h. Studierende dürfen mehr als 20 Stunden pro Woche arbeiten).
  • Für den Zeitraum, in dem der Lehrbetrieb an den Hochschulen pandemiebedingt eingeschränkt und flexibilisiert ist (insb. digitale Angebote statt vollständigem Präsenzbetrieb), sollen die während der Vorlesungszeit bestehenden Stundenbegrenzungen großzügig und flexibel ausgelegt werden. Das heißt, dass regelmäßig auch bei Beschäftigungen, die über 20 Arbeitsstunden pro Woche hinausgehen, die Versicherungsfreiheit im Rahmen des Werkstudentenprivilegs bestehen bleiben soll.
  • Die Gesamt-Höchstgrenze von 26 Wochen im Jahr, in denen mehr als 20 Wochenstunden gearbeitet werden darf, ist weiterhin zu beachten.

Studierende sollten sich hierzu an ihre Krankenkasse wenden, insbesondere, wenn sie während der Vorlesungszeit mehr als 20 Stunden pro Woche arbeiten möchten.

Allgemeine Informationen zum „Werkstudentenprivileg“ gibt es u.a. auf der Seite des Deutschen Studentenwerks: https://www.studentenwerke.de/de/content/jobben-0

Für BAföG-Geförderte, die sich im Kampf gegen die aktuelle Corona-Pandemie im Gesundheitswesen, in sozialen Einrichtungen, in der Landwirtschaft oder in anderen systemrelevanten Bereichen engagieren, wird das auf diese Weise zusätzlich erzielte Einkommen komplett von der Anrechnung freigestellt. D. h. die BAföG-Leistungen werden ungekürzt weiter ausgezahlt. Weitere Informationen gibt es laufend aktualisiert auf der Internetseite www.bafoeg.de.

Ich studiere derzeit im Ausland. Was muss ich beachten?

Welche Hochschulen im Europäischen Hochschulraum im Wintersemester 2020/21 Online-Veranstaltungen anbieten oder ob sie Austauschstudierende aufnehmen wollen, können Sie mit Hilfe eines Online-Tools der European University Foundation erfahren: https://covid.uni-foundation.eu/

Für die USA gibt es die Übersicht hier: https://www.chronicle.com/article/Here-s-a-List-of-Colleges-/248626

Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) hat für seine Stipendiatinnen und Stipendiaten im Ausland und im Inland Maßnahmen in Kraft gesetzt, die einen flexiblen Umgang mit den durch die COVID-19-Pandemie verursachten Herausforderungen ermöglichen. Die verschiedenen Optionen gelten, wenn für das Gastland eine Covid 19-Reisewarnung des Auswärtigen Amtes besteht und/oder wenn es sich um ein Covid 19-Risikogebiet (gemäß RKI) handelt. Die Geförderten können ihr Studium vor Ort fortsetzen, auch wenn die Gasthochschule eventuell nur Online-Veranstaltungen anbietet. Alternativ besteht in Absprache mit Gasthochschule und DAAD die Möglichkeit, das Vorhaben von Deutschland aus online fortzuführen. Notfalls kann das Stipendium auch unterbrochen oder abgebrochen werden, wenn die Geförderten es wünschen. Der DAAD informiert die Geförderten und die beteiligten Hochschulen kontinuierlich unter folgendem Link: www.daad.de/de/coronavirus/

Andere öffentlich finanzierte Stipendiengeber haben ebenfalls Maßnahmen ergriffen. Bitte wenden Sie sich ggf. an Ihre dortige Ansprechperson.“

Auch für BAföG-Empfänger wurden besondere Regelungen getroffen. Bitte informieren Sie sich bei Ihren zuständigen Amt für Ausbildungsförderung.

Ich plane einen Auslandsaufenthalt mit Erasmus+. Welche Möglichkeiten habe ich?

Sofern eine reguläre Mobilität nicht möglich ist und Heimat- und Gasteinrichtung dies anbieten, gibt es für Erasmus+ die Möglichkeit, ein Auslandssemester virtuell im Heimatland (ohne finanzielle Förderung) zu beginnen und zu einem späteren Zeitpunkt auszureisen oder auch an virtuellen Aktivitäten im Gastland teilzunehmen (mit finanzieller Förderung). Bitte informieren Sie sich im Vorfeld immer bei Ihrer Heimathochschule bzw. sprechen Sie die Erasmus+ Hochschulkoordinatorin/ den Erasmus+ Hochschulkoordinator Ihrer Hochschule an. Weitere Infos finden Sie hier: https://eu.daad.de/service/faq/coronavirus/de/76109-coronavirus-und-erasmus-haeufig-gestellte-fragen-von-gefoerderten-studierenden/

Ich studiere in Deutschland mit einer Aufenthaltserlaubnis zum Zweck des Studiums. Was muss ich beachten?

Welche deutschen Hochschulen Online-Veranstaltungen anbieten oder ob sie Austauschstudierende aufnehmen wollen, können Sie mit Hilfe eines Online-Tools der European University Foundation erfahren: https://covid.uni-foundation.eu/

Die Aufenthaltserlaubnis ist nicht unmittelbar gefährdet durch die aktuellen Einschränkungen an den Hochschulen aufgrund der Covid-19-Pandemie. Die erforderliche Zulassung einer Hochschule fällt nicht weg, und es liegt auch kein Grund für eine nachträgliche Befristung des Aufenthaltstitels vor.

Die Aufenthaltserlaubnis ist nicht unmittelbar gefährdet durch die aktuellen Einschränkungen an den Hochschulen aufgrund der Covid-19-Pandemie. Die erforderliche Zulassung einer Hochschule fällt nicht weg, und es liegt auch kein Grund für eine nachträgliche Befristung des Aufenthaltstitels vor.

Wenn die Aufenthaltserlaubnis unter den aktuellen Bedingungen verlängert werden muss, sollte die Ausländerbehörde gefragt werden, auf den Nachweis der Lebensunterhaltssicherung zu verzichten. Dies macht dann Sinn, wenn der Nachweis bislang durch eigene Erwerbstätigkeit gesichert wurde, diese aktuell aber wegen der Covid-19-Pandemie nicht mehr möglich ist. Auch wenn der Lebensunterhalt durch z.B. die Eltern im Ausland gesichert wurde, kann auf den Nachweis verzichtet werden, wenn auch bei diesen durch die Covid-19-Pandemie Einkommenseinschränkungen bestehen. Darüber hinaus ist die Inanspruchnahme des KfW-Studienkredits bis zum Ablauf der durch den Bundestag festgestellten epidemische Lage von nationaler Tragweite (§ 5 Abs. 1 Infektionsschutzgesetz - IfSG) aus aufenthaltsrechtlicher Sicht als unschädlich anzusehen. Nach Aufhebung der Feststellung der epidemischen Lage durch den Bundestag (§ 5 Abs. 1 Satz 2 IfSG) kann die Inanspruchnahme des KfW-Kredits aus aufenthaltsrechtlicher Sicht jedoch nicht mehr zur Finanzierung des Lebensunterhalts berücksichtigt werden.

Falls die gegenwärtigen Einschränkungen zu einer Verlängerung der Studienzeit in Deutschland führen, werden die Ausländerbehörden dies bei der Frage der Aufenthaltshöchstdauer entsprechend berücksichtigen. Denn es handelt sich um nicht vom Studierenden zu vertretende Umstände. Wenden Sie sich an ihre zuständige Ausländerbehörde.

Das Gesetz erlaubt es, bis zu 120 ganze oder 240 halbe Tagen neben dem Studium zu arbeiten (§ 16b Absatz 3 AufenthG). Wer mehr arbeiten möchte, der kann bei seiner zuständigen Ausländerbehörde eine entsprechende Erlaubnis beantragen. In der Regel muss die Ausländerbehörde auch eine Zustimmung der Bundesagentur für Arbeit einholen. Für die Arbeit in der Erntehilfe ist dies gegenwärtig aber nicht notwendig, da die Bundesagentur am 2. April 2020 eine sogenannte Globalzustimmung erteilt hat.

Studierende, die vom Ausland aus an rein virtuell durchgeführten Studiengängen einer deutschen Hochschule teilnehmen, sind auch dann nicht in die Versicherungspflicht für Studierende in der gesetzlichen Krankenversicherung einbezogen, wenn sie nicht bereits aufgrund europäischer Regelungen oder zwischenstaatlicher Abkommen hiervon befreit sind (Rundschreiben des GKV Spitzenverbands vom 20.05.2020). Die Krankenkassen sind zudem aufgefordert, die Beiträge internationaler Studierender zur Kranken- und Pflegeversicherung einzelfallbezogen und nach Ermessen zu erlassen, wenn diese pandemiebedingt erst verspätet nach Deutschland einreisen und bis dahin an der Aufnahme eines Studiums in Präsenzform gehindert sind (Rundschreiben des GKV-Spitzenverbands vom 12.11.2020). Wenden Sie sich hierzu bitte an ihre zuständige Krankenkasse.