Forschung für resistenzfreie Antibiotika

Multiresistente Bakterien und Antibiotika, die versagen – das ist ein Horrorszenario. Ein neues Medikament könnte die große Hoffnung für derzeit jährlich 700.000 Todesopfer weltweit sein.

Arbeiten im Labor
Arbeiten im Labor © Thinkstock

Viele Firmen scheuen die aufwändige, langwierige – und damit kostspielige – Forschung nach resistenzfreiem Antibiotika. Das BMBF fördert deshalb ganz besonders aussichtsreiche Forschungsvorhaben. Unter anderem die Forschungen der Firma aBACTER. Denn hier geht es bei weitem mehr als um ein neues Medikament. 

Das Forschungsteam entdeckte, dass sich ein Medikament, das eigentlich für die Krebstherapie in Verwendung war und antibiotische Eigenschaften aufweist, durch chemische Manipulationen gegen multiresistente Bakterien einsetzen lässt. Ein Volltreffer und gleichzeitig 2018 der Start in das VIP-Projekt „aBacter“, um dies an der Entwicklung eines Antibiotikums zur Behandlung der Entzündung der Herzinnenhaut zu validieren.

Prof. Dr. Stephan Sieber
Prof. Dr. Stephan Sieber © Astrid Eckert / TUM

Das Team kombinierte bei seiner Forschung Methoden aus der Chemie, der Zellbiologie und der Massenspektrometrie. „Das spannende dabei“, so Stephan Sieber, „ist es neue Wege in der Bekämpfung von pathogenen Bakterien zu beschreiten, die sich dezidiert von klassischen Antibiotika unterscheiden. Hierbei hat uns VIP+ eine optimale Basis bereitet unsere Ergebnisse aus der Grundlagenforschung zu validieren“.

Prof. Dr. Stephan Sieber ist mit seinem Team Gewinner des Future Insight Prize 2020 des Pharmakonzern Merck KGaA 2020. Schon einmal konnten sie durch die Ergebnisse aus dem Validierungsprojekt eine Förderung von 500.000 Euro aus dem m4Award Wettbewerb vom Bayerischen Staatsministeriums erhalten. Jetzt geht es mit weiteren 1 Million Euro in die nächste Entwicklungsrunde.

Informationen zur Fördermaßnahme VIP+ finden Sie unter:
www.validierungsfoerderung.de