Food 2030: Mit Forschung und Innovation zur Ernährungssicherheit

Nachhaltig, widerstandsfähig, gesund und für alle Menschen: So soll die Lebensmittelproduktion der Zukunft sein. Forschung und Innovation sind dafür entscheidend. In der „Food 2030“-Initiative der EU setzt das BMBF dabei auf die Bioökonomie. 

Immer mehr Menschen leben auf dieser Welt. Damit steigt der Bedarf an Lebensmitteln und der Verbrauch von Rohstoffen. Das bedeutet große Herausforderungen für unsere Umwelt und für das Klima. Diese Herausforderungen, die durch die Corona-Pandemie vielerorts weiter verschärft wurden, kann kein Land alleine meistern: Ernährungssicherheit ist deshalb ein Thema, das uns alle angeht.

Deutschland setzt sich daher gemeinsam mit der Europäischen Union in der „Food 2030“-Initiative, der Strategie "Vom Hof auf den Tisch“ des Green Deal sowie während seiner EU-Ratspräsidentschaft dafür ein, mit Forschung und Innovationen die Lebensmittel- und Ernährungssicherheit weltweit zu verbessern. „Food 2030“ wurde 2015 nach dem Welternährungstag ins Leben gerufen. Jedes Jahr gibt es seitdem eine Konferenz, auf der die vielversprechendsten Ideen und fruchtbarsten Ansatzpunkte für unsere Produktions- und Ernährungssysteme diskutiert werden. Aufgrund der Corona-Pandemie findet die diesjährige Konferenz am 16. Oktober 2020 als Online-Event statt.

Thema der Konferenz ist der Forschungs- und Innovationsbedarf zur Ernährungssicherheit. Denn dieser ist noch lange nicht erschöpft. Das Bundesforschungsministerium setzt hierbei unter anderem auf die Bioökonomie. Die Bioökonomie-Forschung hilft uns,

  • Pflanzen widerstandsfähiger und ertragreicher zu machen,
  • Agrarflächen besser zu nutzen,
  • biologische Rohstoffe möglichst vollständig oder mehrfach zu nutzen
  • und globale Auswirkungen unserer Wirtschaft auf lokale Märkte im Blick zu behalten.

Mit einem gemeinsamen Handeln kann Europa als Vorreiter den Wandel hin zu einer nachhaltigeren und widerstandsfähigeren Wirtschaftsweise und Lebensmittelversorgung zum Wohle aller Menschen vorantreiben.

Das sind die wichtigsten Prioritäten bei der Lebensmittel- und Ernährungssicherheit

ERNÄHRUNG – für eine nachhaltige und gesunde Ernährung

Wir wollen sicherstellen, dass nahrhafte Lebensmittel und Wasser für alle verfügbar, zugänglich und erschwinglich sind. Es geht darum, Hunger und Unterernährung zu reduzieren, ein hohes Maß an Lebensmittelsicherheit und Rückverfolgbarkeit zu gewährleisten, das Auftreten nicht übertragbarer ernährungsbedingter Krankheiten zu verringern und allen Bürgern und Verbrauchern zu helfen, eine nachhaltige und gesunde Ernährung für Gesundheit und Wohlbefinden zu entwickeln.

KLIMA – intelligente und umweltverträgliche Lebensmittelsysteme

Wir wollen klimafreundliche Lebensmittelsysteme, die sich an den Klimawandel anpassen, natürliche Ressourcen schonen und zur Eindämmung des Klimawandels beitragen. Ziel ist es, gesunde, produktive und biologisch vielfältige Ökosysteme zu unterstützen. Dabei ist es wichtig, die Vielfalt der Lebensmittelsysteme (einschließlich Produktion, Verarbeitung, Vertrieb und Logistik) zu gewährleisten, auch im Hinblick auf die kulturelle und ökologische Vielfalt. Natürliche Ressourcen (Wasser, Boden, Land und Meer) werden innerhalb der planetaren Grenzen nachhaltig genutzt und stehen zukünftigen Generationen zur Verfügung.

KREISLAUF und Ressourceneffizienz von Lebensmittelsystemen

Wir wollen ressourcenschonende Prinzipien der Kreislaufwirtschaft im gesamten Lebensmittelsystem bei gleichzeitiger Verringerung des ökologischen Fußabdrucks umsetzen. Zirkularität wird für nachhaltige und ressourcenschonende Lebensmittelsysteme angewendet, und Lebensmittelverluste und -verschwendung werden durchgehend minimiert.

INNOVATION und Ermächtigung von Communities

Wir wollen Innovation und Investitionen steigern und gleichzeitig Communities stärken. Ziel ist ein breites Innovationsökosystem, das zu neuen Geschäftsmodellen und Produkten, Waren und Dienstleistungen mit Mehrwert führt und die Bedürfnisse, Werte und Erwartungen der Gesellschaft auf verantwortungsvolle und ethische Weise erfüllt. Ebenso ist es uns wichtig, mehr und bessere Arbeitsplätze in der gesamten EU zu fördern, um florierende städtische, ländliche und küstennahe Volkswirtschaften und Gemeinden zu unterstützen. Durch engere Partnerschaften mit Industrie und Lebensmittelherstellern fördern wir Märkte, die verantwortungsbewusst funktionieren, fairen Handel und Preisgestaltung, Inklusivität und Nachhaltigkeit gewährleisten. Wissenschaftliche Erkenntnisse und Kenntnisse einer Vielzahl von Akteuren, unterstützen die Entwicklung und Umsetzung von relevanten Strategien auf allen geografischen Ebenen (lokal bis global).