Forschung zu Plastikmüll im Meer beginnt

Zwei deutsche Institute werden sich an der europaweiten Forschungsinitiative zu Plastikmüll im Meer (JPI OCEANS) beteiligen. Die Vorhaben des Alfred-Wegener-Instituts und des Helmholtz-Zentrums wurden von Experten zur Förderung ausgewählt.

Immer mehr Plastikmüll landet im Meer: Er sammelt sich als riesige Plastikinseln auf den Ozeanen und zerfällt langsam unter Sonneneinstrahlung zu Mikroplastik. Diese kleinsten Teilchen haben großen Einfluss auf das Leben im Meer. In einer Vielzahl von Fischen, Krabben oder Seevögeln hat man bereits Mikroplastik im Verdauungstrakt nachweisen können.

Die zunehmende Vermüllung der Meere durch Plastik wird auf deutsche Initiative hin eines von drei zentralen Beratungsthemen des G7-Wissenschaftsministertreffens am 8. und 9. Oktober in Berlin sein.

Um der Herausforderung der Meeresvermüllung zu begegnen, hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung ein europaweites Forschungsprogramm initiiert. In Zusammenarbeit mit neun weiteren Mitgliedsstaaten (Belgien, Frankreich, Irland, Italien, Niederlande, Norwegen, Portugal, Schweden, Spanien), startete im Februar 2015 erstmalig eine gemeinsame Förderbekanntmachung zu „Mikroplastik in marinen Systemen“. Die Gesamtfördersumme beträgt über 7 Millionen Euro. Das BMBF unterstützt damit deutsche Forschungsinstitutionen, sich an der Erforschung offener Fragen zum Thema Mikroplastik zu beteiligen.

Welche Forschungsvorhaben im Rahmen der gemeinsamen Förderinitiative unterstützt werden, haben ein internationales Expertengremium und Vertreter der beteiligten Mitgliedsstaaten entschieden. Aus 21 Anträgen haben sie diese vier Projekte zur Förderung vorgeschlagen:

BASEMAN – Definition von Standards für Mikroplastik-Analysen in Europäischen Gewässern

EPEMARE – Ökotoxikologische Auswirkungen von Mikroplastik in marinen Ökosystemen

PLASTOX – Direkte und indirekte ökotoxikologische Effekte von Mikroplastik in marinen Organismen

WEATHER-MIC – Veränderung des Transports, Abbaus und Toxizität von Mikroplastik in der marinen Umwelt.

Die globale Produktion von Kunststoffen betrug 2013 bereits 299 Millionen Tonnen. Davon wurden 57 Millionen Tonnen in Europa produziert.

Zwei der ausgewählten Forschungsverbünde werden von deutschen Forschungseinrichtungen koordiniert: dem Alfred-Wegener-Institut und Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (BASEMAN) sowie dem Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (WEATHER-MIC). Alle Vorhaben sollen zum Jahresende 2015 ihre Arbeit aufnehmen.

Die Forschungsvorhaben werden unter der Joint Programming Initiative  on Healthy and Productive Seas and Oceans (JPI OCEANS) gebündelt. JPI OCEANS koordiniert die europäischen Aktivitäten zur Meeresforschung.