Forschung in mehr als 15 Kilometern Höhe

Das Höhenforschungsflugzeug HALO ist weltweit einzigartig und zeigt, wie wichtig Forschung für eine überzeugende Klimapolitik ist. "Die detaillierte Auswertung von Klimadaten brauchen wir mehr denn je", sagt Bundesforschungsministerin Johanna Wanka.

Nach den Beschlüssen der Weltklimakonferenz von Paris wird die Klimaforschung neu ausgerichtet. Bisher ging es vor allem darum, Daten zu erheben, um den Klimawandel zu untersuchen und Risiken aufzuzeigen. Jetzt stehen auch das Energiesystem der Zukunft und die verträgliche Gestaltung von gesellschaftlichem und wirtschaftlichem Wandel im Fokus der Wissenschaft. Das hat Bundesforschungsministerin Johanna Wanka anlässlich des HALO-Wissenschaftssymposium in Oberpfaffenhofen deutlich gemacht.

Schadstoffkonzentrationen weltweit messen

Mit dem Höhenforschungsflugzeug HALO (High Altitude and Long Range Research Aircraft) hat die deutsche Klimaforschung ihre weltweite Spitzenposition in der Atmosphärenforschung und Erdbeobachtung ausgebaut. Die HALO-Missionen ermöglichen es zum Beispiel, Methanquellen aufzuspüren und weltweit Schadstoffkonzentrationen zu messen, um so ihre Wirkung auf die Atmosphäre zu bestimmen. Dafür wird das Höhenforschungsflugzeug immer wieder mit unterschiedlichen Messinstrumenten ausgestattet.

Den Wandel gestalten

Vor der Konferenz in Paris hat die Forschung den Klimawandel beschrieben, Risiken verdeutlicht und Ursachen aufgezeigt. Nun soll die Wissenschaft helfen, den vereinbarten Paradigmen-Wandel zu gestalten und die vereinbarten Klimaziele ökologisch, wirtschaftlich und sozial verträglich zu erreichen.

Glaubwürdige Klimapolitik

Bundesministerin Wanka wies darauf hin, wie wichtig eine starke Klimaforschung für die Klimapolitik sei. „Solch grundlegende Forschungsarbeiten, neue Technologien und die detaillierte Auswertung von Klimadaten braucht unsere Zeit jetzt mehr denn je. Die Erkenntnisse der Forschung bleiben die entscheidende Basis für eine glaubwürdige und überzeugende Klimapolitik und der Motor für Innovationen in Deutschland", sagte Wanka anlässlich des Symposiums in Oberpfaffenhofen. Zudem kündigte sie an: "Wir werden unsere Investitionen in Forschung und Entwicklung daher weiter steigern und auf hohem Niveau in die Klimaforschung investieren. Es ist wichtig, dass sich eine ambitionierte Klimapolitik auch nach dem Klimaabkommen von Paris auf gesicherte Fakten stützen kann.“

High Altitude and Long Range Aircraft - HALO

HALO kann mit einer einzigen Tankfüllung mehr als 8000 Kilometer weit fliegen, es erreicht mehr als 15 Kilometer Flughöhe und kann dabei eine wissenschaftliche Nutzlast von bis zu drei Tonnen transportieren. Damit ist HALO einzigartig auf der Welt - und übertrifft alle bisherigen Atmosphären-Forschungsflugzeuge.

Sobald neue Instrumente an Bord der HALO eingebaut sind, werden die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler eine besondere sogenannte Mission („CoMet“) fliegen. Dabei werden sie Kohlendioxid - und Methankonzentrationen messen. Mit dieser Fernerkundung der Treibhausgase Kohlenstoffdioxid und Methan soll eine Methodik zur unabhängigen Bestimmung von Quellen klimarelevanter Spurengase entwickelt und erprobt werden.

Diese Mission ist nur eine Anwendung von vielen, die mit dem Höhenforschungsflugzeug möglich sind. So konnte bei vergangenen Missionen festgestellt werden, dass die wärmende Klimawirkung von Schleierwolken durch Kondensstreifen möglicherweise stärker ist, als die Wirkung des Kohlendioxidausstoßes des Luftverkehrs. Eine andere Mission lieferte neue Erkenntnisse zu den Wechselwirkungen von tropischen Wolken auf das Klima.

HALO eröffnet der Klimaforschung auch neue Möglichkeiten zur Erforschung der Höhenschichten der Atmosphäre. Das ist wichtig, um Klimamodelle zu optimieren und ein besseres Verständnis von Extremwetterereignissen oder Ozonstörungen zu gewinnen.