Fast alle machen ihren Master im Wunschfach – und am Wunschort

Erste Befragung von Studienanfängern im Masterbereich veröffentlicht / Wanka: „Die neuen Abschlüsse werden gut angenommen.“

Ein großer Teil der Studiengänge an deutschen Hochschulen ist mittlerweile auf die zweistufige Bachelor-Master-Struktur umgestellt. Über das Masterstudium und seine Studierenden liegen bislang jedoch kaum Erkenntnisse aus der empirischen Bildungsforschung vor. Die erste bundesweit repräsentative Befragung derjenigen, die gerade ein Masterstudium beginnen, ergab nun: Fast alle, nämlich 95 Prozent, studieren ihr Wunschfach. Mehr als drei Viertel (78 Prozent) studieren nicht nur im gewünschten Fach, sondern auch an der gewünschten Hochschule. Der Übergang vom Erststudium in das Masterstudium erfolgte überwiegend (bei 82 Prozent) nahtlos.

„Die Ergebnisse zeigen: Die Umstellung der Studiengänge auf Bachelor und Master funktioniert gut und wird von den Studierenden auch gut angenommen“, betonte Bundesbildungsministerin Johanna Wanka. „Besonders erfreulich ist der hohe Anteil  der Studierenden, die einen Masterplatz in ihrem Wunschfach erhalten haben.“

Die durch die Bologna-Reform ermöglichte Flexibilisierung des Studiums wird genutzt: 32 Prozent der Befragten wechselten mit Beginn des Masters den Studienbereich. Vier Fünftel von ihnen gaben an, zwischen dem Erststudium und dem Masterstudium einen starken Zusammenhang zu sehen. Fast 40 Prozent wechselten zum Masterstudium an eine andere Hochschule. Das zeigt: Der Übergang vom Bachelor zum Master motiviert  eher zum Wechsel der Hochschule, als dies bei den traditionellen, nicht-gestuften Studiengängen der Fall war. Die Wahl der Hochschule erfolgt dabei meist nach fachlichen Interessen.

Auch die Möglichkeit, beim Übergang vom Bachelor zum Master die Hochschulart – also von der Fachhochschule an die Uni oder umgekehrt -  zu wechseln, wird genutzt. Die befragten Masterstudienanfänger(innen) wechseln in erster Linie von einer Fachhochschule zur Universität. 21 Prozent dieser Wechsler verfügten über eine Fachhochschulreife, so dass der Erstabschluss an einer Fachhochschule ihnen erstmals die Möglichkeit bot, ein Studium an einer Universität aufzunehmen.

Die Mehrheit der Studierenden hat ein Zulassungs- oder Eignungsverfahren durchlaufen. Etwa zwei Drittel der Studierenden (68 Prozent) mussten zwischen zwei und vier Zugangsvoraussetzungen erfüllen. Bei einem Wechsel erwarten die Hochschulen insbesondere häufiger eine Motivationsbegründung.

Der Bericht „Das Masterstudium als 2. Phase der gestuften Studienstruktur – Motive, Zeitpunkt und Zugang von Masteranfängern und -anfängerinnen“ ist eine Veröffentlichung des HIS-Instituts für Hochschulforschung und wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung finanziert. Die Publikation steht als PDF-Download kostenlos zur Verfügung. Eine Printversion kann gegen eine Schutzgebühr von 20 Euro direkt bei der HIS Hochschul-Informations-System GmbH bestellt werden.

Weitere Informationen finden Sie unter: http://www.bmbf.de/de/3336.php (allgemeine Informationen über die Bologna-Reform) sowie http://www.his.de/pdf/pub_fh/fh-201309.pdf  (HIS Studie)