Forschung zum Schutz der Artenvielfalt

Am 22. Mai ist der Internationale Tag der biologischen Vielfalt. Auch in Deutschland geht die Artenvielfalt zurück: Ein Viertel der Pflanzen- und ein Drittel der Tierarten sind gefährdet. Forschung kann dazu beitragen, diese Entwicklung aufzuhalten.

Auch in Deutschland sind viele Pflanzen- und Tierarten gefährdet - so zum Beispiel die Heilpflanze Arnika. © BMBF

Tiere und Pflanzen sind zusammen das, was wir "biologische Vielfalt" nennen. An vielen Orten unseres Planeten ist diese Vielfalt aber bedroht. Die Ursache dafür ist zumeist der Mensch: Die Zerstörung von Lebensräumen, die Übernutzung von Ressourcen oder der Klimawandel können dazu führen, dass Tierarten und Pflanzenarten aussterben.

Auf der Erde gibt es mehr als 1,75 Millionen beschriebene Arten. Davon gelten rund 70.000 Arten als bedroht.

Auch in Deutschland macht sich der Rückgang der biologischen Vielfalt bemerkbar. Ein Viertel der Pflanzen- und ein Drittel der Tierarten sind gefährdet. Das langsame Verschwinden der Heilpflanze Arnika zeigt, dass menschliche Eingriffe unsere Umwelt langfristig verändern und sogar bedrohen können.

Beliebt und bedroht: die Heilpflanze Arnika

Die Arnika mit ihren leuchtend-gelben Blütenköpfen ist eine seit alters her genutzte Heilpflanze und Bestandteil unserer Kulturlandschaft. In den letzten 20 Jahren ist der Bestand in Deutschland und Europa jedoch drastisch zurückgegangen. Dringender Handlungsbedarf besteht, damit Arnika und auch ihr Lebensraum nicht vollkommen verschwinden.

Mit dem Projekt „ArnikaHessen“ soll der Bestand der Pflanze wieder stabilisiert werden. Dafür arbeiten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Botanischen Gartens in Marburg, die Arbeitsgruppe Pflanzenökologie und Naturschutz der Hochschule Geisenheim und die Arbeitsgruppe Naturschutzbiologie der Universität Marburg als Kooperationspartner zusammen.

Als Ergebnis der Forschung soll ein Managementkonzept stehen, welches von der Modellregion Hessen auf andere Gebiete Deutschlands übertragen werden kann. Die Arbeit für das Projekt bringt außerdem die Menschen vor Ort zusammen, um auch nach Projektende im Jahr 2020, die Pflege und den Schutz der Arnika und ihrer Lebensräume nachhaltig zu sichern.

Forschung für den Erhalt der Vielfalt

Das Verbund-Vorhaben wird im Rahmen der gemeinsamen Förderinitiative vom Bundesforschungsministerium und vom Bundesumweltministerium im Rahmen der „Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt“ (NBS) gefördert.

Mit dem Ziel, bis zum Jahr 2020 den Rückgang der biologischen Vielfalt aufzuhalten, haben beide Ressorts ihr Engagement für den Schutz der Arten mit dieser Strategie gebündelt. Nur so können die lebenswichtigen Ökosysteme unseres Planeten nachhaltig bewahrt werden.

Europäische Zusammenarbeit

Wie weit der Verlust an Arten schon fortgeschritten ist, lässt sich nur empirisch feststellen. Eine Vielzahl weiterer vom Bundesforschungsministerium geförderter Forschungsvorhaben sammeln und bündeln wissenschaftliche Daten zu Pflanzen, Tieren und Pilzen –so auch im Projekt „German Barcode of Life“. Das Projekt verfolgt das Ziel die Artenvielfalt in Deutschland anhand ihres genetischen DNA-Barcodes, das heißt ihres Fingerabdrucks, zu erfassen. Gemeinsam mit anderen internationalen Forschungseinrichtungen soll auf diese Weise eine „Bibliothek des Lebens“ aufgebaut werden. Bis heute sind weltweit rund 4,6 Millionen DNA Barcodes von etwa 250.000 beschriebenen Arten von Pflanzen, Pilzen und Tieren in der Datenbank erfasst.

Der Erhalt der Artenvielfalt ist eine Herausforderung, vor der die globale Gemeinschaft steht. Deshalb gewinnen europaweite Forschungsansätze immer mehr an Bedeutung – ein Beispiel dafür ist das Netzwerk „BiodivERsA“, einem Verbund europäischer Forschungsförderer, die gemeinsam Projekte zum Schutz der Artenvielfalt unterstützen. Für dieses Netzwerk engagieren sich auf deutscher Seite sowohl das Bundesforschungsministerium als auch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG).

Im Jahr 2000 hat die UNESCO den 22. Mai zum Internationalen Tag der biologischen Vielfalt ernannt. Der Tag erinnert an den 22. Mai 1992, an dem in Nairobi Einigkeit über den Text des UN-Übereinkommens über biologische Vielfalt erzielt wurde. Dieses Übereinkommen wurde im Rahmen des Erdgipfels im Juni 1992 in Rio de Janeiro zur Zeichnung ausgelegt - heute ist es mit über 190 Vertragsstaaten eines der erfolgreichsten Übereinkommen der Vereinten Nationen. Bis zum Jahr 2000 war der 29. Dezember der Tag der biologischen Vielfalt.