Forschung für Nachhaltige Entwicklung

Von Klimawandel bis Wasserknappheit - die Menschheit steht vor großen Herausforderungen. Die Forschung kann Lösungen für einen nachhaltigen Umgang mit ihnen liefern. Das Bundesforschungsministerium unterstützt den Wandel mit dem Rahmenprogramm FONA³.

Familie macht einen Spaziergang in der Natur.
Unseren Planeten für zukünftige Generationen schützen: Das ist das Ziel der Nachhaltigkeitsforschung. © (c) Lucas Allen

Die Menschheit steht vor entscheidenden Weichenstellungen: In den nächsten zwei Jahrzehnten müssen wir Wege finden, die globalen Herausforderungen wie Klimawandel, Wasserknappheit, Biodiversitätsverlust, Bodendegradation und Rohstoffmangel zu meistern und gleichzeitig den sozialen Zusammenhalt und unseren Lebensstandard zu sichern.

Forschung für nachhaltige Entwicklung erarbeitet innovative Lösungen für diese Herausforderungen und liefert Entscheidungsgrundlagen für zukunftsorientiertes Handeln. Das Spektrum reicht dabei von der Grundlagenforschung bis zur Entwicklung von einsatzbereiten Anwendungen. Zwischen 2010 und 2014 hat das Bundesforschungsministerium mit dem Rahmenprogramm „Forschung für Nachhaltige Entwicklungen “ (FONA 2) knapp zwei Milliarden Euro Fördermittel für die Nachhaltigkeitsforschung bereitgestellt. Mit dem Rahmenprogramm FONA³ wird in den kommenden Jahren mehr als eine halbe Milliarde Euro in die Erneuerung der Forschungsflotte und Großgeräte für die Klimaforschung investiert . Weitere 1,5 Milliarden Euro stehen für die Projektförderung der Nachhaltigkeitsforschung zur Verfügung.

Neues Rahmenprogramm FONA³

Gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern aus Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und der Zivilgesellschaft wurde das Programm in einem Agendaprozess weiterentwickelt und neue Forschungsschwerpunkte erarbeitet. Die zentralen Elemente des neuen Programms FONA³ sind die Leitinitiativen zu den Themen Green Economy, Zukunftsstadt und Energiewende. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) arbeitet in diesen Leitinitiativen mit anderen Bundes- und Landesressorts zusammen, damit Forschungsergebnisse unmittelbar für Entscheidungsprozesse genutzt werden können. Darüber hinaus zeichnen sich die Leitinitiativen durch Anwendungsnähe aus und beziehen Stakeholder wie Unternehmen und Kommunen an definierten Punkten in die Forschungsarbeit ein. Insgesamt geht es darum, Umsetzungsprozesse zu unterstützen und dadurch deutliche Impulse für eine nachhaltige Entwicklung zu geben.

Über die drei Leitinitiativen hinaus unterstützt das Ministerium mit FONA³ Forschung zur Vorsorge. Diese findet zu drei Feldern statt: Zu den Gemeinschaftsgütern Klima, biologische Vielfalt und Meere, zur intelligenten Ressourcennutzung und zur Verbesserung von Lebensqualität und Wettbewerbsfähigkeit in Deutschland. In diesen Feldern können die Herausforderungen langfristig nur gemeistert werden, wenn auch jenseits von bereits anwendungsfähigen Lösungen der Erkenntnisfortschritt befördert wird. In der „Vorsorgeforschung“ geht es unter anderem um die Entwicklung regionaler Klimamodelle und Anpassung an die Klimaerwärmung sowie um Erdbeobachtung und Umweltmonitoring. Da die Vermittlung von neuen Erkenntnissen und die Unterstützung von Engagement wichtig sind, werden in FONA³ die Forschung und die Bildung zur nachhaltigen Entwicklung erstmals systematisch zusammengeführt.

Die internationale Zusammenarbeit wird auch mit FONA³ eine zentrale Rolle für die Nachhaltigkeitsforschung spielen. Deutsche Forscherinnen und Forscher werden mit Partnern aus aller Welt zusammen arbeiten, um global tragfähige Lösungen zu entwickeln.

Mit FONA³ zu mehr Nachhaltigkeit

Mit dem FONA-Rahmenprogramm werden die nationale Nachhaltigkeitsstrategie und die neue Hightech-Strategie umgesetzt. Ziel ist es, dass Deutschland seine Position als Technologieführer in den Bereichen Klimaschutz und Anpassung an den Klimawandel, nachhaltiges Ressourcenmanagement sowie innovative Umwelt- und Energietechnologien erhält und weiter ausbaut.

Die Nachhaltigkeitsstrategie sieht zahlreiche Ziele vor: Die Bundesregierung bietet als deutschen Beitrag für ein internationales Klimaschutzabkommen nach 2012 an, die Treibhausgasemissionen bis 2020 um 40 Prozent unter das Niveau von 1990 zu senken. Gleichzeitig muss die Energieversorgung nachhaltig und zukunftssicher gestaltet werden. Bis 2020 den Anteil erneuerbarer Energien an der Energieversorgung auf 20 Prozent zu steigern und die Energieproduktivität bis 2020 gegenüber 1990 zu verdoppeln. Wichtig ist auch der Schutz der natürlichen Ressourcen und Rohstoffe: Die Rohstoffproduktivität soll bis 2020 verdoppelt, der zusätzliche Flächenverbrauch von 130 Hektar pro Tag auf 30 Hektar pro Tag reduziert werden. Der weltweite Verlust von Biodiversität muss eingedämmt, die Ökosystemfunktionen erhalten werden. Um die Ziele zu erreichen, muss Deutschland international kooperieren und global tragfähige Lösungen gemeinsam mit den betroffenen und dynamisch wachsenden Weltregionen entwickeln. Gleichzeitig ist eine nachhaltige Entwicklung eine einmalige Chance für die Wirtschaft: Denn Klimaschutz, Ressourceneffizienz und zukunftsfähige Energieversorgung sind die Leitmärkte der Zukunft.