Forschungscampus - öffentlich-private Partnerschaft für Innovationen

Die Förderinitiative "Forschungscampus" unterstützt Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Unternehmen, die partnerschaftlich und längerfristig an einem gemeinsamen Forschungsthema arbeiten wollen.

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Mit der Förderinitiative "Forschungscampus - öffentlich-private Partnerschaft für Innovationen" unterstützt das Bundesministerium für Bildung und Forschung groß angelegte und langfristige Ansätze der Zusammenarbeit von Wissenschaft und Wirtschaft. So können komplexe und vielschichtige Forschungsfelder mit hohem Forschungsrisiko und besonderem Potenzial für Sprunginnovationen bearbeitet werden. Das Themenspektrum reicht dabei von neuen Methoden zur Diagnose von Infektionskrankheiten über den Umbau der Stromversorgung zur Unterstützung der Energiewende bis hin zur Materialentwicklung und innovativen Produktionstechnologien.

Forschungsfabriken für neue Technologien

Jeder der neun geförderten Forschungscampi motiviert Forscherinnen und Forscher aus Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Unternehmen, "unter einem Dach" zusammenzuarbeiten. Einige Forschungscampi richten dazu Forschungsfabriken ein, in denen neue Technologien und Verfahren sofort praktisch erprobt werden können. So werden technologisch führende Lösungen für unsere Gesundheit, unsere Mobilität oder auch unsere Umwelt entwickelt.

Auf einen Blick

Im Rahmen der Förderinitiative „Forschungscampus – öffentlich-private Partnerschaft für Innovationen“ können die Forschungscampi in mehreren bis zu fünfjährigen Hauptphasen gefördert werden. Das Phasenmodell der aufeinanderfolgenden Hauptphasen gibt jedem Forschungscampus u.a. die Möglichkeit, innerhalb einer bis zu fünfzehnjährigen Förderperspektive ihre Forschungsstrategie aktuellen Entwicklungen anzupassen. Nach jeder Hauptphase erfolgt eine Evaluation durch eine unabhängige Jury.
Seit Beginn des Jahres 2016 befinden sich nun alle neun Forschungscampi in der ersten Hauptphase. Bereits im Sommer 2018 stellt sich der erste Forschungscampus erneut der Beurteilung durch die Jury zum Übergang in die zweite Hauptphase. Sieben weitere Forschungscampi folgen zwischen Anfang 2019 und Anfang 2020. Der neunte Forschungscampus stellt sich dann Anfang 2021 der Jury.

Die räumliche Nähe in einem Forschungscampus hilft, die unterschiedlichen Interessen der einzelnen Partner auszubalancieren und zu einem gemeinsamen Forschungs- und Transferansatz zu vereinen. So werden künftige Anwendungen bereits in der Konzeption von Forschungsvorhaben mitbedacht. Das erleichtert später die erfolgreiche Umsetzung von Forschungsergebnissen in neue Produkte, Verfahren und Dienstleistungen. Darüber hinaus engagieren sich die Forschungscampi auch in der Hochschullehre oder der Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses und sichern so den Fachkräftebedarf unserer Wirtschaft.

Das BMBF unterstützt die Forschungscampi, die von einer unabhängigen Jury ausgewählt wurden, mit jeweils bis zu zwei Millionen Euro jährlich für einen Zeitraum von bis zu 15 Jahren. Darüber hinaus leisten die Partner aus Wissenschaft und Wirtschaft maßgebliche Eigenbeiträge zur Finanzierung des Forschungscampus. Verbindliche Vereinbarungen regeln die Zusammenarbeit der Partner und vor allem den Umgang mit Geistigem Eigentum. Sie sind das Fundament, auf dem die Forschungscampi aufgebaut sind. So können die Forschungscampi langfristige Forschungsagenden entwickeln und an nachhaltigen Problemlösungen arbeiten. Die Forschungscampi verwirklichen so einen neuen Typ von Forschungsstrukturen.

Begleitvorhaben Forschungscampus pro-aktiv

Innerhalb der Förderinitiative des BMBF wurde von 2012 bis 2016 das Begleitvorhaben "Forschungscampus pro aktiv" gefördert. Das Vorhaben hat die Wissensbasis zu öffentlich-privaten Partnerschaften vergrößert und den kontinuierlichen Austausch zwischen allen Beteiligten unterstützt.