Forschungskooperation mit China unterstützt nachhaltige Entwicklung

Weltweit erste SEMIZENTRAL-Anlage zur Abwasseraufbereitung eröffnet / Schütte: „Unsere Forschung hilft Wasser und Energie zu sparen“

Anlässlich der Weltgartenbauausstellung wurde gestern im chinesischen Qingdao die weltweit erste „SEMIZENTRAL“-Anlage zur Abwasseraufbereitung eröffnet: Das innovative Ver- und Entsorgungszentrum arbeitet besonders energie- und ressourceneffizient und ist auf die Bedürfnisse der schnell wachsenden urbanen Räume von Schwellenländern, insbesondere in Wassermangelregionen, ausgerichtet. Die neu errichtete Anlage ist Teil der langjährigen deutsch-chinesischen Zusammenarbeit in Forschung und Entwicklung und wird von China und dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit jeweils rund 7 Millionen Euro gefördert.

Eine semizentrale Anlage ermöglicht die Aufarbeitung von Wasser in Städten mit 10.000 bis 100.000 Einwohnern. Dabei wird sogenanntes Grauwasser, also leicht verschmutztes Abwasser aus Duschen und Waschmaschinen, aufbereitet und zur Toilettenspülung recycelt. Dadurch kann bis zu 40 Prozent Wasser eingespart werden. Ferner werden Bioabfälle zusammen mit dem restlichen Abwasser, dem sogenannten Schwarzwasser, behandelt, wodurch Energie in Form von Biogas gewonnen wird. Dies ermöglicht den energieautarken Betrieb der gesamten Anlage. Die Rohstoffe Phosphor und Stickstoff werden dabei ebenfalls zurückgewonnen und können zusammen mit dem hygienisierten Klärschlamm landwirtschaftlich verwertet werden. Die gesamte Anlage ist modular aufgebaut, so dass ein Mitwachsen mit der Stadtentwicklung möglich ist.

Georg Schütte, Staatssekretär im BMBF, sagte bei der Eröffnung des Ver- und Entsorgungszentrums in Qingdao: „Wasser ist eine global knappe Ressource. Forschung kann erheblich dazu beitragen, nachhaltiger mit unserer Lebensgrundlage Wasser umzugehen. Wenn es zudem gelingt, die Wasseraufbereitung energieneutral zu gestalten, leisten wir gleichzeitig einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz.“ Mit „SEMIZENTRAL“ schaffen Deutschland und China gemeinsam einen wichtigen Baustein für die nachhaltige Ver- und Entsorgung schnell wachsender Städte der Zukunft. Dies ist ein Meilenstein im deutsch-chinesischen Forschungs- und Innovationsprogramm „Sauberes Wasser“.

Die technologische Kompetenz deutscher Unternehmen im Wasser- und Abwassersektor wird in China sehr geschätzt und nachgefragt. Staatssekretär Schütte wird deshalb zusammen mit seinem Amtskollegen aus dem Ministerium für Wissenschaft und Technologie, Vizeminister Dr. CAO Jianlin, am Mittwoch in Shanghai ein „Deutsch-chinesisches Innovationszentrum Sauberes Wasser“ im Zhangjiang High Tech Park eröffnen. Damit sollen kleine und mittelständische deutsche Unternehmen dabei unterstützt werden, gemeinsam in China erfolgreich innovative Technologien zu entwickeln und zu einem globalen Akteur zu werden.

Außerdem eröffnet Staatssekretär Schütte ein Kooperationszentrum für Berufsbildung in der Umwelttechnologie. Schwerpunkt ist die Ausbildung im technischen Bereich mit einer Spezialisierung in „Grünen Berufen“. Erklärtes Ziel ist die Etablierung einheitlicher Berufsbildungsstandards in China, die dem Fachkräftebedarf deutscher Tochterunternehmen und deren Zulieferfirmen im Ausland ebenso wie den heimischen Unternehmen des Partnerlandes dienen.


Weitere Informationen zur Forschungskooperation finden Sie unter:
http://www.fona.de/de/9862
http://www.clientprojekte.de/
http://semizentral.de/projekte/projekte-china/implementierung-semizentral-qingdao/