Forschung zu Klimaschutz und Klimawirkungen

Forschung und Innovation sind die zentralen Voraussetzungen, um mit dem Klimawandel umgehen zu können. Klimadaten können Aufschluss darüber geben, wie stark sich das Ökosystem der Erde verändert und die Wissensgrundlage für Entscheidungen liefern.

Forschungsstation in der Antarktis
Forschungsstation in der Antarktis © Thinkstock/iStock

Die Ergebnisse der Forschung  zum Klimawandel tragen maßgeblich dazu bei, das gesellschaftliche und politische Bewusstsein für die Herausforderungen des Klimawandels zu prägen. Vor diesem Hintergrund und eingebettet in die internationalen Anstrengungen der Klimapolitik folgt das Bundesministerium für Bildung und Forschung im Bereich Klimaforschung drei übergeordneten strategischen Leitlinien:

  • Innovationsdynamik für nachhaltiges Wachstum entfalten.
  • Praktische Kompetenz in der Nutzung von Klimawissen aufbauen.
  • Die vordringlichsten Wissenslücken zum Klimawandel durch exzellente Forschung ermitteln und schließen.

Unsere Forschung soll dazu beitragen, die Grenzen des Wissens zu erweitern und gleichzeitig dem Bedarf an handlungsorientiertem Wissen und innovativen Lösungen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft Rechnung tragen. Im Kern geht es dabei um die Förderung von Forschung, die relevant, innovativ und exzellent ist. Die Ergebnisse sollen praktisch nutzbar sein. Um diesem Anspruch gerecht zu werden, führen wir mit unserer Klimaforschung verschiedene Forschungsansätze systematisch zusammen.

Wenn der Klimawandel und seine Folgen im Einzelfall besser bewertbar werden, entstehen daraus Impulse für neue Entscheidungswege, Maßnahmen oder innovative Produkte, Dienstleistungen und Geschäftsmodelle. Wir wollen daher die spezifischen Problemstellungen in einzelnen Politikfeldern oder Branchen aufgreifen und direkt adressieren. Dafür ist eine wirksame Verknüpfung von sozioökonomischen und naturwissenschaftlichen Kompetenzen erforderlich. Für diesen Ansatz stehen beispielsweise die Forschungsaktivitäten im Bereich der Climate Services. Das Programm „KMU-innovativ“ sei hier exemplarisch für eine besonders wirtschaftsnahe Innovationsförderung genannt.

Klimawissen kann direkt in die gesellschaftliche Praxis integriert werden, wenn gemeinsam mit den Anwendern exemplarische Lösungen für Klimaschutz und Anpassung entwickelt, erprobt und umgesetzt werden. Eine konkrete praktische Relevanz wird mit Forschungsprogrammen erreicht, in denen sich Forschung und Praxis untereinander austauschen und eine gemeinsame Forschungsagenda für den Wissensbedarf aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft definieren. Forschung steht hier im Kontext von Vorgaben für Planungs-, Investitions- oder Politikprozesse und orientiert sich durchgehend an den jeweiligen Anforderungen der Anwender des Wissens. Gute Beispiele für diesen Ansatz sind die Forschungsinitiativen im Bereich der Anpassungsforschung, wie die Fördermaßnahmen zum Nachhaltigen Landmanagement oder auch die Kompetenzzentren für Klimawandel und angepasste Landnutzung in Afrika (WASCAL und SASSCAL).

Wir wollen zentrale Lücken im Verständnis des Klimasystems schließen sowie Klimatrends und -folgen verlässlich abschätzen. Dafür fördert das BMBF seit langem exzellente Forschung. Dabei werden Grundlagenforschung und Modellentwicklung auf gemeinsame Ziele ausgerichtet und das Zusammenwirken von Infrastrukturen gefördert. Exemplarisch dafür ist das Programm zur Entwicklung eines Modellsystems für mittelfristige regionale Klimaprognosen und extreme Wetterausprägungen (MiKlip) sowie die innovativen Forschungsinfrastrukturen der Atmosphärenforschung und Klimamodellierung.

Unsere Forschung stellt sich außerdem verstärkt der Frage nach den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Auswirkungen des voranschreitenden Klimawandels. Fragen von Praxispartnern dienen hier als Ausgangspunkt für exzellente Forschung. Es geht dabei um Möglichkeiten und Formen der politischen Steuerung und Gestaltung. Dazu sind eine umfassende Betrachtung sozioökonomischer Faktoren und Zusammenhänge sowie die Bewertung unterschiedlicher Entwicklungspfade in Bezug auf Kosten, Risiken und Chancen erforderlich. Für diesen Ansatz stehen Förderschwerpunkte wie die „Ökonomie des Klimawandels“ mit einem integrierten Dialogprozess, der Klimafolgenmodell-Vergleich „ISI‐MIP“ oder der deutsche Beitrag zur sektorübergreifenden Klimafolgenforschung im europäischen Forschungsprogramm AXIS.

Auch für das Klimaschutzprogramm 2030 der Bundesregierung haben wir ein umfassendes Maßnahmenpaket eingebracht, das gewährleistet, dass Wissenschaft, Forschung und Innovation eine zentrale Rolle in der deutschen Klimapolitik einnehmen, und das der gesamten Breite von Forschungsbedarfen in allen Sektoren des Klimaschutzprogramms und natürlich auch Sektor übergreifenden Fragen Rechnung trägt.

Die Wissenschaftsplattform Klimaschutz, die das BMBF gemeinsam mit dem Bundesumweltministerium (BMU) fördert, stellt zudem sicher, dass die Bundesregierung bei der Umsetzung und Weiterentwicklung der deutschen Langfriststrategie zum Klimaschutz (Klimaschutzplan 2050) wissenschaftlich beraten wird.