Forschung und Innovationen für die Energiewende

Der Bundesbericht Energieforschung zeigt: Die Förderung des Bundesforschungsministeriums bereitet den Weg für eine klimaneutrale und nachhaltige Energieversorgung. Der Fokus liegt auf den Schlüsselbereichen Sektorkopplung und Grüner Wasserstoff.

In BMBF-geförderten Projekten arbeiten Forschende an Lösungen für alle Sektoren der Energieversorgung: Industrie, Verkehr, Strom und Wärme.

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Am Mittwoch hat die Bundesregierung den Bundesbericht Energieforschung verabschiedet. Der jährlich erscheinende Report gibt einen ausführlichen Überblick über die Förderpolitik der Bundesregierung. Die diesjährige Ausgabe zeigt zweierlei: Erstens hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) seine Investitionen im Rahmen des 7. Energieforschungsprogramms im Jahr 2019 erneut um 2,7 Prozent auf 508 Millionen Euro erhöht. Zweitens setzt das BMBF seine Förderschwerpunkte vor allem in den entscheidenden, zukunftsträchtigen Bereichen Sektorkopplung und Grüner Wasserstoff.

„Damit wir Stahl oder Chemikalien künftig klimafreundlich herstellen können, müssen wir erneuerbare Energie unbedingt auch für Industrieprozesse nutzbar machen“, so Bundesforschungsministerin Anja Karliczek bei der Verabschiedung des Bundesberichts Energieforschung. „Die Energieforschung arbeitet mit Hochdruck an den Innovationen, die das ermöglichen.“

Innovationen, wie sie beispielsweise die Kopernikus-Projekte entwickeln oder bereits entwickelt haben: Die vier Projekte bilden die bisher größte Forschungsinitiative des BMBF im Bereich Energiewende und erarbeiten Lösungen für alle Sektoren der Energieversorgung: Industrie, Verkehr, Strom und Wärme. Dabei sind die Projekte so konzipiert, dass in ihnen Wirtschaft, Wissenschaft und zivilgesellschaftliche Organisationen von Anfang an zusammenarbeiten. So sollen Lösungen entstehen, die anschließend direkt umgesetzt werden können: Das Projekt ENSURE untersucht, wie das Energienetz der Zukunft aussehen sollte. SynErgie analysiert, wie die Industrie helfen kann, das Energienetz zu stabilisieren, wenn erneuerbarer Strom mal mehr und mal weniger zur Verfügung steht. Das Projekt Ariadne prüft, welche politischen Maßnahmen geeignet sind, die Klimaziele der Bundesregierung tatsächlich zu erreichen. Zuletzt untersucht das Projekt P2X mögliche Wege, wie Strom in Chemikalien, Kraftstoff, Gase und Wärme umgewandelt werden können.

Dabei spielt Grüner Wasserstoff eine zentrale Rolle. So untersucht P2X Grünen Wasserstoff von der Produktion über den Transport bis hin zur Nutzung. Entweder als Rohstoff für andere Produkte wie Kraftstoff oder Chemikalien oder als Heiz- und Brenngas. Grüner Wasserstoff ist für den Erfolg der Energiewende deshalb so entscheidend, weil sich mit seiner Hilfe Industrie, Verkehr und Wärmeversorgung klimafreundlich gestalten lassen. Um Grünen Wasserstoff marktfähig zu machen und den Einstieg in eine Wasserstoffwirtschaft vorzubereiten, hat die Bundesregierung zuletzt die Nationale Wasserstoffstrategie beschlossen.

Aus diesem Grund ist der Grüne Wasserstoff der zweite Forschungsschwerpunkt des BMBF. So widmeten sich im vergangenen Jahr zahlreiche weitere Projekte diesem Thema. Zwei Beispiele: Das Projekt MACOR untersucht, wie Grüner Wasserstoff die Kohle in der Stahlindustrie ersetzen kann. Das Projekt Carbon2Chem, wie sich aus Industrieabgasen und Wasserstoff Vorläufer für Dünger, Kunst- und Kraftstoffe herstellen lassen.

Der Bundesbericht Energieforschung listet diese und zahlreiche weitere BMBF-geförderte Projekte auf – und unterstreicht so das Engagement des Bundesforschungsministeriums in der Energieforschung. 2019 förderte die Bundesregierung Forschungsprojekte mit 1,15 Milliarden Euro. Knapp die Hälfte davon stellte das BMBF zur Verfügung.