Förderung der Käte Hamburger Kollegs wird fortgesetzt

Geisteswissenschaftliche Spitzenforschung in Bochum und Weimar geht in die nächste Phase / Rachel: „Internationale Sichtbarkeit entstanden“

Die Bauhaus-Universität Weimar und die Ruhr-Universität Bochum können ihre Käte Hamburger Kollegs für geisteswissenschaftliche Forschung weitere vier Jahre fortführen. Weimar und Bochum haben damit als erste Kollegs die zweite Phase der Förderung erreicht. International zusammengesetzte Gutachterkommissionen hatten die beiden Kollegs positiv evaluiert. Getragen werden sie als international vernetzte Denkwerkstätten vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF).

Im Jahr 2008 haben die Käte Hamburger Kollegs in Bochum und Weimar die Arbeit in der ersten sechsjährigen Förderphase aufgenommen. Am Weimarer Kolleg forschen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler über die Verhältnisse zwischen Menschen und Dingen in der Medienkultur des 20. und 21. Jahrhunderts. Das Kolleg ist derzeit international führend auf dem Gebiet der Kulturtechnikforschung und Medienphilosophie. Das Bochumer Kolleg erforscht Religionskontakte und -transfers zwischen Asien und Europa vom ersten Jahrtausend vor unserer Zeit bis heute und hat die Ruhr-Universität international als Standort für religionsbezogene Forschung bekannt gemacht.

Die Käte Hamburger Kollegs wirken profilbildend in den Geisteswissenschaften und geben herausragenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern Freiraum für ihre selbstgewählten Fragestellungen. Sie sind internationale Gastgeber und haben die Möglichkeit, auf ihrem Fachgebiet die weltweit wichtigsten und interessantesten Köpfe zu einem Forschungsaufenthalt am Kolleg einzuladen. Das Bochumer Kolleg wird nun mit weiteren rund 8,5 Millionen Euro für die nächsten vier Jahre unterstützt, Weimar mit rund 6,2 Millionen Euro.

„Mit den Käte Hamburger Kollegs ist eine neue Größe in den Geisteswissenschaften entstanden, die auch international für Sichtbarkeit sorgt“, sagte Thomas Rachel, Parlamentarischer Staatssekretär im BMBF, anlässlich des Starts der zweiten Förderphase. „Wir werden diese starke Stellung nun ausbauen, grenzüberschreitende Netzwerke vertiefen und neue Impulse für die geisteswissenschaftliche Forschung setzen.“

Zusätzlich zu den Käte Hamburger Kollegs in Deutschland sollen in den nächsten Jahren „Internationale Kollegs für Geistes- und Sozialwissenschaften“ in wichtigen Weltregionen wie Süd- und Südostasien, Lateinamerika, Afrika und Mittlerer Osten sowie China entstehen.

Für die erste Förderphase der Käte Hamburger Kollegs hatte das BMBF 2007 bereits insgesamt 109 Millionen Euro bereitgestellt. Die zehn Kollegs wurden von einem international besetzten Gutachtergremium ausgewählt. Nach Weimar und Bochum stellen sich nach und nach auch die übrigen Kollegs der Evaluation für die Fortsetzung ihrer Förderung.

Käte Hamburger ist die Namenspatronin dieses Programms. Die 1896 in Hamburg geborene Philosophin wurde an der Universität München promoviert, emigrierte 1934 nach Schweden und kehrte 1956 aus dem Exil nach Stuttgart zurück, wo sie sich mit dem Werk „Die Logik der Dichtung“ habilitierte. Mit diesem Werk schuf Käte Hamburger ein Standardwerk der deutschen Literaturwissenschaft, das national und international auf große Resonanz stieß.

Weitere Informationen unter http://www.bmbf.de/de/21517.php
und unter http://www.kaete-hamburger-kollegs.de/

Homepage des Weimarer Kollegs: http://www.ikkm-weimar.de/

Homepage des Bochumer Kollegs: http://www.khk.ceres.rub.de/